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Bild: istockphoto.com

Pranayama bei Allergien

Von Anna Trökes

Allergien nehmen zu

Wir wissen heute, dass allergische Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten beträchtlich zugenommen haben. Das mag zum einen damit zusammenhängen, dass die Belastung in der Luft mit Feinstaub teilweise dramatisch zugenommen hat. Aber ganz sicher hat es auch – vielleicht sogar vor allem – damit zu tun, dass immer mehr Menschen unter chronischem Stress leiden. Reizüberflutung, Multitasking, zunehmende Beschleunigung und Hast, eine Schnelllebigkeit, die bewirkt, dass wir alle immer wieder uns selbst hinterherhecheln, schwächt auf die Dauer nachhaltig unser Immunsystem. Und das ist nun mal zuständig dafür, das, was uns an äußeren Faktoren wie Staub, Pollen, Elektrosmog, usw. reizt, in Schach zu halten.

Stress verstärkt Allergien

Alles, was uns stresst, ruft in unserem Körper eine neuro-endokrinologische Reaktion hervor. Zuerst reagiert unser Nervensystem auf den Stressor. Der sympathische Ast des vegetativen Nervensystems wird aktiviert (= neuro) und ruft blitzschnell eine hormonelle Reaktion (= endokrinologisch) hervor. Im Rahmen solch einer Stress-Reaktion wird unser Immunsystem weitgehend deaktiviert. Wenn der Stress nicht aufhört und wir uns von ihm nicht ausreichend erholen können, dann wird unser Immunsystem geschwächt. Es beginnt erst wieder voll seine Aufgaben zu übernehmen, wenn wir zu Ruhe kommen.

Sobald unser vegetatives Nervensystem merkt, dass wieder Ruhe einkehrt, deaktiviert es den Sympathikus und aktiviert seinen Gegenspieler, den Parasympathikus. Unter dem Einfluss dieses Astes unseres Vegetativums wird Erholung, Reparatur und Heilung möglich.

Pranayama gegen Allergien

Die Methoden des Yoga geben uns die Möglichkeit, ganz gezielt unseren Parasympathikus zu aktivieren. Am direktesten und leichtesten geht das vermittelt durch den Atem.

Jeder Einatem bewirkt eine ganz dezente Aktivierung des sympathischen Nervensystems, eine leichte Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz.

Jeder Ausatem dagegen bewirkt eine ganz dezente Aktivierung des parasympathischen Nervensystems, eine leichte Absenkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz.

Das bedeutet, dass jede Asana-Praxis oder Atemtechnik, die die Ausatmung begünstigt, uns automatisch parasympathisch einstimmt.

Dazu reicht es schon, leise und natürlich einzuatmen und bei jeder Ausatmung zu summen, OM zu tönen oder einen Vokal zu nutzen, am besten »S«, »SCH«, »F« oder »W«. Wenn Du Ujjayi – die Atmung mit dem Reibelaut – kennst, könntest Du auch leise einatmen und eine Weile mit leisem, feinen Ujjayi ausatmen.

Aber auch Ujjayi-Atmung im Ein- und Ausatmung wirkt auf das parasympathische Nervensystem, und zwar durch das leise (!), gleichmäßige Rauschen des Atems.

Wechselatmung

Ein weiteres Pranayama steht im Ruf, sehr gut und nachhaltig bei Allergien wie z.B. Heuschnupfen Erleichterung zu verschaffen, und zwar die Wechselatmung. Warum das so ist, wurde noch nicht genau erforscht. Ich vermute, die hauptsächliche Heilwirkung hängt damit zusammen, dass die Wechselatmung (Nadi Shodhana Pranayama) genau wie Ujjayi oder die Akzentuierung der Ausatmung wieder eine vegetative Balance ermöglicht.

Kapalabhati

Schließlich sei noch auf Kapalabhati (»Schädelleuchten«) hingewiesen. Dabei handelt es sich um eine Atmung, die im Yoga – je nach Tradition – sowohl den Reinigungsübungen als auch den Pranayamas zugerechnet wird. Bei Kapalabhati atmen wir über einen längeren Zeitraum schnell und aktiv aus (ähnlich wie beim Schneuzen). Dadurch kommt es zu Verwirbelungen der Atemluft, die helfen, die Nebenhöhlen stark zu durchlüften und zu reinigen. Gleichzeitig werden die Schleimhäute besser durchblutet.

Hilfreich bei Allergien: Nasenspülung

Noch eine weitere Hatha-Yoga-Übung hilft, Beschwerden bei Heuschnupfen zu lindern, und zwar die Nasenspülung (Jala Neti). Dabei wird mit einem speziellen Schnabelkännchen, dem Neti-Kännchen, Salzwasser durch die Nasengänge gespült. Das reinigt, stärkt die Durchblutung und härtet ab, wenn wir im Wechsel heiß und kalt spülen.

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