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Steckt genug Yin in dir?
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Steckt genug Yin in dir?

Von Daniela Hutter

Nicht nur die Männer sind verunsichert, auch Frauen  kämpfen mit ihrer Rolle, nicht dagegen die Firmen. Sie werben mit Feminismus. Werben nennen es „Femvertising“.  Grund für uns, Daniela Hutter zu fragen, wie sie „Frausein” definiert.

„Die Frau der neuen Zeit ist die Mutter der neuen Zeit”. Wirklich?

Dem halte ich entgegen. Mit allem was ich bin. Dabei ist der Satz von mir. Als dreifache Mutter assoziierte ich die Botschaft mit Kinder und „Kinder der neuen Zeit“ entsprach als Thema vor 10 Jahren dem Zeitgeist. Doch mit meinem Gedankenweg geriet ich in eine Sackgasse. Die Botschaft war eine andere, dies spürte ich intuitiv. Ich wollte „wissen“. Googelte und fand fast nichts. Wie ist man eine Frau?  Und zwar in allen Bereichen meines Lebens, meiner Beziehung, meiner Familie, meines Berufes.

Auf der Suche nach etwas Verborgenem

Als Coach und Seminarleiterin, als die ich damals schon fast ausschließlich mit Frauen arbeitete, wusste ich darum, dass viele Frauen dasselbe innere Gefühl in sich trugen: ein Empfinden einer inneren Leere, einer inneren Sehnsucht, nur, wonach?  Es schien, als ob Frauen etwas Verborgenes in sich tragen, dass sie noch nicht oder nicht mehr kannten.

Ich begann in der Historie und im Leben von Frauen zu forschen. Ich verglich ihre persönlichen Schicksale mit der Geschichte und erkannte Parallelen: Frauen fühlen sich in einer Art Ohnmacht und von ihrer Kraft getrennt. Die Historie zeigt, jahrhundertelang wurden Frauen ganz bewusst von Mächten denunziert, die Stellung der Frau und das Bewusstsein der weiblichen Kultur entwertet.

Und heute? Wir finden uns in einem Zeitalter der Technik, der Wissenschaft und des Forschens. Alles erscheint analysierbar, erklärbar, beweisbar. Die Dynamik der Zeit ergreift uns in einem Prozess von schneller, weiter, höher. Kosten werden optimiert, Gewinne maximiert. System erhält den Vorrang vor dem Menschen, Mensch passt sich ans System und verliert. Allem voran die Verbindung zu sich selbst – und hin zu unserem Planeten Mutter Erde.

Yin, regiert von Yang, reagiert als Yang

Die Dynamik des Geschehens ist ein Ausdruck des Yang: Geschwindigkeit, Technisierung, Aktion, Wissen, Innovation, Hierarchien, Wettbewerb, Konkurrenz. „Das Milieu prägt den Zellkern“, formuliert es Bruce Lipton. Für Frauen bedeutet es, als einzelne Frau (als Zellkern) werden sie von ihrem Umfeld (Milieu) beeinflusst. Die Energien des Yang wirken auf ihr energetisches Feld, das Yin. Und durch die Übermacht des Yang passt sich ihr Energiefeld an, reagiert als Yang.

Auch wenn wir, Frau oder Mann, alle eine innere Frau und einen inneren Mann in uns tragen, seit der Evolution gilt es für die Frau das Yin zu repräsentieren, und für den Mann das Yang. Aus meiner Sichtweise in der energetischen Struktur. Wenn das Milieu nun prägt und die Frau in ihrer energetischen Struktur das Yang annimmt, dann fehlt ihr Yin in der natürlichen Ordnung unserer Gesellschaft.

Weiblicher Werte verlieren ihren Platz

Die Auswirkungen sind leicht zu sehen: die Menschheit verliert die Verbindung zum Menschen. Sie werden zu Faktoren in Unternehmen, ihre Arbeit dient der Gewinnmaximierung. Dies um jeden Preis. Hin zur Erschöpfung. Weibliche Werte scheinen ihren Platz zu verlieren: Mitgefühl, Stille, Innehalten, Ruhen, Miteinander, Harmonie, Verbindung, Tradition und Natürlichkeit. Damit geriet die Welt in eine Dysbalance. Es ist an der Zeit – für eine neue Zeit.

