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Weibliche Gurus & spirituelle Persönlichkeiten
Tonu Deep auf Unsplash

Weibliche Gurus & spirituelle Persönlichkeiten

Von Christiane Eitle

Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel über inspirierende spirituelle Persönlichkeiten. Bei meinen Recherchen sind mir all die Klassiker über den Weg gelaufen: Mooji, Deepak Chopra, Eckhart Tolle, Jack Kornfield und natürlich der Dalai Lama. Einmal rund um den Globus querbeet durch alle Traditionen. Es ist nicht zu leugnen: Die spirituelle Welt wird in den „Führungsetagen” von Männern dominiert. Über die vermeintlichen Gründe wurde schon viel gegrübelt und philosophiert.

Dennoch hat es mich sehr stutzig gemacht. Die einzigen Frauen, die sich hier einreihen durften, waren die Amerikanerin Byron Katie und die deutsche Repräsentantin Laura Malina Seiler. Wo sind sie, die großen spirituellen Führerinnen, die leuchtenden Sterne, die uns den Weg zur Erkenntnis und Wahrheit weisen können? Denn ich weiß, dass es sie gibt. 

Auch wenn manche Traditionen behaupten, es bedeute schlechtes Karma, als Frau wiedergeboren zu werden. Es sei nicht möglich, in einem weiblichen Körper die vollständige Erleuchtung zu erlangen? Dagegen halten nicht nur die vielen buddhistischen Nonnen, die weltweit Dhamma-Zentren leiten, sondern auch der Dalai Lama höchstpersönlich. Er ist überzeugt, dass er auch als Frau wiedergeboren werden könnte – was lustig ist, denn bisher wurde nicht nach möglichen weiblichen Inkarnationen gesucht. 

Schon zu Buddhas Lebzeiten gab es erleuchtete Frauen

Wie rohe Diamanten bleiben erleuchtete Frauen meist unentdeckt. Sie streben nicht nach Anerkennung, weil sie in ihrem erleuchteten Wesen einfach ruhen. Ihre Erleuchtung bleibt im Verborgenen, und nur wenige Menschen wissen um ihre Weisheit. Auch historisch-kulturell bedingt war es für Frauen nicht leicht, innerhalb von starren patriarchalen Strukturen ihre Stimme zu heben.

Jedoch gab es schon zu Buddhas Zeiten erleuchtete Nonnen – die Arahat Bhikkhunis. Sie haben ihre wundervollen Einsichten auf dem Weg zum Erwachen in Gedichtform festgehalten. Diese Schriften sind im Therigatha, einem Abschnitt des großen Pali-Kanons, zu finden.

Nun habe ich verstanden, wie Leid entsteht,

das Begehren, die Ursache dafür, ist in mir versiegt.

Ich bin ihn gegangen und habe das Ende des Leidens erreicht –

den Ariyan, den Edlen Achtfachen Pfad.

2010 veröffentlichte die Soto Zen Buddhist Association (SZBA) das sogenannte „Women Ancestors Document”. Diese Auflistung ehrt all die weiblichen Vorfahren der Zen-Buddhismus-Linie in Indien, China und Japan in den vergangenen 2500 Jahren. Jahrelang war Frauen der Zutritt zu Zen-Klöstern untersagt. Einige jedoch schafften es mithilfe von erwachten männlichen Zen-Lehrern, zu studieren und zu lehren. Eine Tatsache, die erst im 21. Jahrhundert offiziell anerkannt und geehrt wird.

Wenn wir also genau hinschauen, dann finden wir sie doch – diejenigen Frauen, die im Laufe der Jahre in ihr Licht oder das Licht der Öffentlichkeit getreten sind. Sie trotzen den kulturellen Konditionierungen, von Männern dominierten Strukturen oder kommen aus dem Westen. Vor allem dank moderner Medien ist es für Frauen heute sehr viel einfacher, eine kritische Masse zu erreichen. Sie profitieren von den Möglichkeiten einer immer aufgeklärteren, vernetzten Welt. 

Ihr Leuchten teilen sie großzügig mit den vielen Menschen, die auf der Suche nach Antworten und Wahrheit sind. Die folgende Übersicht der Frauen ist auf keinen Fall vollständig. Es sind Lehrerinnen, Nonnen, Autorinnen oder Gurus aus allen möglichen Kulturkreisen unterschiedlichen Bekanntheitsgrads vertreten. Nicht alle von ihnen leben noch, ihr Vermächtnis für jeden einzelnen von uns, egal ob Mann oder Frau, ist jedoch unbestreitbar. 


