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10 Fragen an LuNa Schmidt

10 Fragen an LuNa Schmidt

Von Kristin Rübesamen

Ihr Name bedeutet „Mond”, und ihre Talente sind so vielseitig wie sie: Neben einer klassischen Ausbildung als Yogalehrerin BDY/EYU ist LuNa Schmidt auch Atemtherapeutin, Bodyworker und Beraterin für psychosomatische Medizin. Auch wenn Yoga zunächst eine Hassliebe für sie war, ist LuNa heute aus der internationalen Yogaszene nicht mehr wegzudenken. Neben Schweizer Schokolade sind ihre Einsichten in das Faszien-Yoga der beste Grund, eines der Seminare in ihrem Ausbildungsinstitut BodyMindSpirit in Zürich zu besuchen. Wann sie noch Zeit findet, ihre Bücher zu schreiben, wissen wir wirklich nicht.

1. Auf einer Skala zwischen 1 und 10: Wie glücklich bist du jetzt gerade?

7.

2. Wie war dein erster Kontakt mit Yoga?

Das war Anfang der 90er-Jahre, etwa 1991 oder 1992, und es hat mich eher „abgeturnt“. Etwa ein halbes Jahr später habe ich es nochmals versucht. Es war zu Beginn eine „Hass-Liebe“, doch ich bin dran geblieben und habe etwa 1997 meine erste Yoga-Ausbildung in Indien gemacht. Alles Weitere ist Geschichte.

3. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Ich bin überhaupt nicht ehrgeizig. Mein Antrieb ist die Freude, die Kreativität. Wenn sie da sind, dann sprudelt es nur so aus mir heraus. Das ist dann total kraftvoll und gleichzeitig mühelos. Die Energie, die ich dann rausgebe, kommt direkt wieder zu mir zurück. Sobald ich Druck bekomme, etwas von mir erwartet wird, geht bei mir gar nichts mehr.

4. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Ich unterrichte, seit ich etwa zwölf Jahre alt bin. Das Unterrichten liegt mir sozusagen im Blut. Zuerst habe ich im Gymnastikverein die Kinder unterrichtet, später Jazz- und Stepptanz in der Tanzschule. Dann, in den 90ern, Hip-Hop und Cardio-Funk sowie Dance Aerobics und auch Pilates, TriloChi und eine Form von freiem Tai Chi. Natürlicherweise kam dann auch Yoga dazu.

Der Yogastil, den ich unterrichte, heißt ChiYoga. Im ChiYoga verwebt sich die Weisheit des Yoga mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen (zum Beispiel aus der Faszienforschung), einem ganzheitlichen Verständnis von Anatomie, lebendiger Philosophie, verschiedenen körpertherapeutischen Verfahren sowie langjähriger praktischer Erfahrung – sowohl der eigenen Bewegung als auch im Unterrichten von Yogapraktizierenden und im Begleiten von YogalehrerInnen. Es ist ein Yogastil, der den natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten in die Praxis integriert. Der Schwerpunkt liegt – je nach Jahreszeit – auf verschiedenen Themen. Eines meiner Ziele ist es, die Essenz der zeitlosen Yogalehren in einer zeitgenössischen, alltagsnahen und verständlichen Sprache weiterzugeben, damit sie bewusst in den Alltag und ins Leben integriert werden kann. Musik, Humor und Leichtigkeit gehören für mich genauso zum Yoga-Unterricht wie Achtsamkeit und Stille.

5. Welchen irdischen Besitz schätzt du am meisten?

Gerade genieße ich meine große Loftwohnung mit der riesigen Terrasse und dem schönen Dachgarten, den ich angepflanzt habe, ganz besonders.

6. Was bedeutet das erste Sutra aus Patanjalis Yoga Sutra, Atha Yoga-anushasanam, für dich?

Einmal liegt in diesem Sutra der Hinweis, dass Yoga ein Erfahrungsweg ist. Das heißt, ich brauche nichts zu glauben. Ich kann Yoga praktizieren und werde erfahren, wovon die Yoginis und Yogis sprechen. Es ist dann kein gelerntes Wissen, nichts, was nur im Kopf passiert. Es ist verkörpertes Wissen. Etwas, das ich erfahren habe. Das ist genial!

