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Krise als Chance: Mach das Beste draus!
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Krise als Chance: Mach das Beste draus!

Von Katharina Goßmann

Wenn es so richtig dick kommt, wollen viele von uns am liebsten weglaufen. Oder wenigstens irgendwem den schwarzen Peter zuschieben. Wenn du aber im Krisenfall all deinen Mut zusammennimmst und dich den Aufgaben der Situation stellst, machst du nicht nur das Beste aus der Katastrophe – sondern bringst dich und dein Leben auch immens voran!

Die Katastrophe bringt es an Licht

Wenn uns eine private, berufliche – oder globale – Krise ereilt, ist das nie schön. Denn fast immer kommen in so einer Situation alle unsere verdrängten Gefühle und Probleme mit Macht an die Oberfläche. Weil die Belastungen der Krise so groß sind, dass unsere normalen Verdrängungsmechanismen und Kompensationsstrategien nicht mehr ausreichen. Und dann müssen wir uns nicht nur mit den konkreten Themen der Krise auseinandersetzen, sondern zusätzlich mit einer Kakophonie aus alten Problemen und ihren Konsequenzen.

Oftmals sind die alten Themen nicht nur das Belastendste an einer Krise – häufig sind sie sogar deren wahre Ursache. Das ist aber meistens schwer zu erkennen. Denn die meisten von uns sind es gewohnt, die „Schuld” für unsere Gefühle im Außen zu suchen. Und das ist die wirkliche Katastrophe.

Denn grundsätzlich gilt: Du kannst zwar nicht beeinflussen, was dir passiert – aber du kannst beeinflussen, wie du die Situation beurteilst und was du daraus machst. Das bedeutet auch, dass du die Macht hast, jede Situation zu deinem Vorteil zu wenden. Die Verantwortung für deine Gefühle, deine Gedanken und dein Leben liegen in deiner Hand!

Wenn dich eine Krise überwältigt, wenn die Erde schwankt, nichts mehr so ist wie zuvor und du dir nichts mehr wünschst, als dass wieder „Normalität” einkehrt – dann halte mal kurz inne: Gibt es was, das du vielleicht gar nicht so gut findest an deinem alten Leben? Könntest du eventuell die aktuelle Situation nutzen – in der sowieso kein Stein mehr auf dem anderen steht –, um die Weichen etwas anders zu stellen?

Denn so unangenehm eine Krise ist, so große Chancen bietet sie auch. Wenn du jetzt sowieso gerade überwältigt wirst von deinen Gefühlen, kannst du sie dir doch einfach mal angucken, oder? Statt deine Energie darauf zu verwenden, sie wieder unter den Teppich zu kehren, höre ihnen doch zu – und dann wage den Schritt in dein neues Leben.


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Aber fangen wir doch am Anfang an:

Die Methoden der Verdrängung

Wir alle werden im Laufe unseres Lebens in viele Situationen kommen, die uns unangenehm sind. Manche davon lösen so schlimme Gefühle in uns aus, dass wir es kaum ertragen können. Es ist mehr als verständlich, dass viele von uns in solchen Situationen erst mal alles dafür zu tun, vor diesen Gefühlen wegzulaufen, um sie nicht fühlen zu müssen.

Es gibt zahlreiche Methoden, die eigenen Gefühle nicht wahrzunehmen:

  • Wir können uns ablenken. Indem wir den ganzen Tag lang mit unserem Smartphone spielen – Spiele jeder Art, Telefonieren und Chatten, die witzigsten Katzen-Videos, Blogs, Podcasts und Spotify stehen zur Auswahl. Und abends dann vor Netflix abhängen.
  • Wir können uns betäuben mit Essen, Alkohol und Nikotin, oder auch mit Psychopharmaka und Drogen.
  • Wir können die ganze Zeit arbeiten, sodass keine Energie für irgendetwas anderes bleibt.
  • Wir können unsere Gefühle in unangenehme Scheinprobleme verlagern und uns nur noch mit unserem Aussehen, unserem Status oder unserem Instagram-Account beschäftigen.
  • Eine äußerst beliebte Variante der Gefühlsverdrängung ist es auch, jemandem oder etwas die Schuld für diese Gefühle zu geben. Der Chef ist schuld, dass ich einen Job mache, den ich nicht mag. Mein Mann ist schuld, dass ich mich hässlich finde, weil er mir nicht oft genug sagt, dass ich attraktiv bin. Und Bill Gates/China/5G ist schuld an Corona.

