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Angst vor Veränderung? Ich auch
YogaEasy

Angst vor Veränderung? Ich auch

Von Kristin Rübesamen

Jetzt zum neuen Jahr kann es nur ein Thema geben: Nein, nicht die Steuererklärung, obwohl es auch ums Loslassen geht. Auch nicht ums Abnehmen, sondern um Veränderung. Warum fällt es uns so schwer, Veränderungen zu akzeptieren? Ich habe eine Theorie und für den Fall, dass ihr genauso erledigt seid wie ich, möchte ich euch nicht lange auf die Folter spannen. Wir mögen keine Veränderungen aus einem einzigen Grund: weil sie uns daran erinnern, dass wir sterblich sind. Wir verlieren den Job, die Tür zum Kinderzimmer ist auf einmal immerzu geschlossen, die Eltern werden klapprig, die Haare dünn, die Knochen mürbe. Wir flippen schon bei Kleinigkeiten aus, wir werden depressiv. Warum ein neues TAN-Verfahren, wenn wir doch eh bald ins Gras beißen?


Die YogaEasy Days 2020 – Gemeinschaft, Austausch, Inspiration

Vom 1. bis 3. Mai 2020 trifft Deutschlands Yoga-Community im 25hours Hotel HafenCity in Hamburg zusammen. Interessierte,  Neueinsteiger, Fortgeschrittene und Yogalehrer freuen sich auf gemeinsamen Tagen voller Herzlichkeit, Gemeinschaft, Austausch, Verbindung und Inspiration. Dich erwarten intensive Yogastunden, inspirierende Vorträge, tiefgehende Meditationen sowie tolle Workshops. Wir freuen uns auf dich!
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Als Yogis wissen wir um die Angst, die wir vor Veränderungen haben. Patanjali nennt sie Abhinivesha, übersetzt Todesangst. Diese Angst ist viel tückischer, als es den Anschein hat. Sie hindert uns daran, zu sehen, was wirklich ist. Sie zwingt uns, alles im Rückspiegel zu sehen. Sie sitzt uns im Nacken wie eine betonierte Halskrause und hindert uns daran, zu sehen, was wirklich ist, was jetzt gerade passiert, und vor allem, was noch vor uns liegt. Es ist die Angst vor Veränderung, die die Klimakonferenz in Madrid hat scheitern lassen. Diese Angst ist mächtig und gefährlich. Aus Angst klammern wir uns an die Illusion von Sicherheit. Also ob ein eigenständiges 5-Punkte-Gurtsystem beim Porsche den Fahrer vor einem Haschisch-induzierten Aufmerksamkeitsdefizit bewahrt. Sobald die Leute ihre Einkäufe nach Hause getragen und ausgepackt haben, ist sie wieder da, diese Leere, die nicht verschwinden will.

Die Angst vor der Einsamkeit

Eine meiner Töchter erzählte mir neulich, die meisten Menschen hätten so gut wie keine Freunde. Sie gehen zur Arbeit und danach nach Hause. That’s it. Die Angst vor Einsamkeit ist eine reelle Angst und, denke ich, noch stärker, weil weniger abstrakt, als die Angst vor dem Tod. Schütteln wir sie endlich ab. Verändern wir etwas. Es gibt Wichtigeres als Abnehmen. Abhinivesha heißt auch Selbsterhaltungstrieb. Wir werden es nur gemeinsam schaffen. Gehen wir jetzt sofort raus und laden die muffige Nachbarin zum Tee ein. Macht Partys! Feiert! Kocht und teilt und tanzt. Das rettet uns nicht vor dem Tod, aber es rettet unsere Seele. La vie est belle.

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