So ist es der Zeitgeist, der hin zum Weiblichen atmet. Der an das Yin erinnert. Und damit sind die Frauen gerufen. Denn der weibliche Weg als der Weg des Yin ist ein fühlender (yin) Weg, der in die Tiefe (yin) führt und in der eigenen Tiefe die Verbindung (yin) sucht: den Kontakt mit dem weiblichen Bewusstsein.

Anzeichen, wie du erkennst, dass dein „Frausein” nach mehr Yin verlangt

Yin und Yang, eines existiert durch das andere. Sind die beiden Energien in Einklang, verschmelzen sie. Aus dieser Vereinigung ergibt sich eine neue kraftvolle Energie. Sind sie allerdings in Ungleichgewicht oder wird im Leben des Alltags nur eine forciert, entstehen Störungen und Komplikationen. Der harmonische Tanz des Miteinander misslingt, Trennung geschieht.

Stelle dir folgende Fragen:

  • Du spürst eine innere Leere oder eine innere Sehnsucht nach dir?

Du kannst es nicht konkret beschreiben. Es wartet etwas Neues,  denn es fehlen uns noch die Rollenbilder für ein neues modernes weibliches Bewusstsein. Was wir kennen ist die Bewegung der Emanzipation der 60er- und 70er-Jahre. Wegweisend und wichtig war sie uns allemal, durchaus. Dennoch hat es zu viele Frauen dahin geführt, dass sie bessere Männer geworden sind oder sein wollen. Fehlende Identität, innere Leere und Hunger nach sich selbst bleiben dennoch.

  • Du meinst, du kannst nicht mit Frauen?  Eine Gruppe von Frauen erzeugt in dir ein Gefühl der Ablehnung. Die Vorstellung mit einer (größeren) Frauengruppe unterwegs zu sein, lässt dich erschaudern.
     
  • Du trägst einen Groll gegen das Männliche in dir, kannst richtig wütend werden ob der Themen von Mann und Frau, und lehnst das Männliche mehr oder weniger ab?

Auch auf der körperlichen Ebene drückt sich der energetische Überschuss von Yang aus:

  • Du kannst nicht gut (ein-)schlafen, hast unruhige Träume und wachst nachts immer wieder auf?
  • Du bist sehr ängstlich, schreckhaft oder zittrig?
  • Du leidest unter Ohrgeräuschen?
  • Deine Gelenke schmerzen, Knochen sind spröde, der Rücken schwach?
  • Dir fehlt die Lust am Sex? Dein Orgasmus fehlt oder ist nur flüchtig?

8 Tipps für mehr Yin in deinem Alltag

Zunächst gilt es zu wissen, dass unser Körper nach dem homöostatischen Prinzip funktioniert. Er tut stets sein Bestes auszugleichen, Krankheit zu vermeiden und Balance zwischen den Qualitäten wieder herzustellen, auch hinsichtlich der Struktur des Yin & Yang. Es braucht nicht, dass eine Frau rein nach Yin tickt – wohin kämen wir ohne die Qualität des Yang? Des Denkens, Konzeptionierens, Tuns, Machens, Planens, Organisierens, Umsetzens. In gleichen Anteilen inneres Yin & Yang leben und nähren ist ausreichend ausgewogen für dein gesundes Yin. Dazu gilt es auch um das Yin „zu wissen“  und seinen Alltag einem yinischen Flow zu übergeben. Doch „Wissen bedeutet Verantwortung“ und will dann in dein alltägliches Leben authentisch und wahrhaftig gelebt integriert werden.

