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Yoga als perfekte Ergänzung zum Sport
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Yoga als perfekte Ergänzung zum Sport

Von Alke von Kruszynski

Yogalehrer Patrick Broome trainiert die Fußball-Nationalelf

Patrick Broome hat in der VIP-Riege deutscher Yogalehrer Superstar-Status. Broome, der in Kalifornien aufgewachsen ist, war lange die Galionsfigur der europäischen Jivamukti-Yoga-Szene. Heute betreibt er zwei unabhängige Studios in seiner Wahl-Heimat München und bringt seit neun Jahren die Kicker der deutschen Fußball-Nationalelf in Yoga-Übungen wie den herabschauenden Hund, die Kobra und den Handstand.

Den Fußballern zur Seite gestellt hatte ihn 2006 Oliver Bierhoff, damals Teammanager neben Cheftrainer Jürgen Klinsmann. Beide praktizieren selbst regelmäßig Yoga, ebenso wie etwa Philipp Lahm, Mario Götze, Trainer Jogi Löw oder auch Englands Fußball-Legende Ryan Giggs. Der läuft in der Trainer-Rolle sogar selbst noch auf den Rasen, wenn er meint, dass der Spielstand es verlangt. Ohne Yoga, sagte Giggs, wäre das nicht möglich. Gemeinsam mit seiner Yogalehrerin Sarah Ramsden hat Ryan Giggs sogar ausgewiesene Yoga-Trainingsprogramme für Athleten entwickelt.

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Yoga, lange als Mädchenkram belächelt, hat also die ultimative Männerbastion Fußball erobert. Und auch aus deutlich weiter entfernten Bewegungs-Galaxien mehren sich die Anzeichen, dass Yoga möglicherweise eine sinnvolle Ergänzung zum Training ist. Die exotischsten Kandidaten: Gewichtheben und Bodybuilding.

Ist Yoga Sport?

Ob Yoga überhaupt Sport sei, wird in Europa kaum noch laut diskutiert. Zwar halten viele Yogalehrer den Ansatz für falsch, Yoga zu praktizieren, um Fitness und Figur zu verbessern. Ihre Schüler sollten den Fokus eher auf die Art zu denken, zu fühlen und zu sein legen. Und nicht auf Äußerlichkeiten. Allerdings lässt die Wirklichkeit der Kursangebote wenig Raum für Spekulationen. Der traditionelle Hatha-Yoga-Weg inklusive Asanas und Bewegungsabläufen, Atem-, Reinigungs- und Konzentrationsübungen, Meditation und Selbsterforschung ist für viele 90-minütige Yogaklassen zu komplex. Wer die Yoga-Pfade ernsthaft beschreiten will, muss sich eher in Retreats oder „Immersions“ mit ausgesuchten Fokusthemen einbuchen.

Mehr als 100 neue Stile, entstanden vor allem in den USA und Europa, haben in den vergangenen zehn bis 15 Jahren unser Bild von Yoga dramatisch verändert. Aus der Räucherstäbchen-Nische verhuschter Orientierungssuchender hat sich die indische Bewegungslehre vor langer Zeit verabschiedet und trabt munter Richtung Muckibude. Wo sie nicht völlig falsch ist, denn als Bewegungslehre, die Körper und Geist ganzheitlich adressiert, beeindruckt Yoga mit einer Reihe positiver (Neben-)Effekte.

Yoga hält nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fit

Eine kontinuierliche Yogapraxis sorgt schnell für spürbare, alle Körpersysteme betreffende Effekte. Ein optimiertes Lungenvolumen und gute Körperkontrolle. Fokus, Ausdauer, Balance und Erdung. Flexibilität, Geschmeidigkeit, Koordination und Achtsamkeit. Stärkung von Wirbelsäule, Tiefenmuskulatur. Gesunde Gelenke und eine allgemeine Stabilisierung der Körperstatik (Muskeln, Knochen, Fasziengewebe). Innere Ruhe, mental wie physisch. Kaum eine andere sportliche Disziplin kann all diese Eigenschaften in sich vereinen. Und die medizinischen Effekte von Yoga sind da noch gar nicht erwähnt: Hormonbalance, geringere Asthma-Komplikationen, ein gesunder Blutdruck, ein stabileres Immunsystem, weniger Rückenprobleme oder besserer Schlaf. Die Idee, Sport mit Yoga zu kombinieren, ist also aus vielerlei Gründen gut.

Eine Eigenschaft des Yoga schließlich dürfte jeden Sport treibenden Menschen ansprechen: die geistige wie körperliche Entspannung. Das hätten, so Patrick Broome, seine Fußball-Yogis schnell erkannt. „Die Spieler sagen, dass Yoga ihnen guttut. Es hilft ihnen runterzukommen, sie fühlen sich wohl in ihrer Haut und in ihrem Körper.“ Eine der großartigsten Asana, um das in Vollendung zu erleben, ist die Totenstellung (Shavasana), die am Ende jeder Yogasequenz nicht fehlen darf. Hier fließt die aktivierte Lebensenergie (Prana) durch alle Energiebahnen (Nadis), um die Effekte des Yoga in jede Körperzelle zu transportieren.

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