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Large yoga blockade asana
YogaEasy, Shutterstock

Die Energieblockaden Granthis: Löse den Knoten!

Von Birgit Feliz Carrasco

Granthis – die inneren Knoten des Menschen

Beim Thema Granthis geht es um innere Knoten im Wesen des Menschen. Granthi aus der Sanskrit-Sprache bedeutet übersetzt Knoten, Verhärtung oder Fessel. Gemeint sind damit feine, nicht offensichtliche Blockaden, die das freie Fließen spiritueller Kräfte im Menschen behindern. Oder gar verhindern,wenn die Knoten besonders fest und tief sitzen.

Beschäftigen wir uns also heute einmal mit der Frage: Wie verknotet sind wir eigentlich, und was können wir tun, um uns zu entknoten?

Mit Yoga den Körper entknoten

Betrachtet man alte Schwarz-weiß-Fotos von ehrwürdigen indischen Yoga-Meistern,  liegt die Assoziation nahe, Yoga sei eine Art Lehre des Verknotens. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Yoga ent-knotet den Körper, Muskeln werden gedehnt, Myogelosen (das Fachwort für Muskelknoten = massive Muskelverspannungen, punktuelle Muskelverhärtungen) werden sanft gelöst. Zudem wird die Bewegungsfreiheit von Gelenken stetig aktiviert oder erhalten.

Körperliche Granthis im äußeren, feststofflichen Körper sind also relativ leicht mit regelmäßiger Yogabewegung zu lösen. Aber wie können wir unsere inneren Knoten aufknüpfen und woraus bestehen sie?

Den inneren Knoten auf der Spur

Die nächst tiefere Ebene unserer menschlichen Daseinsform ist das Nervensystem. Und auch auf dieser Ebene können sich Granthis bilden.

Dieses Geflecht aus Nervensträngen mit einer Gesamtlänge von 780.000 Kilometern (ohne die Nervenzellen des Gehirns), bildet mal lange, mal kurze Bahnen, die alle miteinander verbunden – besser gesagt: miteinander verknotet - sind. Diese Nerven-Knoten sind essentiell um etwa Informationen vom sehenden Wahrnehmungssinn über das Gehirn an reaktive Muskeln weiterzuleiten, die dem Körper Halt gebieten, sobald eine Ampel auf Rot wechselt. 

Aber nicht jeder Knoten ist ein sinnvoller Knoten. Die Redensart „einen Knoten im Kopf haben” kommt der Lehre über Granthis recht nahe: Denn Granthis entstehen durch Bindungen, gedankliche Muster und Eigenschaften unseres Wesens, die uns an sogenannte niedrige Charakterzüge binden und uns das (immer wieder gerne zitierte) Loslassen erschweren. Man könnte Granthis also auch als emotionale Auffangstationen bezeichnen, die alte Schmerzen und Ängste sammeln und aufbewahren.

Wer mental verknotet ist, ist gefesselt, unfrei und tut sich nicht leicht, spirituelle Öffnung zu erfahren, weil die Ablösung von festgezurrten, Jahrzehnte andauernden Prägungen schwer fällt. Wissen und Erspüren unserer individuellen Granthis unterstützt unsere Bewusstheitsentwicklung, indem wir beginnen innerlich aufzuräumen und Licht in die Ecken unserer inneren Wohnung zu bringen.

Zudem erzeugen Granthis materielle wie emotionale Wünsche, fördern Selbstsucht ebenso wie die Sucht nach Leiden, die in jeder gepflegten Leidenschaft verborgen liegt. Lesetipp: Der indische Weisheitslehrer Patanjali hat zum Themenkreis „Charaktereigenschaften des Menschen” aufschlussreiche Empfehlungen in seinen Erläuterungen über „Yamas” und „Niyamas” und „Kleshas” für uns Yogis hinterlassen.

Entknotung durch Bewusstheit

Die Bewusstwerdung unserer generellen wie individuellen Granthis ist deshalb ein wichtiger Schritt zur Entknotung, denn nur was uns bewusst wird und im Licht der Selbstreflexion betrachtet wird, kann aufgeknüpft und gelöst werden. Eine selbstkritische Analyse, in der wir unsere emotionalen, abhängig machenden Bindungen, Ängste, psychologischen Glaubenssätzen und materiellen Anhaftungen erforschen, hilft uns uns zu „verlichten”.

Ein Wandel von egozentrischer Selbstsucht zu gesunder Selbstliebe ist durchaus ein längerer Weg, aber jeden Tag ein bisschen unserer Granthis aufzulösen, befreit uns persönlich und ist heilsam für das Welt-Kollektiv. Wer sich aus Selbstliebe wirklich selbst lieb hat, auf sich selbst stolz ist, für das was ist dankbar ist, wird es künftig nicht mehr nötig haben selbstsüchtig und egoistisch auf Kosten anderer zu sein. Wer liebevoll zu sich selbst ist, ist es auch zu anderen – der Knoten im Herzen ist geplatzt.