Die Folgen der Verdrängung

Das Doofe an all diesen Verdrängungsstrategien ist: Die unangenehmen Gefühle gehen davon nicht weg. Wir fühlen sie nur nicht mehr so deutlich bzw. können sie in Wut gegenüber dem „Schuldigen” verwandeln. Wir verschieben das Problem also nur – in die Zukunft, weg von uns.

Und das kreiert neue Probleme: Irgendwann wissen wir gar nicht mehr, welches Gefühl von welcher Situation ausgelöst wurde. Ja, wir haben kaum mehr eine Ahnung, was unsere Gefühle überhaupt bedeuten. Wir haben sie so lange weggedrängt, dass wir uns mit uns selbst gar nicht auskennen. Wir sind Gefühlslegastheniker geworden – und haben so den Kontakt zu uns selbst komplett verloren.

Den meisten Menschen, die den Kontakt zu sich verloren haben, geht es nicht besonders gut. Vielleicht merken sie es selbst gar nicht so oft – weil sie sich ja ablenken und nicht viel von sich spüren –, aber wahrscheinlich kämpfen sie mit psychosomatischen Beschwerden: Sie schlafen schlecht, haben vielleicht Verspannungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder kämpfen mit Gewichtsproblemen oder Verdauungsbeschwerden. Wenn sie ehrlich sind, mögen sie wahrscheinlich auch ihren Job nicht besonders, sind nicht glücklich in ihren Beziehungen und haben insgesamt wenig Freude an und in ihrem Leben.

Schlimmer noch: Wenn wir unsere Gefühle längerfristig ignorieren, sammeln sich immer mehr Folgeprobleme an. Und die können richtig unangenehm sein. Wenn du über Jahre die immer deutlicher werdenden Schwierigkeiten in deiner Ehe verdrängst, musst du dich vielleicht irgendwann mit einer Scheidung auseinandersetzen. Wenn du lange Zeit so tust, als würdest du nicht zu viel Alkohol trinken, findest du dich möglicherweise irgendwann in einer Entzugsklinik wieder.

Negative Gefühle sind Warnsignale

Das klingt ziemlich dramatisch. Vielleicht denkst du gerade: Das bisschen Gefühlsverdrängung soll so weit reichende Konsequenzen haben?

Wenn du es dir aber genau überlegst, ist es nur logisch, dass das Verdrängen von negativen Gefühlen verheerende Folgen haben kann. Denn negative Gefühle sind wie Schmerzen, nur eben nicht als Warnsignal, dass gerade dein Körper verletzt wird, sondern dass deine Psyche, dein Herz gerade Schaden nimmt. Und so, wie du deinen Fuß instinktiv wegziehst, wenn du auf eine Scherbe trittst, und dann die Wunde versorgst, solltest du eigentlich auch die Ursache für deine psychischen Schmerzen aus deinem Leben entfernen und dich dann um eventuell entstandene innere Wunden kümmern.

Zu oft tun wir aber genau das nicht. Zum einen ist es leichter, eine Scherbe aus dem Fuß zu ziehen, als sich einzugestehen, dass einen der Partner gerade (mal wieder) mit einer schlimmen Bemerkung massiv abgewertet hat und man sich eigentlich trennen müsste. Zum anderen mangelt es vielen von uns an Selbstvertrauen und Selbstliebe: Wenn uns unser Partner nicht wertschätzend behandelt, dann weil wir es eben nicht verdient haben. Wenn wir die Beförderung nicht bekommen, waren wir eben nicht gut genug.

