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Ich hasse Krieger 1! – ein persönlicher Bericht
Bild: iStockphoto.com/yogaeasy.de

Ich hasse Krieger 1! – ein persönlicher Bericht

Von Kristin Rübesamen

Ich übe Power Yoga, dann begegne ich dem Krieger 1 immer beim Sonnengruß B. Ziemlich im Vorbeihuschen, er wird ja nur einen Atemzug gehalten und weiter geht's mit Chaturanga. Hier sammelt sich dann die erste kleine Feindseligkeit bei mir. Im Hund ist es schön, ich stehe sicher auf dem Boden, alles kann sich dehnen. Im Krieger 2 mache ich eine tolle Figur, selbst in Chaturanga halte ich mich wacker. Nur im Krieger 1 verliere ich die Fassung. Ich tue mein Bestes, stampfe auf den Boden, reisse die Arme nach oben und bin erleichtert, wenn ich im Hund kurz ausruhen darf.

Wie hat sich dieser Krieger 1 nur in den Sonnengruß gestohlen? Warum nur einen Atemzug? Wie soll ich das schaffen, in so kurzer Zeit die Füße richtig zu stellen? Ich habe keine Zeit, nachzusehen, aber ich weiß einfach, dass meine Hüfte nicht parallel ist. Auch der hintere Fuß ist mir jedesmal ein Dorn im Auge. Auch hier spüre ich genau, dass ich ihn nie ganz zum Boden bringe. Mir fehlt einfach die Zeit.

Bevor ich also zum Wesentlichen komme, nämlich dieser angeblich tollen Brustöffnung, hadere ich mit meinem Fundament. Ich gehe also schleunigst in diese Rückbeuge so gut es geht und versuche alle, mich eingeschlossen, von der miserablen Arbeit unterhalb des Nabels abzulenken. Wenn ich mich umsehe, versuchen sich die meisten so aus der Affaire zu ziehen. Aber mir könnt ihr nichts vormachen, will ich ihnen zurufen, es fühlt sich einfach nicht gut an!

Nach fünf Jahren Praxis ist meine Krieger-1- Neurose etwas weniger geworden. Es ist wie mit manchen Familienangehörigen. Sie gehören halt dazu, aber ich mag sie deshalb noch lange nicht.

Neulich gestand mir eine Lehrerin, dass sie einfach mal eine Zwischenatmung macht im Krieger 1. Wahnsinn, du traust dich was, habe ich gedacht. Ich mache das nicht, obwohl ich es sehr sympathisch fand von ihr, weil es mir zeigte, dass sie auch kein großer Krieger-1-Fan ist.

Ich weiß natürlich, dass es beim Yoga ums Akzeptieren geht, und nicht darum, in den Asanas zu glänzen. Der Krieger 1 errinnert mich daran, deswegen sollte ich ihm in Wahrheit dankbar sein. Es geht auch nicht darum, Urteile zu fällen. Also gebe ich einfach mein Bestes im Krieger 1 ohne zu denken, du dummer Loser, du kannst es einfach nicht.

Ach, und dann sind da ja noch Hanumanasana (der Spagat) oder diese fürchterliche Grätsche im Sitzen, bei der sich manche Mädchen wie im Ballet einfach nach vorne auf den Boden liegen: Diese Haltungen hasse ich auch. Ich fühle mich wie ein unsportlicher Rentner.

Je länger ich darüber wettere, wie sehr ich diese Haltungen hasse, desto mehr muss ich heimlich grinsen. Hey, es ist nur Yoga. Und ich habe eigentlich auch gar nichts gegen Rentner.

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