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Bildquelle: shuttertstock.com

Wie man sich mental auf die Geburt vorbereitet

Von Anne Ziegler

Wir Yogis glauben, so wie man in die Welt geht, wird einem die Welt auch begegnen. Bin ich positiv und aufgeschlossen, werde ich hauptsächlich schöne Erfahrungen machen. Wenn ich der Welt aber negativ und misstrauisch gegenüber trete, werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit überwiegend negative Erlebnisse haben. Genauso ist es auch mit der Geburt. Wenn man im Vorfeld davon ausgeht, dass man starke Schmerzen haben wird, manifestiert man Angst und die wird bei der Geburt tatsächlich für starke Schmerzen sorgen. Denn durch die Angst werden biochemische Prozesse im Körper ausgelöst, die die Muskeln verkrampfen lassen. Eine Geburt kann aber auch eine tiefgreifende und schöne Erfahrung sein, wenn man sie nur lässt.

Ob Kundalini Yoga oder HypnoBirthing es gibt verschiedene Ansätze und Methoden, die mit einem positiven Mindset arbeiten und so sanftere Geburten fördern. Die große Gemeinsamkeit ist, im Vorfeld eine Offenheit und Vorfreude auf die Geburt herzustellen. Sei dir auf jeden Fall bewusst, das jede Geburt so einzigartig ist, wie die Schwangerschaft. Es gibt kein richtig oder falsch, es gibt nur anders und jede deiner Entscheidungen ist okay.

Wir haben ein paar Tipps für Bald-Mamas, die dir die Angst vor der Geburt nehmen.

Dem Körper vertrauen

Dein Körper weiß genau, was er will. Er nimmt sich, was er braucht und er gibt dir auch genau, was du brauchst. Besonders während der Schwangerschaft entwickeln Frauen ein besonders intensives Körperbewusstsein und staunen manchmal über ihre natürlichen Instinkte: Jetzt ein Spinat-Smoothie! (kann sein, dass dir Eisen fehlt), Ich hab so große Lust Schwimmen zu gehen (vielleicht braucht dein Körper Bewegung oder die entwässernde Wirkung vom Schwimmen), In dieser Situation fühle ich mich unwohl.

Mach dir klar, dass dein Körper ein Wunderwerk ist und viel stärker, als du es dir vorstellen kannst. Er wird dich durch die Geburt leiten, dir anzeigen, was ihm gut tut (zum Beispiel die Position zu ändern). Du musst ihm nur Vertrauen. Dein Körper hat dich durch die gesamte Schwangerschaft gebracht, er ist sich also sehr sicher, dass du auch die Geburt gut überstehen wirst.

Tipp: Es gibt eine direkte Verbindung vom Kiefer zur Gebärmutter. Wenn du deinen Kiefer anspannst oder verkrampfst, kann sich auch deine Gebärmutter nicht entspannen und verkrampft. Achte darauf beim Ausatmen deinen Unterkiefer möglichst locker zu lassen, wie du es aus Shavasana kennst. Vielleicht hilft es dir auch ein tiefes Jaaaaaaa...... zu tönen.

Die Kraft der Suggestion

Statt zu viel Angst vor der Geburt zu haben, sieh sie lieber als Herausforderung, die du gut bewältigen kannst. Am besten ersetzt du auch das Wort Schmerzen durch Muskelkontraktion, denn das ist es schlicht und ergreifend. Je mehr du dich von dem Wort Schmerz entfernst, desto entspannter kannst du in die Geburt gehen. Einigen hilft es auch, sich im Vorfeld ihre Traumgeburt vorzustellen. Wie wird es sein, wenn ich mein Baby im Arm halte. Wie wird meine Begleitperson mich unterstützen? Wie stolz und glücklich werde ich mich fühlen? Du kannst auch sehr gut mit Mantren, Affirmationen oder Visualisierungen arbeiten.

Tipp Visualisierungen: Stell dir vor während sich dein Muttermund langsam öffnet, dass er eine Lotusblüte ist, die sich ebenso langsam entfaltet. Wenn die Blüte komplett erblüht ist, dann hältst du auch schon dein Kind in den Armen. Oder du stellst dir ein weißes, warmes Licht in deinem Bauch vor, dass dich nach und nach umgibt und entspannt. Schaffe dir ein Bild mit dem du dich wohl fühlst.

Tipp Mantra: Suche dir im Vorfeld ein Mantra aus, welches dich beruhigt oder unterstützt. Das kann dein Lieblingsmantra aus dem Yoga sein oder Sätze wie: Ich bin stark! Jede Wehe bringt mich meinem Ziel näher. Dies ist mein Beginn als Mutter. Ich schenke Leben.

Flexibel bleiben im Kopf

Du hast dir bestimmt schon Gedanken gemacht, wie deine Geburt aussehen soll und wo sie stattfindet. Ob im Krankenhaus, zu Hause oder im Geburtshaus, vielleicht wünschst du dir eine Wassergeburt oder möchtest auf Schmerzmittel verzichten, es ist gut, wenn du Wünsche hast. Aber bitte bleibe gedanklich auch flexibel und halte nicht starr an deinen Vorstellungen fest. Es ist nichts Schlimmes dabei, wenn man auf einmal doch eine PDA will. Vielleicht sind auch Eingriffe notwendig, um dich und das Baby zu schützen. Du kannst jeden Vorschlag des Arztes oder der Hebamme hinterfragen und um mehr Zeit bitten, aber halte nicht starr an deinen eigenen Vorgaben fest und versuche die Kontrolle zu behalten. Loslassen und Hingabe – das sind deine Themen während der Geburt.

Spannender Ansatz: HypnoBirthing

Die einen feiern diese Methode als schmerzfreie Art zu entbinden, die anderen halten es für fundamentalen Quatsch. Fakt ist, dass die HypnoBirthing Methode eine sanfte Art der Selbsthypnose ist, deren Basis eine vollkommen positive Belegung der Geburt ist. Am besten beschäftigt man sich schon ab dem 4. oder 5. Monat damit, wenn man die Methode erlernen möchte. Wenn du dich ausführlicher mit HypnoBirthing beschäftigen willst, empfehlen wir dir diesen Artikel von ELTERN, sowie diesen Erfahrungsbericht von Jana Friedrich auf dem hebammenblog.

Buchtipp: „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt“ von Marie Mongan.

Eine Geburt ist eine großartige Erfahrung

Egal, wie du dir deine Geburt wünschst oder vorstellst und wie sie sich letztendlich entwickelt, sie ist und bleibt eine großartige und tiefgreifende Erfahrung: Ein neuer Mensch wird als Baby geboren, du wirst als Mutter geboren, dein Freund/Ehemann wird als Vater geboren (oder natürlich Freundin/ Ehefrau als Mutter), ihr werdet als Familie geboren.