Das „jetzt“ ( = atha) deutet auf die Wichtigkeit des richtigen Zeitpunkts hin. Wenn du nicht bereit bist, nicht offen bist, nicht interessiert bist, wird Yoga dich nicht erreichen. Die Zeit muss reif sein. Atha ist wie ein Startschuss: Wenn die Zeit reif ist, wenn „atha“ ist, beginnst du mit Yoga. Und es wird dein Leben verändern.

7. Was hat Yoga mit Liebe zu tun - und warum sind Beziehungen manchmal so schwierig?

Yoga verfeinert die Wahrnehmung und Selbsterkenntnis. Zusammen mit einer gelebten Yoga-Philosophie können sich mehr und mehr Achtsamkeit, Fehlerfreundlichkeit, Toleranz, Mitgefühl und Liebe entwickeln. Erst mal zu sich selbst. Das ist eine gute Voraussetzung, um in Kontakt zu gehen: in eine erfüllte Liebesbeziehung mit einem anderen Menschen.

8. Wann bist du zuletzt vom Yogaweg abgekommen?

Ich verstehe die Frage nicht! Wann bin ich abgekommen vom Yogaweg? Nie! Yoga ist für mich kein getrennter Weg, kein paralleles Hobby zu meinem „normalen“ Leben. Alles ist für mich ein Übungsfeld. Alles ist Yoga. Deshalb gibt es auch kein „Abkommen“ vom Yogaweg.

Yoga ist für mich die Beschreibung eines Zustands. Ein Zustand, bei dem ich ganz präsent und fühlend in meinem Körper gegründet bin. Bewusst. Klar. Voller Wertschätzung und Dankbarkeit. Die Verbundenheit mit allem etabliert sich immer mehr im Körper. Im Herzen. Yoga trägt mich in der Tiefe vertrauensvoll durch meinen Alltag, ganz gleich, wie wackelig und unordentlich die Oberfläche des Lebens erscheint.

9. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Ich mag mich so, wie ich bin. Mit meinen Ecken und Kanten. Gerne verrate ich euch mein Motto, das mir bereits oft geholfen hat: „Das Leben meint es gut mit mir.“

Ich bin der Überzeugung, dass es das Leben gut mit mir meint. Alles, was passiert, dient dazu, eine für mich wichtige Erfahrung zu machen. Eine Erfahrung, die mich näher an meine Essenz, an die Wahrheit bringt. Es mag sein, dass mir nicht immer gefällt, was geschieht, oder dass ich es mir anders wünsche.

Es hat etwas gedauert, bis ich gemerkt habe, dass das, wie sich das Leben mir zeigt, mit all den Schmerzen und Ängsten, kein Irrtum ist. Dass es nichts gibt, was ich schnell loswerden muss. Nichts, was ich passend machen und in den Griff bekommen muss, um zu meinem Leben und zu meiner Yoga-Praxis zurückzufinden. Was ich erlebe, IST meine spirituelle Praxis.

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Yoga bietet ein breites Spektrum an Übungsmethoden an, die zu mehr Lebendigkeit, Klarheit, Stille, Freude und innerer Weite führen. Der Hatha Yoga ist ein energetischer Übungsweg. Es geht also sowohl um Entspannung und Loslassen als auch um Lebendigkeit und Kraft. Eine Schlüsselfunktion nimmt der Atem ein. Er hilft, achtsam und präsent im „Hier und Jetzt“ zu bleiben. Im Körper. Er verbindet äußere Übungen mit dem, was im Inneren passiert, und hilft, Muster zu erkennen, mit denen wir uns oft im Weg stehen.

Eine Yoga-Übung zielt darauf ab, Veränderungen auf drei Ebenen zu bewirken: im Körper, Atem und Geist - mental und emotional. Im Alltag oder in einer Stress-Situation steht unser Körper oft unter Spannung, unser Atem ist unbewusst, unregelmäßig und oberflächlich und unser Geist unruhig, sprunghaft und abgelenkt. Der Yoga schafft einen Ausgleich, sodass unser Körper stark und entspannt ist, unser Atem bewusst, sanft und gleichmäßig und unser Geist ruhig, wach und klar. Eine regelmäßige Yoga-Praxis hilft dabei, in schwierigen Situationen in der eigenen Kraft zu bleiben und angemessen zu denken, sprechen und handeln. Zum Wohle aller.

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