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Typische Beschwerden: Kaiserschnitt-Narbe
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Typische Beschwerden: Kaiserschnitt-Narbe

Von Juliana Afram

Ein Kaiserschnitt ist für die einen der Geburtsmodus der Wahl und für andere eine unerwartete Wendung im Geburtsgeschehen. Wenn die Geburt nicht wie „erwartet” verläuft, dann ist der Not-Kaiserschnitt oft ein traumatisches Erlebnis. In meiner Arbeit mit Müttern erlebe ich immer wieder, dass sie von Schuldgefühlen geplagt werden und sich unzulänglich fühlen, weil sich die Schwangerschaft nach einem Kaiserschnitt nicht „richtig” beendet anfühlt. Es hätte der schönste Tag in deinem Leben sein sollen, und es fühlt sich für dich nicht so an. An dieser Stelle möchte ich dir sagen, dass es okay ist, so zu fühlen. Du bist eine tolle Mutter. Die beste, die dein Baby überhaupt bekommen konnte. Wenn du dir Hilfe wünschst, das Erlebte zu verarbeiten, dann scheue dich nicht, dir Unterstützung zu holen.

Warum wird so oft per Kaiserschnitt entbunden?

Eine vorangegangene Kaiserschnittgeburt ist in der Geburtshilfe eine mögliche Indikation für einen erneuten Kaiserschnitt, weil das Risiko, dass die Kaiserschnittnarbe dem Druck der Wehen eventuell nicht standhält und es zu einem Gebärmutterriss kommen kann, zu groß eingeschätzt wird. Tatsächlich ist das Risiko ähnlich hoch wie für eine Erstgebärende. Wenn du also den Wunsch hast, nach einer Kaiserschnittgeburt spontan zu entbinden, dann suche dir einen Arzt, der dein Vorhaben unterstützt und dich aufklärt.

Schützt ein Kaiserschnitt vor Inkontinenz?

Der Beckenboden wird bereits vor der Geburt stark belastet. Durch die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft wird das Gewebe weicher. Die im Beckenboden befindlichen Lücken (Spatien) sorgen zusätzlich dafür, dass Blase, Uterus und Darm an Halt verlieren. Die Antwort lautet also „Nein”. Ein Kaiserschnitt schützt nicht vor Inkontinenz. Nichtsdestotrotz ist ein Kaiserschnitt ein vergleichsweise schonender Geburtsmodus für die Beckenbodenintegrität.

Wochenbett und Rückbildung nach Kaiserschnitt

Sobald dein Katheter entfernt wird, ist es Zeit zum Aufstehen und für deine Thromboseprophylaxe.

In diesem Video zeigt dir Juliana Afram, mit welchen Übungen du einer Thrombose vorbeugen kannst:

Yoga Video Tutorial: Liegende Übungen gegen Thrombose nach der GeburtYogaEasy-Video abspielen

Hinzu kommt das Atemtraining, das die Heilung unterstützt. Stillen hilft bei der Rückbildung des Uterus, die bei einer Kaiserschnittgeburt etwas verlangsamt ist. Die unterlagerte Bauchlage ist eine sehr empfehlenswerte Haltung, aber wahrscheinlich sehr schmerzhaft. Ab dem 5. Tag darfst du es gerne versuchen. Eine Alternative ist die halbe Bauchlage. Du kannst zu Hause auf den Küchen- oder Schreibtisch ein großes Kissen legen und dich dann im Stand mit dem Oberkörper vorbeugen und drauflegen. Ab dem 5. Tag kannst du die Narbe mobilisieren, indem du die Beine leicht von einer Seite zur anderen bewegst, dich vorsichtig reckst und streckst und die Arme öffnest und schließt. Das bringt Zug auf das Narbengewebe und hilft dir bei der Heilung des Gewebes.

Einerseits sollst du in den ersten Wochen nach einem Kaiserschnitt nicht mehr als das Gewicht deines Kindes tragen, andererseits musst du deinen Alltag irgendwie bewältigen. Und wenn du bereits ein zweijähriges oder noch jüngeres Kind hast, dann ist es unrealistisch, dass dieses nicht auch getragen werden möchte. Wenn möglich, trage dein großes Kind auf dem Rücken, gehe in die Hocke und lasse es auf deinen Schoß krabbeln. Baue immer wieder eine Beckenbodenübung über den Tag verteilt ein, sodass du den Belastungen des Alltags standhalten kannst.

Unbehandelte Narben sind Störfelder, die der Körper auszugleichen versucht. Dein Uterus, der nach der Kaiserschnitt-OP wieder zusammengenäht werden muss, wird über Bänder und die Beckenbodenmuskulatur an seinem Platz gehalten. Schon kleinste Lage- und Spannungsveränderungen können für einen ungünstigen Zug (z. B. am Kreuzbein) sorgen, was über kurz oder lang zu Rückenschmerzen führen kann. Auch Schmerzen in der Leiste oder im Bein können Folgen einer unbehandelten Narbe sein.


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Tipps für die Narbenbehandlung

Sobald die Narbe verschlossen ist, kannst du Narbensalbe auftragen; besonders geeignet sind naturheilkundliche Produkte. Das regelmäßige Berühren deiner Narbe hilft dir vielleicht auch dabei, mit dem Erlebten besser zurechtzukommen. Nach dem 12. Tag post partum kannst du dir ein Tape anlegen lassen. Das Tape bringt sanfte Bewegung in die Narbe und regt die Lymphe an. Teste zuerst an deinem Arm, ob du eventuell allergisch auf das Tape reagierst. Eine Lymphdrainage unterstützt ebenfalls die Heilung der Narbe.


Variante 1:

Beschwerden Kaiserschnitt
Streiche oberhalb und unterhalb von der Narbe weg.

Variante 2:

Beschwerden Kaiserschnitt

Streiche oberhalb und unterhalb der Narbe entlang jeweils in beide Richtungen.

Variante 3:

Beschwerden Kaiserschnitt
Streiche von oben und unten auf die Narbe zu.

Variante 3:

Beschwerden Kaiserschnitt
Streiche von oben und unten durch die Narbe durch.


Yoga und der BeckenbodenWir danken Juliana Afram für die Auszüge aus ihrem Buch „Vom Wochenbett zum Workout”, erschienen im TRIAS Verlag.

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