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Kontaktsperre? Jein
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Kontaktsperre? Jein

Von Kristin Rübesamen

Ostern ist eine Herausforderung dieses Jahr. Kriegen wir das hin, dass es nett wird mit der Familie, die uns schon die ganze Zeit über im Nacken sitzt? Kriegen wir es hin ohne die Großeltern, die wir nicht besuchen dürfen? Ohne die Ferien, die ins Wasser fallen? Ohne Ausflüge, Konzerte, Gottesdienst und Essengehen? Und was ist mit denen von uns, die keine Familie haben und sowieso schon Angst vor Feiertagen haben?

Allen sitzt die Angst im Nacken, vor dem, was schon da ist, und vor allem vor dem, was noch kommt. Sie steckt uns in den Knochen und breitet sich im Körper aus. Wer jetzt niemanden hat, der ihn in den Arm nimmt, hat es noch schwerer als sonst. Wer jetzt einsam ist, leidet mehr als sonst. Zum Glück gibt es etwas, das nicht ausverkauft ist, das du ohne Mundschutz bekommst, das dir endlos und jederzeit zur Verfügung steht: dein Körper. Er kann dir in der Krise helfen, wenn du ihm nur zuhörst.

Existenzielle Krisen haben nicht nur die Kraft, Gesellschaften wieder zueinander zu führen und alte Konflikte zu begraben. Eine Krise kann die Gräben auch vertiefen. Deshalb ist es jetzt besonders wichtig, den Kontakt zum eigenen Körper nicht zu verlieren und ihm besondere Beachtung zu schenken. Nicht aus der Warte seines Besitzers, der argwöhnisch nach Indizien für Schäden und Mängel sucht, sondern dankbar ist für alles, was gut funktioniert, und neugierig darauf, was der Körper so treibt in Zeiten der Isolation.

Der Schriftsteller Dostojewski sagt, der Mensch passe sich an alles an. Die Künstlerin Marina Abramowitsch, die einem breiten Publikum 2010 bekannt wurde, als sie während einer Performance im Museum of Modern Art in New York über Wochen regungslos dasaß und Besucher empfing, und die gerade in München festsitzt, sagt: „Einsamkeit macht kreativ.“


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Den Körper spüren gegen die Angst

Auch für uns Yogis schlägt jetzt die Stunde der Kreativität. Wie finden wir Halt? Wie stehen wir auf der Erde? Wo fühlt sich unser Körper schwer, wo leicht, wo behaglich, wo fremd an? Den eigenen Körper zu spüren, hilft bereits ab der ersten Sekunde, in der man in sich hineinspürt, gegen Angst und Unsicherheit. Zu spüren, wie sich die Bauchdecke hebt und senkt, wie die Sitzbeinhöcker aufsitzen, sich wirklich mit Haut und Haar darauf einzulassen, durch den Körper zu spazieren, zieht automatisch die Angst aus dem Herzen. Statt Enge und Beklemmung machen sich Weite und Ruhe im Brustraum breit. Man muss dazu kein wildes Übungsprogramm absolvieren, es genügt, sich ohne schlechtes Gewissen auszuruhen und zu berühren. Ob mit dem Atem oder den Händen, ist egal. Hauptsache, es wird intim, nicht im sexuellen Sinne (außer, man möchte das), sondern im Sinne tiefster Vertrautheit.

Diesen Kanal zu öffnen, diese Verbindung zu kultivieren, stärkt Gesundheit und Immunsystem und hilft uns ganz nebenbei auch, tatsächlich zu spüren, wenn etwas nicht in Ordnung ist.

6 Dinge, die du ausprobieren könntest:

  1. Es ist erst halb 9? Egal. Geh zur Abwechslung früh ins Bett. Du wirst dich wundern, wie gemütlich das ist.
  2. Du gehörst zu den Menschen, die nicht gerne telefonieren? Tja, vergiss es. Telefonieren ist systemrelevant. Also, mach dir eine Tasse Tee und ruf jemanden an.
  3. Du hast keinen systemrelevanten Job und leidest unter deiner Wertlosigkeit? Dann such in deiner Nachbarschaft das Corona-Hilfsnetzwerk und mach mit. Vielleicht plant ihr jetzt schon eine Party für danach.
  4. Du bist immerzu müde, obwohl du nichts machst? Dann ruh dich aus. Wahrscheinlich wird es höchste Zeit.
  5. Du willst auch eine neue Sprache lernen? Dann versuch es mit dem Studium von Sanskrit. Es ist sauschwer und wird dich auch über die nächsten Epidemien begleiten.
  6. Du hast bereits zum Äußersten gegriffen und alle Fenster geputzt? Dann schau aus dem Fenster und mach dich hinterher daran, jedes Detail qualvoll mit Buntstiften zu zeichnen. Hänge es in den Flur deines Wohnhauses und bitte um Spenden. Wer weiß, vielleicht bist du der neue Picasso? Und wenn nicht, haben die Nachbarn zumindest einmal gelacht am Tag.
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