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1. Gurmukh Kaur Khalsa

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Seit mehr als 40 Jahren verfolgt die strahlende, inzwischen 77-Jährige ihre Herzensaufgabe, Kundalini Yoga in der Welt zu verbreiten. Sie möchte die Menschen von ihrem Gefühl des Nicht-Verbundenseins heilen. Mit Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan eröffnet Gurmukh einen Weg zurück zum wahren Selbst, Frieden und Ausgeglichenheit. Eine große Aufgabe und Mission, die mit dem Aufbau des wohl größten Yogastudios in den USA, Golden Bridge Yoga in Los Angeles, begann. Immer noch reist sie unermüdlich durch die Welt und bildet neue Lehrer aus. Obwohl viele Anhänger und Schüler sie als ihren Guru verehren, spricht sie lieber von sich als Kundalini-Yogalehrerin in der Tradition von Yogi Bhajan. 

Egal wie sie sich bezeichnet, es ist sehr offensichtlich, dass Gurmukh ihr Motto „Sei das Licht” durch und durch verkörpert. Eine starke, kluge Frau, strahlend voll Energie und Liebe. Mit Übungen und Meditationen aus dem Kundalini Yoga schafft sie es, Menschen wieder in Verbindung mit der universellen, jedem innewohnenden Kraft zu bringen. Sie aus der Verwirrung zur Klarheit und Leichtigkeit zurückzuführen. Es ist kein leichter Weg, dafür umso kraftvoller und mächtiger. 

Mit Kundalini Yoga gelangt man an physische und mentale Grenzen, erlebt heftigste innere Widerstände und emotionalen Aufruhr. Die Kunst ist es, dabei ruhig zu bleiben. Gleichmütig und kraftvoll anzunehmen, was kommt, und die inneren Turbulenzen zu transformieren. Mehr und mehr das zu werden, was wir sind und sein sollen. Die Wirkung ist unbestreitbar, denn Kundalini Yoga hat Tausende Menschen aus Depressionen geholfen, Drogenabhängigkeiten besiegt und Leben geheilt.

Gurmukh betont immer wieder, wie wichtig die Lehrer für sie sind. Denn dort draußen gibt es einfach noch zu viele von uns, die stumm nach Hilfe für Veränderung schreien. Auch für Gurmukh selbst ist das Unterrichten unverzichtbar. Es hilft ihr, im Einklang mit sich und dem Moment zu bleiben. Um wieder mehr ausgleichende weibliche Energien in die Welt zu bringen, legt sie ein besonderes Augenmerk auf Yoga für Frauen und Schwangere.

2. Indra Devi (1899 – 2002)

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Sie lebte 103 Jahre lang, darunter ein Jahrhundert voll weltweiter Kriege, Krisen und gesellschaftlicher Umbrüche. Geboren in Russland, brachte Indra Devis Lebensaufgabe sie unter anderem nach Deutschland, Indien, China, USA und Südamerika. Schon als junges Mädchen entdeckte sie durch Bücher und das Chanten von Mantras ihre Faszination und Verbindung zu Indien. Sie folgte dem fernen Ruf im Jahr 1927, der zunächst in einer Karriere als indischer Schauspiel-Star mündete. Doch bereits 1938 wurde sie vom Urvater unseres modernen Yoga, Krishnamacharya, zur ersten weiblichen Yogalehrerin ausgebildet. Daraufhin konnte kein Mann sie mehr davon abhalten, Yoga in der Welt zu verbreiten.

Eine selbst für heutige Maßstäbe große Mission. Doch die selbstbewusste, kühne Indra war durch ihre Schauspielkarriere, die Ehe mit einem Diplomaten und einflussreichen Kontakten in der Welt von Hollywood gut vernetzt. Sie eröffnete in Kalifornien ein Yogastudio, unterrichtete Trend-setzende Schauspiel-Stars, beeinflusste die Legalisierung von Yoga in der Sowjetunion und brachte Yoga nach Mexiko und Argentinien.

Als erste Yogini überhaupt ebnete und prägte sie den Weg des heutigen Yoga im Westen. Ihr Yogastil war weder das physisch herausfordernde Yoga von Pattabhi Jois oder therapeutisches Yoga nach B.K.S. Iyengar, noch sonderlich spirituell geprägt. Sie kreierte ihre eigene sanfte Form von Hatha Yoga, basierend auf wenigen ausgewählten Asanas und Pranayama.  

