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Bildquelle: Istockphoto.com

Unsportlich, mollig und unbeweglich? Perfekt!

Von Katharina Goßmann

Ich bin mollig, verspannt und unsportlich

Wenn ich mich beschreiben müsste, würden die Worte „schlank“, „beweglich“ und „sportlich“ nicht vorkommen. Ich liebe eben Süßes, bin eher der nervöse, stressanfällige Typ und hatte im Schulsport Angst vor Bällen, Balken, Böcken - und vielem mehr. Deshalb habe ich mich auch jahrelang im Fitness-Center auf dem Stepper und an Kraftmaschinen gequält, das war schön anonym und Körpergefühl brauchte ich dafür auch nicht. Dafür hatte ich das Gefühl, ich tue was für meine Figur und meine Gesundheit.

Erste Yoga-Schritte

Vor allem aus Neugier (und weil so viele Stars mit toller Figur Yoga machten) bin ich dann irgendwann in eine Yoga-Stunde meines Fitness-Centers gegangen. Wohl fühlte ich mich dabei nicht. In den ersten Reihe schlanke, überflexible Schönheiten, die meisten kannten sich und führten Yoga-Fachgespräche. Statt einer Yoga-Matte hatte ich mir fälschlicherweise eine zu kurze Fitness-Matte gegriffen und mich damit als Neuling geoutet. Noch schlimmer war es, als die Stunde anfing: Es erschien mir absolut unmöglich, den Atem mit der Bewegung zu koordinieren. Und dann der Sonnengruß! Ich verriss mir meinen Nacken, weil ich ständig guckte, was die anderen da machten und hetzte völlig hysterisch durch die für mich undurchschaubare Abfolge.

Yoga-Glück

Nach der Stunde allerdings fühlte ich mich irgendwie völlig euphorisiert – voller Energie und total glücklich. Von da an ging ich immer öfter zum Yoga. Natürlich waren diese Fitness-Center-Stunden nicht optimal: es wurde zu wenig erklärt, zu wenig korrigiert und im Vergleich zu einem Yoga-Studio wurde wenig Wert auf Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper gelegt. Ich verriss mir immer wieder Muskeln oder es zwackte im unteren Rücken, und mein Ego litt immer wieder schwer daran, dass ich verglichen mit anderen „nichts konnte“. Jedenfalls kam es mir so vor.

Warum ich trotzdem dabei blieb und bald nur noch zum Yoga und gar nicht mehr auf die Kraftmaschinen ging? Damals hätte ich wahrscheinlich gesagt: „Weil meine Figur schon viel besser ist und mir mein Nacken nicht mehr so weh tut.“ oder so. Heute weiß ich, dass mir Yoga schon damals, als ich nur ein Mal pro Woche übte und noch unendlich viele Haltungsfehler machte, auf allen Ebenen gut tat. Als verkopfter Mensch war es für mich ein Genuss 60 Minuten nur meinen Körper zu spüren. Mein Dauerstress fiel dadurch wie ein tonnenschwerer Stein von mir ab. Und jedes Mal wenn uns die Lehrerin ermunterte, unseren Füßen dankbar zu sein für die tolle Arbeit, die sie täglich leisteten, merkte ich, dass meine schwierige Beziehung zu meinem Körper neue, positive Züge bekam.

Diese freundschaftliche Annäherung an meinen Körper veränderte im Laufe der Zeit einiges: Für viele Haltungen kenne ich jetzt die Variationen, die für mich geeignet sind und habe so viel mehr Freude am Üben. Ich kann mich mittlerweile auch besser auf mich selbst konzentrieren. Statt mich zu vergleichen nutze ich die Zeit, um in meinen Körper hinein zu fühlen. Viele Haltungen wurden so von einer Quälerei zu einem echten Vergnügen. Das Beste aber war, dass ich nach etwa einem Jahr deutlich merkte, wie ich immer stärker, stabiler und mutiger wurde. Und zwar nicht nur beim Yoga, sondern in allen Bereichen meines Lebens!

Yoga ist für alle da

Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich mir sicher: Je unsportlicher, dicker, verspannter Du bist, umso glücklicher wird Dich Yoga machen. Das Argument „Ich bin viel zu unsportlich, um Yoga zu machen.“ zieht einfach nicht - schließlich würdest Du ja auch nicht sagen: „Ich bin heute viel zu dreckig, um mich zu duschen.“

Natürlich sind die ersten Schritte immer die schwierigsten. Aber such' Dir doch ein Yoga-Studio, das auf Anfänger spezialisiert ist und mach' dort einen Anfänger-Kurs. Noch wichtiger ist natürlich, dass Du Dich dort wohlfühlst. Schließlich soll Dir Deine Yoga-Praxis Spaß machen.

Und dann sei achtsam mit Dir! Beim Yoga gilt nicht: Viel hilft viel. Wenn Du Dich – statt Dich in Positionen zu quälen - entsprechend Deiner Möglichkeiten liebevoll forderst, wirst Du Verletzungen vermeiden und schnell merken, wie gut Dir Yoga auf allen Ebenen tut.
Okay, ein bisschen Einsatz musst Du dafür zeigen – aber ich bin mir sicher, Du bist es Dir wert.