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Bildquelle: Istockphoto.com

Yoga und Ernährung: Alles über Paleo

Von Nadja Polzin

Laut populärer Meinung sind Yoga und Paleo nicht gerade ein Traumpaar. Dabei passt nichts besser zusammen als Yoga und die „Steinzeit-Diät”. Denn die Zeiten ändern sich, und – so wie unsere Gesellschaft – werden auch Yoga und Paleo offener für Variationen und die Vielfalt des Lebens. Strikte Dogmen sind den meisten Menschen ohnehin zu anstrengend. Deshalb beleuchten wir im folgenden die Facetten der Paleo-Ernährung, die in vielen Medien häufig vergessen werden. Bei der Paleo-Ernährung, auch als Steinzeit-Diät bekannt, geht es nämlich keinesfalls in erster Linie um eine „Fleischfresser-Diät”, doch dazu gleich noch mehr.

Woher kommt Paleo?

Paleo, oder auf Deutsch auch Paläo, ist die Abkürzung für Paläolithikum, dem Fachbegriff für die Altsteinzeit. Die Altsteinzeit endete vor rund 10.000 Jahren und wurde im Zuge der neolithischen Revolution durch den Beginn der Sesshaftwerdung des Menschen und der Landwirtschaft abgelöst. Die Freunde der Paleo-Ernährung gehen davon aus, dass der Mensch in der Natur als Jäger und Sammler seine optimale Ernährung gefunden hat, die ihn über einen Zeitraum von 2,5 Millionen Jahren zu dem gemacht hat, was er heute als Spezies ist. Als Grundlage für die Paleo-Ernährung dienen archäologische und anthropologische Forschungen, die uns heute darüber Auskunft geben, welche Lebensmittel unsere Vorfahren in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu sich genommen haben.

In den 70er-Jahren postulierte der amerikanische Wissenschaftler Dr. Loren Cordain, dass eben diese Jäger- und Sammler-Ernährung die evolutionsbiologisch sinnvollste Ernährung für den Menschen darstellt. Er begründete damit die Paleo-Bewegung, die in den vergangenen 15 Jahren – vor allem durch Impulse aus den USA – an Fahrt aufnimmt. Dabei ist der Gedanke nicht neu. Bewegungen wie Paleo gab es insbesondere nach dem Beginn der Industrialisierung immer wieder, wenn Menschen feststellten, dass chronische Krankheiten sich ausbreiten.

Letztlich geht es bei der Paleo-Lebensweise nicht darum, wie in der Steinzeit zu leben, sondern die Prinzipien eines artgerechten Lebensstils mit den heutigen Mitteln umzusetzen. Neben dem Essen geht es bei Paleo auch um Lebensstilfaktoren wie Entspannung und Regeneration, Naturerlebnisse, Bewegung, Licht- und Lärmeinflüsse sowie vieles andere mehr. Die Bewegung greift dabei vieles an altbekanntem Wissen aus der Naturheilkunde, der traditionellen chinesischen Medizin und dem Ayurveda wieder auf.

Auf die einzelnen Lifestyle-Faktoren gehen wir an dieser Stelle nicht ein, sondern zeigen nur auf, wie Paleo auf dem Teller bedeutet.


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Welche Lebensmittel dürfen verzehrt werden?

Der Kern der Paleo-Ernährung ist der Verzicht auf alle Lebensmittel, die erst im Zuge der neolithischen Revolution in größeren Mengen Einzug auf unseren Speiseplan gehalten haben. Dazu gehören insbesondere moderne, industrielle Fertiglebensmittel, aber auch einige landwirtschaftliche Produkte wie Getreide, Zucker und Milchprodukte.  

Gegessen werden dürfen aus möglichst biologischem Anbau und artgerechter Zucht:

  • Gemüse (Ernährungsgrundlage)
  • Obst
  • Eier
  • Nüsse und Samen
  • Fleisch und Innereien
  • Fisch und Meerestiere
  • einige pflanzliche und tierische Fette wie Kokosöl, Olivenöl, Schmalz usw.
  • Kräuter
  • Gewürze

Vermieden werden sollten:

  • jegliche Fertiglebensmittel (alles, was eine Verpackung hat)
  • Getreide und Pseudogetreide (z.B. Weizen, Roggen, Buchweizen...)
  • Hülsenfrüchte (z.B. Soja, Erdnüsse, Linsen...)
  • Milch und Milchprodukte (z.B. Käse, Joghurt...)
  • Zucker und Zuckerersatzprodukte

Entscheidend ist hierbei aber, dass Paleo kein Dogma ist, sondern eine Art Blaupause, die jeder Mensch nach seinen Bedürfnissen anpassen darf und sollte. Wir Menschen bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse mit. Das sollte sich immer in der individuellen Ernährung widerspiegeln. Der Kern der Sache ist der Verzehr möglichst unverarbeiteter, echter und naturnah produzierter Lebensmittel – so gut, wie es in unserer aktuellen Welt eben geht.

Paleo-Ernährung: Welche Abstufungen gibt es?

Seit der ersten Beschreibung der Paleo-Ernährung als Ernährungsform hat sich viel getan. Viele Menschen haben festgestellt, welche gesundheitlichen Vorteile ihnen die Paleo-Ernährung bringt und sie anschließend ihren Bedürfnissen angepasst. So gibt es mittlerweile neben einzelnen spezialisierten Formen wie dem Paleo-Autoimmun-Protokoll auch vegetarische und selbst vegane Paleo-Modelle, die in einzelnen Lebensmittelgruppen andere Überzeugungen vertreten. Alle eint letztlich jedoch der Verzicht auf glutenhaltiges Getreide und auf Milchprodukte sowie Zucker und Fertiglebensmittel.

Wem nützt die Paleo-Ernährung?

Da ich persönlich davon ausgehe, dass unsere Ernährung die essenziellen Bausteine für unseren Körper liefern und ihn dabei nicht belasten sollte, gehe ich davon aus, dass die Paleo-Ernährung in der ein oder anderen Form jedem nützt, der sich und seinen Körper schätzt und ihn gesund erhalten möchte.

Ganz besonders eignet sich das Paleo-Konzept zur Unterstützung bei sämtlichen chronischen Erkrankungen, die mit einem erhöhten Entzündungsniveau im Körper einhergehen. Auch eine erhöhte Infektanfälligkeit, Allergien und Unverträglichkeiten können mit Paleo effektiv unterstützt werden. Ein artgerechtes Leben hilft unserem Immunsystem, balanciert es gezielt aus, sorgt für ein gutes Miteinander mit unserem Mikrobiom und entlastet es von den Herausforderungen unserer Zeit. Für mich führt an diesem Lebensstil kein Weg vorbei, wenn wir frei sein wollen von chronischen Erkrankungen und Medikamenten.