Besonders unter Frauen war Indra Devis Yoga-Unterricht sehr populär. Sie machte Yoga in den amerikanischen 50er-Jahren gesellschaftsfähig, denn ihr Ansatz war nicht spirituell oder religiös geprägt. Vielmehr standen die positiven gesundheitlichen Effekte auf Körper und Geist im Mittelpunkt. Ihr Yoga wurde als Geheimtipp gehandelt, um schön, jung und gesund zu bleiben.

Der erste Yogaboom der 90er-Jahre sowie unser heutiges von Frauen dominiertes Liftestyle-Yoga fanden damals ihren Ursprung. Zum ersten Mal wurde Yoga mit Schönheitsprodukten, Bio-Essen und Spas in Verbindung gebracht. Ein wenn man so will ganzheitlicher Ansatz für die moderne Großstadt-Frau.

3. Pema Chödrön

Pema chodron 2007

„Du bist der Himmel, alles andere ist nur das Wetter.”

Pema Chödrön

Pema Chödrön ist der beste Beweis dafür, dass die furchtbarsten Emotionen, turbulentes Gefühlschaos und traumatisierende Erlebnisse ebenfalls die größte Chance auf Erwachen und Freude in sich bergen. Heute ist die 71-jährige Amerikanerin die wohl bekannteste und inspirierendste buddhistische Nonne, Autorin und Lehrerin. Vor ihrer Ordinierung zur buddhistischen tibetischen Nonne im Jahr 1981 hatte sie ein konventionelles Leben mit zwei Ehen, Kindern und einem sicheren Job als Lehrerin.

Den buddhistischen Weg betrat sie in einer Phase tiefster Verzweiflung und Ohnmacht. Ihr zweiter Ehemann offenbarte seine Affäre und forderte die Scheidung. Von einem Moment auf den anderen wurde Pema Chödrön der Boden unter den Füßen weggezogen. Das sichere und vorhersehbare Leben, wie sie es kannte, war vorbei. Sie beschreibt diesen Moment als ein Erfahren der Leere, die allen Dingen zugrunde liegt. „Ein zeitloser Moment völliger, ewiger Stille!” Der sowohl furchtbarste als auch wichtigste Moment in ihrem Leben.

Bis heute tragen ihre Lehren die essenzielle Botschaft, dass wir an den Orten mit dem schlimmsten Schmerz die größte Klarheit finden werden. Emotionen und Gefühle nicht zu unterdrücken oder zu verneinen, sondern ihnen ins Auge zu blicken. Mit dem Gefühl von Traurigkeit oder Instabilität auszuharren, wenn alle Sicherheit um uns herum zusammenbricht. Wenn die Geschichten, Konstrukte und Identitäten, die wir in unserem Geist zusammengebaut haben, einfach zerplatzen. Das Geheimnis ist, in diesen Momenten nicht wegzurennen, sondern zu beobachten, was da ist. So gelangen wir zu dem unendlichen, offenen Raum in uns, an dem wir immer bedingungslose Liebe und Mitgefühl finden. Wir erwecken unser Herz – für uns und andere.

Pema Chödrön brauchte viele Jahre, um ihren Schock zu überwinden. Erst als die tibetischen buddhistischen Lehren von Chögyam Trungpa ihr die Augen öffneten, konnte sie die Beziehung zu ihren eigenen Gefühlen komplett transformieren. Sie war langjährige Schülerin des bekannten Chögyam, der die Shambala Organisation im Westen gründete. 1986 hat er sie als erste Amerikanerin zur Leiterin des tibetischen Klosters Gampo Abbey in Kanada ernannt. 

Nicht zuletzt durch ihre Lebenserfahrung ist sie prädestiniert dafür, die buddhistische Tradition im Westen zu verbreiten. Mit ihrer offenen und charmanten Art, die Dinge beim Namen zu nennen, trifft sie direkt ins Herz. Tibetischer Buddhismus und Meditation werden zugänglicher für den westlichen Geist und so interpretiert, dass sich jeder mit seinem (Alltags-)Leben darin wiederfindet. 

4. Sri Mata Amritanandamayi Devi (Amma)

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Sie verkörpert das, was wir uns unter einer spirituellen Meisterin und einem weiblichen indischem Guru vorstellen. Sri Mata Amritanandamayi, „die Mutter der unsterblichen Glückseligkeit”, erreichte die Erleuchtung im zarten Alter von 17 Jahren. Seither ist sie weltweit durch ihr Darshan bekannt, bei dem sie Menschen umarmt. 

