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5 Gewohnheiten, die schlechtgelaunte Leute haben

Von Kristin Rübesamen

Erleben wir in Deutschland gerade einen Bürgerkrieg, eine Hungersnot, eine tödliche Epidemie? Warum jammern und beschweren wir uns trotzdem so viel? Ganz einfach, weil es dem Leben eine Bedeutung geben kann. Außerdem verlangt chronische schlechte Laune eine gewisse Kunstfertigkeit. Gute Laune kann ja jeder haben!

Bevor wir dir die besten Strategien, um langanhaltend schlechte Laune zu haben, verraten, solltest Du folgenden Rat beachten: Damit man dir deine schlechte Laune glaubt, musst Du so tun, als wärst Du lieber glücklich. Du musst dich als unschuldiges Opfer darstellen, idealerweise von den Menschen, von denen du Mitgefühl und ein schlechtes Gewissen erpresst.

1.

Tue alles nur aus persönlichem Gewinnstreben. Solltest du doch mal versehentlich in die Tasche greifen, wenn dir ein Obdachloser begegnet, oder sich die Gelegenheit bietet, alte Stofftiere nach Syrien zu schicken, mach es nur, wenn man dich dabei beobachtet und hinterher dafür loben wird. Vergiss dabei nie, dass es in Wahrheit immer nur um dich geht, auch wenn du dich selbst hasst.

2.

Gib’ deinen Eltern die Schuld dafür, dass Du es nicht auf die Kunstakademie geschafft hast, koffeinabhängig bist und nichts von Geschichte weißt. Auch deine Lehrer, deine erste Liebe, dieser sadistische Busfahrer, der nicht auf dich warten wollte: Alle anderen sind schuld an deinem Elend. Und begonnen hat es, als man dich als Kleinkind einmal fünf Minuten alleine gelassen hat.

3.

Fürchte dich vor wirtschaftlichem Niedergang. Obwohl du noch keinen Tag deines Lebens hungern musstest, beschwöre ständig deine drohende Existenznot. So kannst Du, ohne dass es auffällt, deiner Obsession mit Geld nachgehen und deinen Geiz verbergen. Falls du vergisst, dass du kurz vorm Verhungern bist, stelle dir ein Flüchtlingslager vor und erinnere auch die anderen daran, wie gefährdet ihre Existenz ist. So wirst du bald alleine sein und noch mehr Grund zum Jammern haben.

4.

Mach ein Label dran: Du hast jeden Grund, schlecht gelaunt zu sein, denn du hast nicht nur Rückenschmerzen, eine Stauballergie, eine Depression und einen ignoranten Partner, du bist auch kein Morgenmensch, hasst öffentlichen Nahverkehr und wirst im Restaurant immer neben die Toiletten gesetzt. Denk bitte daran, immer die Schultern hängen zu lassen, ein langes sorgenvolles Gesicht zu ziehen und keinesfalls in Lachen auszubrechen. Bald werden deine Muskeln das ihre dazu tun, dass du noch mehr schlechte Laune bekommst.

5.

Suche Streit. Am besten mit jemanden, den Du liebst. Stelle ihn zur Rede, wenn er gerade im Aufbruch ist, in einer Besprechung, mit einer Sache beschäftigt, die ihm Spass macht, oder unterwegs mit Freunden. Erkläre ihm, dass Ihr reden müsst, dass Du die Nase voll hast und wirf ihm dann eine Menge grundsätzlicher Fehler vor, idealerweise Charakterdefizite. Sage mit hysterischer Stimme „immer“, „ignorant“, „ du hörst nie zu“ und zeige dich unbedingt physisch angeschlagen. Mache Listen mit den Defiziten deines Partners und lasse ruhig die Kinder einen Blick drauf werfen.

Wenn Du mit diesen Strategien nicht weiter kommst, warte mit steigender schlechter Laune auf unsere Fortsetzung und vergiss solange nicht: Schuld sind immer die anderen.

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