Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
Large ardas mag

Ardas: Kundalini ist doch nicht so doof

Von Katharina Goßmann

Schnelle Urteile waren früher meine Spezialität. Vor Jahren zum Beispiel ging ich zum ersten Mal zum Kundalini-Yoga – und verließ die Stunde nach 30 Minuten, weil ich die schnellen Bewegungen, das viele Singen und die weiße Kleidung einfach nur „doof“ fand.

Seitdem ist viel passiert. Vor allem durch meine Übungspraxis habe ich begonnen, meine schnellen Urteile zu hinterfragen: Gefällt mir der Stil einer Yogalehrerin vielleicht nur deshalb nicht, weil sie nicht meiner Vorstellung einer Yogalehrerin nicht entspricht? Durch das Reflektieren meiner Gefühle und Gedanken fällt es mir mittlerweile leichter zu erkennen, wo ich mir durch Schwarz-Weiß-Denken und festgefahrene Überzeugungen neue Erfahrungen verbaue – und wo ein Mensch oder eine Tätigkeit aktuell einfach nicht zu mir passen.

Kürzlich beschloss ich, meine neue Offenheit beim Kundalini-Yoga zu überprüfen und besuchte das Ardas in Hamburg. Subagh, eine der Gründerinnen des Ardas-Zentrums, begrüßte mich so herzlich, dass ich mich in den hellen Räumen sofort wohl fühlte. Nachdem ich und die anderen Schüler unsere Fell-bezogenen Matten im Halbkreis formiert hatten, machten wir einige aufwärmende Asanas. Danach führte uns Subagh durch eine Sequenz von Positionen, die dem Überwinden von Trauer und traumatischen Erfahrungen dienen sollen (im Kundalini Yoga werden Asanas spezielle Wirkungen zugeschrieben). Wir führten die meisten Asanas mehrere Minuten lang dynamisch aus, bewegten in der Position zum Beispiel die Arme kraftvoll von oben nach unten. Dazu spielte Subagh Musik ein, oft sangen wir mit. Die Musik half mir, die einfach aufgebauten, aber anstrengenden Übungen im Einklang mit meinem Atem auszuführen. Da mir die meisten Positionen unbekannt waren, sah ich mich regelmäßig um, um zu überprüfen, ob ich die Übungen korrekt ausführte. Und blickte auf durchwegs konzentrierte und gleichzeitig versunken-entspannte Gesichter. Zum Ende der Stunde leitete Subagh durch eine halbstündige Meditation, die ebenfalls mit dynamischen Bewegungen und dem Mantra „Har“ verbunden war.

All das war sehr ungewohnt für mich. Kundalini-Yoga unterscheidet sich deutlich von klassischem Hatha – die dynamische Ausführung der Asanas, die für Kundalini typische Musik, die Bewegung während der Meditation. So gut wie keine meiner Erwartungen an eine Yogastunde waren erfüllt worden. Trotzdem hatte ich Subagh sofort vertraut, war eingetaucht in die spezielle Atmosphäre des Ardas und hatte mich während der Stunde wohl gefühlt. Ob Kundalini-Yoga ein Teil meiner Praxis werden wird? Ich weiß es nicht. Falls aber doch – und hinter diesem schnellen Urteil stehe ich –, wäre das Ardas ein guter Ort dafür.

Fazit: Im Ardas in Ottensen wird klassisches Kundalini-Yoga nach Yogi Bhajan unterrichtet. Die Lehrer tragen, wie im Kundalini-Yoga üblich, weiße Kleidung, Schülern wird die Kleidungswahl freigestellt.

Das „Zentrum für Yoga und Gesundheit“ bietet eine Rundum-Versorgung von kostenlosem Sadhana (Yoga und Meditation), Sonnengruß-Stunden am Vormittag sowie vielfältigen Pre- und Postnatal-Angeboten und offenen Kursen am Abend. Anfänger können mit geschlossenen Grundkursen einsteigen.

Ardas – Zentrum für Yoga & Gesundheit

Spritzenplatz 5-7

22765 Hamburg

Tel. 040 – 39 80 52 75
www.ardas.de

Probestunde: 5 Euro

Diese Videos passen zum Thema