Bis man leibhaftig vor ihr steht, mag man das in Frage stellen. Bei ihrem Anblick jedoch schmelzen alle Zweifel auch beim letzten Wissenschaftler dahin. Amma (Mutter), wie sie liebevoll von ihren Anhängern genannt wird, verkörpert durch und durch selbstlose, bedingungslose Liebe. Sie strahlt mit ihren Lippen, Augen und ihrer gesamten Aura eine spürbare Energie von Mitgefühl für alle Menschen dieser Welt aus. Egal welche Religion, ob Mann, Frau, Kind, transsexuell, behindert, arm oder reich. Vor allem im traditionsbehafteten Indien mit einem vielerorts noch vorherrschenden Kastendenken und Unterdrückung von Frauen ein Skandal und Durchbruch. 

Ihre Lebensaufgabe sieht sie darin, das Leiden der Menschen zu lindern. Nicht nur durch die trostspendenden Umarmungen, Weisheiten und inspirierende Präsenz. Das „Projekt Amma” ist ein gigantisches karitatives Unternehmen. Einen großen Teil des Jahres reist Amma durch die Welt für Umarmungen, Vorträge und geführte Meditationen.

Was mit einem jungen Mädchen begann, das die Menschen in ihrem Dorf umarmte, mündete in einem millionenschweren, spendenfinanzierten humanitären Hilfswerk. Amma baut in Indien Dörfer für arme Familien, finanziert Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser, unterstützt alleinerziehende Mütter und engagiert sich für Umweltprojekte. Auf weltweiter Ebene inspirierte Amma zu „Embracing The World”, einem globalen Netzwerk von humanitären Organisationen.

Sie sieht den Schmerz der verschiedensten Menschen jeden Tag und zeigt, wie es möglich ist, das Leiden zu lindern. Menschen zu helfen, ohne zu unterscheiden und zu werten: „Ich sehe nicht, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist. Ich sehe niemanden als getrennt von mir selbst. Ein ständiger Strom von Liebe fließt von mir zur gesamten Schöpfung. Das ist meine angeborene Natur.”

Besonders beeindruckend ist ihre Einstellung zu Karma. Denn im Hinduismus werden Leiden und Armut als ein Resultat schlechter Taten in einem vorherigen Leben gesehen. Wo aber andere diese Menschen im jetzigen Leben dafür ausstoßen, sagt sie: „Wenn es das Karma von jemandem ist, zu leiden, ist es dann nicht unsere Pflicht, seine Schmerzen und sein Leid zu lindern?“

5. Guru Jagat

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„Lehrer des Universums” – so wurde sie von Yogi Bhajan, dem Vater des Kundalini Yoga, getauft. Er brachte das „Energie-Yoga” in den Westen, Gurmukh verbreitete es, und die junge Guru Jagat transformiert Kundalini Yoga in die Welt der digitalen Medien und des internationalen Yoga-Jetset. Ihr Universum besteht aus vier Filialen des RA MA Institutes for Applied Yogic Science and Technology in Los Angeles, New York, Venedig und Palma de Mallorca, einem eigenen Web-TV-Sender, einem Musiklabel und dem Bestseller „Unbesiegbar leben”

Spiritualität haben ihr die Eltern in die Wiege gelegt. Ihr eigener Weg befand sich jedoch weder in der dogmatischen Kirche, bei den bürgerlichen Yogis noch in esoterischen Welten. Sie war auf der Suche nach dem Mittelweg, und diesen fand sie 2002 im Kundalini Yoga. Der Rest ist (Zeit-)Geschichte: Die jüngste, bekannteste und erfolgreichste Kundalini-Senior-Lehrerin war geboren. Sie spricht trotz Turban und Schaffell Massen von Menschen an und unterrichtet Weltstars wie Kate Hudson und Demi Moore.

Der Mittelweg ist es bis heute, denn sie hat es geschafft, Kundalini Yoga „cool” zu machen. Modern, gesellschaftsfähig, ja sogar stylish mit Vintage-Designer-Klamotten. Ihre Botschaft transportiert sie durch digitale Medien und eine nahbare, charismatische Präsenz. Eine Melange an Wissen aus einer uralten Tradition und den Bedürfnissen einer neuen Generation, deren Leben immer mehr von einem Bildschirm diktiert wird.

