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Kula, die yogische Gemeinschaft – we are all one
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Kula, die yogische Gemeinschaft – we are all one

Von Anna Rech

In einer Zeit, in der alles unglaublich dicht vernetzt und schnell zu haben ist, sehnen sich viele Menschen mehr denn je nach echter Nähe und tiefer Verbundenheit. Die meisten von uns sind aber so beschäftigt – wir arbeiten, googeln, whatsappen, mailen, parshippen, funktionieren, sind fast immer erreichbar, viel online, wollen höher, weiter, schneller, besser sein –, dass weder Raum noch Zeit für gelebte Gemeinschaft und Freundschaft in der Offline-Welt bleibt. Ich jedenfalls hätte gern (noch) mehr davon.

Kula – die yogische Familie

Der Sanskrit-Begriff „Kula” hat in Indien die Bedeutung von „Herde”, „Familie”, „Gemeinschaft”.  Sie spielt in der Yoga-Geschichte eine wichtige Rolle – denn in der yogischen Praxis geht es immer um die Entwicklung des Individuums in Verbindung mit dem Ganzen. Der Begriff ist in tantrisch inspirierten Hatha-Yoga-Kreisen entstanden. Yogaschüler gehörten im alten Indien, aber auch heutzutage der Kula eines bestimmten Gurus an – also zur Familie, zum Haushalt, zur Gemeinschaft ihres Lehrers. Sie lernten so nicht nur durch konkrete Aufgaben und Meditationen, sondern auch durch das tägliche Zusammenleben von und mit ihrem Meister. Gemeinsames Essen, Wohnen und Arbeiten war Teil einer sogenannten „Gurukula”.


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Kirtan, Workshop, Satsang – Yoga verbindet

Yoga bringt Menschen überall auf der Welt zusammen und sorgt für Kula-Feeling. Beim Kirtan (gemeinsames Singen), in Workshops, auf Yoga-Retreats, Yoga-Konferenzen, -Festivals, im Alltag und Urlaub: Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell sich Menschen bei Yoga-Events miteinander verbinden, wie tief der Austausch und wie groß die Offenheit in den Gesprächen währenddessen oder danach ist. Yoga ist auch deshalb so beliebt, weil unsere Sehnsucht nach Zugehörigkeit und unser tief verankertes Bedürfnis nach Verbundenheit hier ein Stück weit gestillt werden kann.

Ein besonderes Gemeinschaftsgefühl können wir bei einem Satsang erleben. Satsang bedeutet so viel wie „gemeinsame Wahrheit” und beschreibt das Zusammenkommen von einem spirituellen Lehrer und seinen Schülern. Hier hat man die Gelegenheit, den Weisheiten seines Gurus (z. B. in Form von Vorträgen) zu lauschen, Fragen zu stellen, gemeinsam zu reflektieren, zu meditieren und sich mit der kosmischen Energie zu verbinden. Für mich ist es ein großes Glück, an Kirtan-Konzerten teilzunehmen – von Musikern wie Krishna Das, Snatam Kaur, Deva Premal und Miten etwa –, denn dabei fühle ich meine Seele im (Ein-)Klang aufgehen und spüre die Magie des menschlichen Zusammenseins in jeder Faser meines Körpers. Aber auch während der Retreats, die ich selbst unterrichte, gehört das gemeinsame Singen von Mantras mittlerweile zum festen Bestandteil der Praxis. Das Feedback der Teilnehmer ist durchweg positiv. Singen, das ist inzwischen bewiesen, macht glücklich!

Yoga: Energetisierendes Gruppenritual

Kula yogische Gemeinschaft

Jede Yogapraxis ist eine Art Gruppenritual. Wir kommen in einen Raum, setzen uns auf unsere Matte, tauchen in die Innenwelt unseres Körpers ein, unseren heiligen Tempel, verbinden uns mit unserer Essenz oder – wie wir im Anusara Yoga sagen: Open to Grace! Wir lassen unsere positive Energie dann in den äußeren Raum und damit in die Gruppe hineinfließen. Gleichzeitig nehmen wir natürlich auch Energie der anderen wahr und auf. Deshalb ist es so wichtig, eine klare Intention zu setzen und positive Vibes zu verströmen. Wir ko-kreieren also im besten Falle ein neues, gemeinsames Energiefeld voller Licht und Freude, das messbar und damit nachweisbar ist. Forschungsergebnisse von Dr. Joe Dispenza zeigen, dass die Energiefrequenz bei einer Gruppenmeditation zuerst schwächer wird, da die Teilnehmer Energie abziehen, um ihre persönlichen Energiefelder aufzubauen. Im Verlaufe der Meditation steigt das Energieniveau aber im Raum deutlich an und ist signifikant höher als zu Beginn der Messung.

Vielleicht hast du auch schon mal die Erfahrung gemacht, von der Gruppe getragen und mit neuer Energie versorgt worden zu sein? Du gehst ins Yogastudio, etwas schlapp und frustriert, und kommst vollkommen frisch und fröhlich aus der Stunde heraus – bereit, Bäume auszureißen und endlich mal wieder etwas ganz Neues auszuprobieren.

Plädoyer für eine Kultur der Gemeinschaft

Ja, wir leben in einer modernen Gesellschaft, die vorrangig individualisiert und leistungsorientiert ist. Aber ich glaube daran, dass die Verbundenheit mit unserem „Higher Self”, unserem allumfassendes Bewusstsein, nicht nur jeden Einzelnen der Yoga-Community auf der Matte stärkt, sondern wir gemeinsam ein freundliches Miteinander im größeren Rahmen erschaffen können – wenn wir einen tieferen Sinn in unser Tun legen. Unser kollektives Bewusstsein kann die ganze Welt erheben und erleuchten. Wir können unsere Energie vervielfachen, mehr bewegen, mehr erreichen, mehr Mitgefühl und so viel mehr Spaß haben! Wir sind eine große Familie. We are all one.

Liebe(r) YogiNi, dies ist ein Plädoyer für eine Kultur der Gemeinschaft, für bereichernde Beziehungen, Networking in jederlei Hinsicht. Befreie dich von Vergleichs- und Konkurrenzgedanken und traue dich zu kooperieren. Erlaube dir, dich (noch) mehr auf das auszurichten, was verbindet. Lasst uns unsere menschliche Gemeinschaft pflegen, feiern, genießen! Kula forever!

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