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Philosophie im Alltag: Brahmacharya = guter Sex?

Von Kristin Rübesamen

Der Philosoph Patanjali beschreibt in seinen Yoga Sutra den Weg der Erkenntnis als steinigen Pfad, an dessen Ende dann die Erleuchtung, ein Date mit Gott oder eine ähnliche Belohnung winkt.

Die Yamas = moralische Standards

Am Anfang dieses Weges stehen bei Patanjalis die Yamas, die in Yogabüchern gerne als ethische Vorschriften oder Handlungsempfehlungen beschrieben werden. Die meisten Yogis verzichten lieber auf das Wort „Moral“, vielleicht weil sie damit im Allgemeinen verzopfte und biedere Regeln unserer Eltern (oder eher noch unserer Großeltern) verstehen, mit denen wir naturgemäß nichts zu tun haben wollen. Stattdessen könnte man sagen: Patanjali hat moralische Standards formuliert, die wir Yogis bis heute - mal mehr, mal weniger - versuchen, einzuhalten. Moral ist mehr als Konvention. Dass wir die Gabel in der linken Hand halten, ist bloße Konvention. Dass wir Ahimsa, Gewaltlosigkeit, anstreben, ist ein moralisches Prinzip. Anders gesagt: Die Yamas sind nicht verzopft, sondern legen die Latte ziemlich hoch.

Das 4. Yama: Brahmacharya

Das vierte der Yamas, Brahamacharya, wird oft als Keuschheitsgebot oder Zölibat übersetzt und sollte traditionell alle ermuntern, ihre sexuellen Handlungen zu unterdrücken, um mehr Kraft zu haben für den anstrengenden Yogaweg. Also, ein bisschen wie früher in der Bundesliga: Kein Sex vor dem Spiel. In unserer Zeit, in der alle Bedürfnisse möglichst umgehend befriedigt werden sollen, hat eine solche Aufforderung etwas rührend Anachronistisches. Zu Unrecht.

Das Thema „Brahmacharya“ bedeutet nämlich in einem modernen Verständnis nicht weniger, als mit seiner Energie zu haushalten. Das heißt: keine Energieverschwendung zu betreiben. Was könnte in Zeiten, wo SUVs in zweiter Reihe vor den Kitas parken, damit die Kleinen keinen Schritt zu Fuß gehen müssen, wo sich die umweltbewusste Mittelschicht ihre Ökofressalien mit Amazon nach Hause liefern lässt und Großstadtyogis nach der Stunde ungerührt ihre Smoothies aus Plastikbechern saugen, moderner sein als das?

„Brahmacharya“ heißt wörtlich übersetzt: Verhalten, das zu Brahman führt. Ihr ahnt es, gemeint ist ein Verhalten, das zu einer Zufriedenheit führt, die nicht von Konsum und Besitz abhängig ist.


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Es geht noch weiter. Wir verschwenden unsere Energie nämlich nicht nur auf der wohl bekannten CO2-Schleuder, sondern wir verschwenden sie auch, wenn wir versuchen, jemand anderes zu sein als wir sind. Schon mal zu laut und zu falsch gelacht? Schon mal bei Leuten zu Gast gewesen, und danach ganz klein nach Hause geschlichen? Schon mal gezeltet, obwohl Ihr es hasst? Geklatscht, ohne wirklich zuzustimmen? Mit dem falschen Mann zu „99 Luftballons“ getanzt?

Brahmacharya heißt, seine Energie in die richtige Richtung zu dirigieren. Es heißt auch, den Überblick zu bewahren über die Kräfte, die Ressourcen, die da sind, und es heißt, nicht mehr Energie zu verschwenden, als nötig.

Brahmacharya, das Yama der 21. Jahrhunderts

Brahmacharya hat das Potential, das Yama des 21. Jahrhunderts zu werden. Denkt mal kurz nach, wohin eure Energie fließt. Denkt Ihr daran, was die Anderen von Euch halten? Was Ihr noch kaufen müsst, um glücklich zu sein? Wer Ihr noch werden müsst, um geliebt zu werden? Alles Energieverschwendung. Hört auf, Energie zu verschwenden, eure eigene und die des Planeten und Ihr werdet wahre Wunder erleben.

Brahmacharya = guter Sex!

Zum Beispiel auch das, was meine Lehrerin Shannon Gannon übersetzte, als sie uns Brahmacharya erklärte: Guter Sex. Nun weißt du selbst am besten, wie du guten Sex definierst. Weil aber auch wir Yogis nicht nur in philosophischen Dimensionen existieren, sondern (wenigstens die meisten von uns) durchaus noch an unserer körperlichen Erscheinungsform hängen, haben wir hier ein paar Asanas zusammengestellt, die in jedem Fall schon mal die Durchblutung unserer Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane fördern. Einfach mal ausprobieren!

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  • Adler
  • Malasana, die yogische Hocke
  • Baddha Konasana, sitzend und liegend:

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