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Bild: YogaEasy.de / iStockphoto.com

Instant Karma: Was bedeutet Karma eigentlich?

Von Madhavi Guemoes

Das Wort Karma klebt mittlerweile auf jedem Kräutertee und der Yogi von Welt trägt es dick gedruckt auf seinem körperbetonten Tank-Top. Karma - ein mysteriöses Wort. So omnipräsent wie Heidi Klum. Nur bei der Bedeutung scheiden sich die Geister. Was bedeutet eigentlich "Karma"?

„Karma“ kommt aus der Sanskritwurzel KRI und bedeutet zunächst einmal physische oder geistige Handlung oder Tat. In den vedischen Schriften steht, dass Karma die Summe unserer Handlungen ist, sowohl im Hier und Jetzt, als auch in „früheren Leben“. Heißt: Die Strafe für schlechtes Benehmen muss man nicht unbedingt sofort aussitzen, manchmal gibt es erst drei Leben später dafür Saures. Wann immer eine Handlung stattfindet, folgt eine Reaktion. Im klassischen Yoga spricht man von einem Kreislauf von "Ursache und Wirkung, der nie endet". Nichts kann geschehen ohne Ursache. All unsere Gedanken, Wünsche und Gefühle führen zu einer bestimmten Wirkung.

„Du säest eine Tag und erntest eine Gewohnheit. Du säest eine Gewohnheit und erntest einen Charakter. Du säest einen Charakter und erntest ein Schicksal.“ Swami Sivananda

Denken ist wahres Karma. Ein Gedanke sendet Schwingungen in die Welt und führt zur Handlung. Wenn der Geist im Zaum gehalten wird, indem er sich mehr den dienlichen Gedanken widmet, formt er  eine kraftvolle Persönlichkeit.

Interessant für uns Christen, Agnostiker, Weihnachtschristen und alle, die im Religionsunterricht nicht gepennt haben: Im Yoga ist übrigens jeder selbst für sein Karma verantwortlich. Da gibt es keinen Gott, der die Schlechten bestraft und die Tugendhaften belohnt und man am Ende im Himmel oder mürrisch in der Hölle landet. Es gibt Menschen mit einer Willenskraft so groß wie ein Fußballfeld, Menschen wie Buddha, Jesus oder Mutter Theresa - Sie werden immer dann als Beispiel genannt, wenn von Karma Yoga im Sinne vom „selbstlosen Handeln“ die Rede ist. Reinkarnationsanhänger erklären sich die Taten dieser Menschen damit, dass ihre Kraft sich in unzähligen Leben angesammelt hat, und ganz plötzlich ein spiritueller Gigant herausgekommen ist.

Es gibt drei Arten von Karma:

Sanchita Karma:

Mozart ist ein gutes Beispiel für das Sanchita Karma. Er ging schon mit sechs Jahren auf große Konzertreise, um die Menschen mit seiner Musik zu beglücken. Menschen wie Mozart haben offensichtliche Begabungen, Neigungen und Möglichkeiten aus ihren früheren Leben mitgebracht. Angesammeltes Karma sozusagen.

Prarabdha Karma:

Hier wird das Karma-Konto ausgeglichen und zwar unumgänglich. Wer im letzten Leben emsig Karma-Punkte gesammelt hat, kann jetzt die Früchte tragen. Oder muss bezahlen. Oha.

Agami Karma:

Das ist das Karma, dass wir jetzt ansammeln und das dem vergangenen Karma hinzugefügt wird. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Wir schaffen nur neues Karma. 

Ob wir nun an Wiedergeburt glauben oder nicht, und den meisten von uns, wenn wir ehrlich sind, wird es ein bisschen schwer fallen (auch wenn wir uns um den Abwasch im Ashram reißen, unbezahlt versteht sich) : Entscheidend an der Idee von Karma ist die Verantwortung, die wir für unsere Handlungen tragen. Ja sogar schon für unsere Gedanken, denn aus ihnen folgen Handlungen.

Halten wir also fest: Karma heißt, wir sind selbst verantwortlich für das, was uns geschieht, und auch für das, was uns in Zukunft passieren wird. Wenn alle diesen Gedanken wirklich ernstnehmen würden, würde es uns leichter fallen, die massiven Probleme durch Klimawandel und die Ausbeutung der Erde nicht der nächsten Generation zu überlassen.

Ein kleiner Trost zum Ende: Karma heißt auch, sein Bestes zu geben. Nur mit T-Shirts hat es wirklich nichts zu tun.

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