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Bild: Shutterstock

Meine Arme sind zu kurz!

Von Kristin Rübesamen

Zwei Extremfälle: der legendäre Ashtanga-Meister David Swenson, groß mit langen O-Beinen, durch die ein Traktor durchfahren könnte, und die kleine quirlige Kino MacGregor, die mit ihren kurzen Ärmchen ein wenig an Karlsson vom Dach erinnert. Beide demonstrierten unabhängig voneinander, wie man durchspringt. Präzise gesagt: vom herabschauenden Hund idealerweise in Zeitlupe ins Sitzen springen. Die Krönung dabei: Wenn das Durchspringen bereits gemeistert ist und die Beine hübsch nach vorne durchgestreckt sind, noch einen magischen Moment über der Erde schweben.

Die beste Lösung im Yoga: Üben

Wir Schüler waren in beiden Fällen schwer beeindruckt. Wie schaffte es David Swenson, diese endlosen, wild gebogenen Cowboy-Beine zwischen den Armen durch zu manövrieren und wie gelang es Kino, ihre immensen Oberschenkel und den breiten Po (so sagt sie es triumphierend selbst) nach vorne zu bewegen, beide so elegant und mühelos, wie wir es alle gerne könnten?

Ganz einfach: indem sie es übten. Indem sie es wieder und wieder und wieder übten. Und indem sie Entschuldigungen nicht als Erklärungen deklarierten.

Ehrlich bleiben: „Ich habe einen Bauch”

Natürlich gibt es Körper, die einfach zu bewegen sind, und solche, die sich nur mit Mühe bewegen lassen. Mit einem ordentlichen Bauch in eine gebundene Haltung zu kommen, ist ungleich schwerer als ohne. Zu sagen, ich kann das nicht, weil meine Arme zu kurz sind, ist eine faule Ausrede. Besser wäre: Ich habe einen Bauch. Deswegen kann ich diese Haltung nicht üben. Ist ok.


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Yoga ist für alle

Auch für Menschen mit kurzen Armen, dicken Bäuchen, X-Beinen und drei Augen. Die Devise ist einfach: Wir üben und tun unser Bestes. Jedes Mal, am besten jeden Tag aufs Neue. Das tun wir, weil es uns guttut. Wie weit wir dabei kommen, ist überhaupt nicht wichtig. Was dagegen unendlich wichtig ist, ist sich dabei nicht in die Tasche zu lügen. Wer ehrlich mit sich übt, wird spüren, ob es wirklich an den kurzen Armen und dem zu langen Oberkörper oder was auch immer liegt, wenn eine Asana nicht so hinhaut wie wir es gerne hätten, oder ob es daran liegt, dass wir an entscheidender Stelle zu faul sind.

Fazit: Es ist eben genau keine Magie, die den Eindruck von Mühelosigkeit erweckt, sondern stetiges, beharrliches Üben. Was?  Zentrum, Beine, Arme und Schultern. Und, viel schwerer noch: sich nicht herauszureden.

Warum wir da so sicher sind? Weil wir das flaue Gefühl kennen, wenn wir uns sagen hören, die Politiker sind schuld. Um mal einen tollen amerikanischen Präsidenten zu zitieren: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage, was du für dein Land tun kannst.” (John F. Kennedy)

Also, wenn du erlaubst:

Frage nicht, was dein Körper für dich tun kann, sondern was du für deinen Körper tun kannst.