  1. Anspannung ist Ausdruck des Yang. So gilt es zu wählen, was immer uns in eine Entspannung führt, auch auf Muskelebene. Entspannung (yin) erlaubt Öffnung (yin), und wenn wir offen sind, können wir „empfangen“ (yin). Dies gilt für den intimen Tanz der sexuellen Liebe ebenso wie jeden kreativen Prozess des Werdens.   Meditation und  Stille öffnen uns dem Yin. Entspannte Körpereinheiten wie einige Yogstile (Yin Yoga, Chi Yoga, Tri Yoga, Moon Yoga u.a.) oder Qi Gong ebenso.  Für alle anderen Sportarten gilt „Genuss vor Leistung“, Muskelarbeit ist eher zu reduzieren.
  2. In der Natur begegnen wir Mutter Erde, und mit ihr dem Wesen des Yin. „Milieu beeinflusst den Zellkern.“ Man weiß darum, dass der Mensch sich in der Natur entspannt (yin), innerlich zur Ruhe (yin) kommt.  Eine besondere Empfehlung: zieh‘ deine Schuhe aus. Fühle und erlaube dir den Kontakt zu Mutter Erde, setz dich unter einen Baum, leg dich in die Wiese und genieße…
  3. Wasser ist das Element, das das Weibliche repräsentiert. Deshalb ist der Aufenthalt am Meer, am See oder am fließenden Gewässer für die Frauen eine solche Wohltat. Das Wasser sucht stets den Weg in die Tiefe. Dies ist auch das Wesen der Frau. Auch hier sind Meditation, Stille und Reflektion Möglichkeiten um dem Yin den eigenen Raum zu öffnen.
  4. Jeglicher kreativer Ausdruck ist weiblicher Aspekt der Schöpfung. Malen, Schreiben, Töpfern, Basteln, Backen, Kochen – jeglicher Entstehungsprozess, eingebettet in die Freude, ist ein yinischer Aspekt. In diesem Erleben nähren wir den Pool des Yin.
  5. Yin ist eine sich ausdehnende Energie, im Gegensatz zum Yang, das einem linearen Muster folgt. Yin bildet sich  in Kreisen und Wellen ab und erinnert damit an das zyklische Wesen der. Insbesondere ist der Mond – die Mondin (in allen romanischen Sprachen, ist das Wort ein weibliches) eine starke Kraftquelle für die Frauen. Mit Ritualen zu Neumond und Vollmond können wir die Energie des Yin verankern. Auch wenn wir unseren Alltag nach Zyklen ausrichten unterstützen wir die innere Balance von Yin und Yang. So harmoniert die Energie von Sonnenauf- und -untergang die inneren Anteile des Yin und Yang.
  6. Schlaf während der Nachtstunden schenkt Yin – und umgekehrt, Arbeit am Abend oder Nachts erschöpft das Yin umso mehr. Eigentlich nährt sich das Yin aus dem Yin, sprudelt wie eine unerschöpfliche Quelle. Es sei denn wir erschöpfen es über sinnleeres Tun oder übermässiges Tun (yang).
  7. Selbst mit der Ernährung können wir Yin & Yang Qualitäten stärken bzw. schwächen. So weiß man darum, dass Fleisch, Alkohol, Zucker und Weißmehl das Yin schwächt. Gemüse im allgemeinen, Avocados, Kürbis, Melone, Beeren, schwarzer Sesam u.a. das Yin nährt. Die Lehre des Kochens nach TCM reicht uns dazu ausführlich Anleitung. 
  8. Wenn das Körperliche (für welches das Yang steht) mit der Seele (Yin) eins wird, unterstützen die beiden einander, weiten den Horizont und eröffnen das neue Bewusstsein, das Veränderung bringt. Dies geschieht durch die Yoga-Praxis, die Körper, Geist und Seele vereint.

Yin schenkt den Frauen Wurzeln und Halt. Wenn Frauen den Weg des Yin wählen, wählen sie den Weg hin zu sich selbst. Wenn Frauen sich von ihrem Yin umarmen lassen, spüren sie die authentische Kraft aus ihrer innersten Essenz und erlangen damit ihre Vollmacht ihr Leben nach ihren Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten. Denn sie haben auch die Kraft sich von alten Bindungen, Prägungen und Glaubensmustern zu befreien.™ 

 

Mehr zum Thema Yin und Weiblichkeit erfahrt ihr im neuen Buch von Daniela Hutter "Das Yin-Prinzip", Goldmann Verlag

 

 

 

 

 

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