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Die tibetische Konstitutionslehre
Linus Mimietz auf Unsplash

Die tibetische Konstitutionslehre

Von Lukas Maron

Bereits im 8. Jahrhundert wurden ausgesuchte Behandlungen der wichtigsten traditionellen Therapiemethoden Asiens mit den tibetischen zu einem neuen eigenständigen System vereint – der tibetischen Konstitutionslehre. Darunter sind Elemente des indischen Ayurveda, der traditionellen chinesischen Medizin sowie aus der persischen Unani-Medizin, die ihren Ursprung in der griechisch-römischen Antike hat, zu finden. So verfolgte die damals gegründete tibetische Konstitutionslehre als erste Lehre den „integrativen Ansatz“. 

Die alten Rezepturen-Sammlungen der Tibeter haben bis heute Gültigkeit, und die dort beschriebenen Kräuterrezepturen werden nach wie vor mit Erfolg eingesetzt. Die theoretischen Grundlagen sind den ayurvedischen sehr ähnlich. Das erklärende Tantra (Gyüshi), die Embryologie, Physiologie sowie die Krankheitszustände sind weitgehend deckend mit den ayurvedischen Texten. Die größten Unterschiede bestehen in den diagnostischen Methoden, den religiösen Grundlagen, den jeweiligen Arzneibüchern und den Rezepturen. Die tibetischen Rezepturen haben sich insbesondere bei chronischen Beschwerden erfolgreich durchgesetzt. Sie sind so besonders, weil die Wirkmechanismen der einzelnen Pflanzen sich gegenseitig unterstützen und so auf verschiedenen Ebenen im Körper Impulse setzen können.


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So gibt es Rezepturen wie die Verdauungsformel „Se ‘bru 5” aus Granatapfel, Kardamom, langem Pfeffer, Zimt und Galgant, die nur in den tibetischen Schriften vorkommt. Die einzelnen Pflanzen hingegen werden aber in beiden Systemen beschrieben. Auch ayurvedische Ärzte nutzen diese tibetische Rezeptur gerne, da es in ihrer Lehre nichts Vergleichbares gibt.

Pulsmessen

Die Pulsdiagnose nach der tibetischen Tradition scheint älter zu sein als das ayurvedische Gegenstück und nutzt die fünf Phasen der chinesischen Medizin (Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz), um Verbindungen zwischen den inneren Organen und den äußeren Jahreszeiten herzustellen. Außerdem gibt es auch Unterschiede in der Urinanalyse und bei einigen Behandlungsmethoden.

Die Prinzipien der Körperenergien

Was die Grundlagen angeht, verwenden beide Traditionen die gleichen Elemente als Bausteine für die drei Prinzipien der Körperenergien (Doshas). Die fünf Elemente Luft, Feuer, Wasser, Erde und Raum werden durch ihre physikalischen Eigenschaften charakterisiert. Erde beispielsweise ist schwer, fest, stumpf, glatt, ölig und trocken.

Anhand der Elemente werden der Geschmack und die Eigenschaften der Nahrungsmittel sowie von Kräutern und Pflanzen charakterisiert. Die Wirkeigenschaften der tibetischen Rezepturen werden über den Einfluss der enthaltenen Pflanzen und Mineralien auf die drei Prinzipien erklärt.

5 Elemente

Die 3 Prinzipien der tibetischen Konstitutionslehre

  • Lung (übersetzt als Wind, aus dem Element Luft)
  • Tripa (Galle oder Hitze aus dem Element Feuer)
  • Beken (Schleim, bestehend aus Wasser und Erde).

Lung steht für das bewegende und Tripa für das wärmende Prinzip. Beken spiegelt den stabilisierenden und kühlenden Aspekt im Organismus wider. Das Element Raum gilt als das alles durchdringende und verbindende Element, es hat deshalb keine direkte Zuordnung zu einem der drei Prinzipien.

Als Ursache von Ungleichgewichten der drei Prinzipien und Beschwerden werden die drei Geistesgifte Gier (Lung), Hass (Tripa) und Ignoranz (Beken) beschrieben.

3 Prinzipien: Lung, Tripa und Beken und ihre Entsprechungen

 

Charakteristika der drei Grundtypen der tibetischen Konstitutionslehre

  Lung Tripa Beken
Wissenschaftliche Umschreibung    Biologische Steuerung Biologische Energie Tragende Substanz

 

Übersetzung Deutsch

Wind* Galle*(griech: Chole)

Schleim*(griech: Phlegma)

Dazugehörige Elemente

Luft Feuer Erde / Wasser
Funktion im Körper Gedanken und Vernunft (Geist), Aktivität des Nervensytems (vermittelt zwischen Körper und Geist),Bewegung, Blutkreislauf, Atmung, Ausscheidungsvorgänge, Fantasie

Regulation der Körperwärme, abbauend, Energiegewinnung, Hunger, Durst, Verdauung und Nahrungsumwandlung, Mut und Wille, Sehkraft

Strukturelle Grundlage des Körpers (Skelett etc.), aufbauend, Schlaf, Körper-flüssigkeiten, verbindet Gelenke, Geschmeidigkeit des Körpers, Geduld

*Die wörtliche Übersetzung entspricht nicht den in unserem Sprachgebrauch verwendeten Bedeutungen.

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