Wenn wir mit dieser Haltung unser Leben leben, ist es fast unvermeidlich, dass wir nie das bekommen, was wir wollen und brauchen – und Geist, Körper und Herz leiden.

3 konkrete Tipps für den Umgang mit einer Krise


1. Umarme dein Gefühl

Wenn dich ein negatives Gefühl übermannt, bleib einfach in dem Gefühl. Reagiere nicht darauf. Handle nicht, beschuldige niemanden, beschimpfe dich nicht selbst. Lass das Gefühl einfach da sein. Bewerte es nicht. Guck es an. Kein Gefühl ist schlecht oder peinlich. Werde dir bewusst: Dieses Gefühl ist mein Freund, es will mir etwas zeigen und damit helfen. Wenn du dich dann ein bisschen an das Gefühl gewöhnt hast, bedanke dich bei ihm. Danke ihm, dass es dich auf etwas aufmerksam gemacht hat – oder einfach dafür, dass es da ist und dass du es vielleicht irgendwann verstehen wirst.

2. Übe dich in Selbstliebe

Falls du das Gefühl schwer aushalten kannst oder es eine Kaskade an zerstörerischen Gedanken und Gefühlen hinter sich her zieht (Klassiker wie: Ich kann nichts. Mich kann man nicht lieben. Ich bin hässlich.), dann mach am besten eine geführte Meditation. So kannst du die negativen Gedankenspiralen unterbrechen, ohne das Gefühl zu verdrängen.

Probier doch mal diese Atem-Meditation für mehr Selbstliebe von LuNa Schmidt aus:

Yoga Video Tantrischer Pranayama: Eine Meditation für mehr SelbstliebeYogaEasy-Video abspielen

Wenn du merkst, dass du das Gefühl besser aushalten kannst, dann übe dein neues Lieblings-Mantra „Ich bin gut, so wie ich bin, und erlaube mir, glücklich zu sein”. Denn wenn du diese Grundhaltung von Selbstliebe einnimmst, wird es dir viel leichter fallen, negative Gefühle korrekt zu interpretieren – und Konsequenzen daraus abzuleiten, die dich glücklicher machen.

3. Stärke dein Selbstvertrauen

Um diese Konsequenzen umzusetzen, wirst du wahrscheinlich Selbstvertrauen und Mut brauchen. Es ist gar nicht so leicht, seinen Chef nach einer Beförderung zu fragen, den Partner um mehr Mithilfe im Haushalt zu bitten – oder sich sogar beruflich völlig neu auszurichten oder eine Therapie zu beginnen. Grundsätzlich gilt: Höre auf deine Gefühle und das, was sie dir erzählen wollen – und dann fang gerne klein, aber konsequent an, dein Leben zu leben! Das kann sein, dass du dir im Familienalltag mehr Pausen gönnst, wieder mehr deinen Hobbys frönst oder eine Fortbildung beantragst. Jeder Schritt, den du in deine Richtung gehst, ist wertvoll. Und je öfter du auf dich gehört hast, deinem Gefühl gefolgt bist, desto mutiger wirst du werden, wird dein Selbstvertrauen wachsen. Eine unschätzbare Unterstützung dabei ist eine regelmäßige Yoga-Praxis. Denn neben all den anderen Vorteilen, die Yoga hat, stärkt es auch dein Selbstvertrauen, weil du dich besser kennenlernst, gut auf dich achtest, aber auch kontinuierlich deine Grenzen erweiterst.

Probier es einfach aus mit diesem Video für mehr Selbstvertrauen von Veronika Freitag:

Yoga Video Selbstvertrauen gewinnen und loslassenYogaEasy-Video abspielen

So paradox es also erst mal klingt: Wer sich regelmäßig bewusst und aktiv mit seinen unangenehmen Gefühlen beschäftigt, fühlt sich auf lange Sicht sehr viel besser. Komm, sei mutig und trau dich – es wird sich lohnen!

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