In ihrer Welt ist Yoga einfach, wirkt schnell und soll für jeden zugänglich sein. Denn gerade heute, wo Druck und Stress immer stärker werden, brauchen die Menschen mehr denn je geistige Stärke und Klarheit. Kundalini Yoga gibt uns diese geistige Stärke, die uns von innen strahlen lässt. Kundalini-Kriyas (Asana-Abfolgen) wirken intensiv auf die Vitalität und ein funktionierendes Drüsensystem. Viele nennen diesen „Glow” das „Beauty-Geheimnis”, das man jedoch nicht als neue Wundercreme abtun sollte. Denn dieses Anti-Aging-Rezept braucht viel Durchhaltevermögen, damit wir uns am Ende „unbesiegbar” fühlen. 

Guru Jagat bestärkt und motiviert vor allem ihre weiblichen Schüler immer wieder darin, in ihre eigene Kraft zu finden. „In der neuen Zeit entscheidest du selbst, was dir einleuchtet und was du dir zu eigen machst. Wenn du Erfahrungen machst, sind es deine!”

6. Mirra Alfassa (The Mother, 1878 - 1973)

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Die Französin Mirra Alfassa hatte schon als junge Frau Visionen von ihrem zukünftigen spirituellen Lehrer Yogi Sri Aurobindo. Sie leitete seinen indischen Ashram, gründete eine Schule, wurde in Indien (als erster Mensch aus dem Westen) als Guru verehrt und erschaffte eine Stadt, die der ganzen Menschheit gehört. Ein wahrhaftig beeindruckender Lebensweg, getragen von göttlichem Bewusstsein und spiritueller Transformation.

Seit 1920 lebte sie permanent im indischen Pondicherry an der Seite von Sri Aurobindo. Sie gab selbst Vorträge, leitete Meditationen an und war zugleich die treibende und organisierende Kraft hinter ihm. Ihre Anhängerschaft wuchs, und es entstand der noch heute bestehende Aurobindo Ashram, in dessen Zentrum beide Seite and Seite beigesetzt wurden.  

Gemeinsam arbeiteten sie ihr Leben lang an der Transformation ihres Bewusstseins in einen Zustand des sogenannten „Supramental”. Diese Idee beruht auf Sri Aurobindos Integralem Yoga, einem Yogaweg, der sowohl Jnana, Karma als auch Bhakti Yoga vereint. Das Ziel ist die Vereinigung mit dem Göttlichen in allen Lebensbereichen. Worte, Gedanken ebenso wie Handlungen sollen mit dem Göttlichen durchdrungen sein. Dabei sind sowohl der Aufstieg zum Göttlichen als auch die Herabkunft des Göttlichen in die Welt essenziell. Nur so könne die komplette Transformation auf psychischer, seelischer und supramentaler Ebene erreicht werden.

Als Sri Aurobindo sich 1926 zurückzog, übergab er Mirra die volle Verantwortung über den Ashram. Sie wurde fortan als „göttliche Mutter” verehrt. Auch nach seinem Tod arbeitete sie weiter an der supramentalen Transformation, und der Ashram wuchs zu einer großen spirituellen Gemeinschaft heran. 1968 begannen die Bauarbeiten der universellen „Stadt der Morgenröte”, Auroville. Ein Ort, der niemandem gehört, weder dem Staat, der Regierung noch einzelnen Menschen. Eine Stadt- und Gesellschaftsutopie, die mit neuen Formen von Gemeinschaft und neuen Lebensmodellen, Wiederaufforstung, alternativen Energien und neuen Bildungskonzepten experimentiert. Im Mittelpunkt von Auroville befindet sich der Mantrimandir, oder auch „Tempel der Mutter”, den Mirra entworfen hatte. Eine gigantische goldene Kugel dient als spirituelles Zentrum sowie Ort der Stille und Meditation. Das Projekt dieser „Stadt für alle Menschen, die bereit sind, dem göttlichen Bewusstsein zu dienen” wurde auf 50.000 Einwohner ausgelegt, derzeit leben hier rund 3.000 Menschen aus 50 Nationen.


Dies als kleiner Einblick in die Werke und Biografien von erwachten Frauen, spirituellen Führerinnen, weiblichen Gurus und starken, leuchtenden Persönlichkeiten. Im Laufe meiner Recherche wurden mir noch etliche weitere inspirierende Frauen empfohlen, die ich dir nicht vorenthalten möchte. Dazu gehören unter anderem Hildegard von Bingen, Louise Hay, Melodie Beattie, Esther Hicks, Vera F. Birkenbihl, Sharon Salzberg, Brené Brown, Byron Katie, Vanda Scaravelli, Mutter Teresa, Mutter Meera, Anandamayi Ma , Sarada Devi, Ayya Khema, Ajahn Naeb, Astrid Lindgren und Thich Chan Khong.

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