Die drei Knoten: Anleitung zur feinstoffliche Entknotung

Durch meditative Übungen können mentale wie feinstoffliche Granthis gelöst werden. Die feinstoffliche Chakralehre verortet drei Granthis im bzw. am energetischen Körper des Menschen. Sie sitzen nahe drei essentieller Chakras und verhindern wie eine fesslender Knoten den freien, ungehinderten Energiefluss über und durch die Chakras: In der Folge dessen ist der ersehnte, strömende Dauerimpuls der Kundalini-Energie gehemmt, die unser Sein mit Erde und Himmel verbindet und unseren spirituellen Weg des Erwachens mit dem Zustand der Erleuchtung krönt.

1. Brahma-Granthi – der erste Knoten

Er ist mit dem Wurzel-Chakra verbunden und hindert gegebenenfalls die frei vibrierende Schwingung dieses Chakras unterhalb des Steißbeins. Brahma ist der indische Schöpfergott, aus dessen Nabel nach Äonen von Zeitaltern das Universum einen neue Welt in Form einer Lotusblume geboren wird. Das Wurzel-Chakra symbolisiert und energetisiert die individuelle Entstehung, Neuschöpfung und das persönliches Wachstum im Sein. Brahma Granthi beherrscht und aktiviert die individuelle Verbundenheit eines Menschen mit der Urquelle der Schöpfung. Die Entknotung von Brahma-Granthi führt dazu, das Prana, die Lebensenergie intensiver über das Wurzel-Chakra einfließt und so die Lebendigkeit des feststofflichen Körpers und des menschlichen Seins intensiver wahrgenommen wird.

Übungsempfehlungen zu Brahma Granthi

 

Asana „Mutterhaltung”:

Auf dem Boden oder einem niedrigen Kissen sitzend beide Beine anwinkeln, dann das angewinkelte linke Bein anheben und mit dem linken wie rechten Arm umfassen. Das Bein im Arm wie ein Kind hin und her wiegen, um Hüftgelenk und Beckenraum zu lockern und von muskulären „Granthis” zu befreien. Der Körper wird quasi erst etwas verknotet, um ihn dann zu entknoten, wenn das Bein sanft wie ein Baby wieder auf die Erde gebettet wird. Ebenso mit den rechten Bein verfahren.

Schwingungston „U”:

Zur feinstofflichen Entknotung des Brahma Granthi in sitzender Meditationshaltung wiederholtes Tönen eines tiefen, sonoren „U” Vokals, bis der Beckenraum zu vibrieren beginnt.

Affirmation „Urschutz”:

Zur mentalen Entknotung des Brahma Granthi ist eine tägliche Wiederholung der Affirmation „Ich bin behütet und beschützt von der Urquelle, der Schöpfung von allem was ist.” hilfreich.

2. Vishnu Granthi – der zweite Knoten

Dieses Granthi ist mit dem Herz-Chakra verbunden und hält uns in emotionalen, irdischen Querelen gefangen. Als metaphorisches Bild stelle man sich ein Schokoladenherz vor, welches so fest umschnürt ist, das es in der Mitte verbogen, verformt und im Inneren luftig leer anstatt prall gefüllt mit prächtigem Nougat ist. Ein Fake-Herz! Vishnu Granthi hindert uns daran, uns mit feinstofflichen Dimensionen zu verbinden und fesselt uns an die irdischen, feststofflichen Welt, obwohl die kosmische Schöpfung zu 99% aus Feinstofflichkeit besteht. Wer möchte lediglich zu 1% leben? Die indische Gottheit Vishnu ist der Erhalter des Weltengebildes, er ist überall gegenwärtig, solange das Zeitalter der jetzigen Schöpfung währt. Die Entknotung des Vishnu Granthi befreit uns von der irdischen Schwere und Gebundenheit. Die Auflösung dieses Knotens erhebt uns mit einem weiten, wohligen Herzen und frei vibrierenden Herz-Chakra zur Wahrnehmung feinstofflicher Energien und Schwingungen, was uns wiederum das klare Gefühl gibt, alles ist gut so wie es ist.

Übungsempfehlungen zu Vishnu Granthi

 

Asana „Herz-Chakra”:

Auf dem Boden liegend ein Meditationskissen unter der Brustwirbelsäule platzieren und den Rücken darauf ablegen. Beine und Arme locker auf der Erde ruhen lassen, ebenso den Hinterkopf in sanften Kontakt mit der Erde und einem kleinen Kissen bringen. Brustbein und Herz-Chakra sind durch diese Lagerung der erhabenste Punkt des Körpers. Frei und bewusst atmen. Über die Nase einatmen und imaginieren über das Herz-Chakra in der Mitte der Brust ausatmen, löst muskuläre Granthis im Brustkorb und Brustwirbelsäule.

Schwingungston „A”:

Zur feinstofflichen Entknotung des Vishnu Granthi in sitzender Meditationshaltung wiederholtes Tönen eines aus dem Herzen kommenden Klang mit dem Vokal „A” tönen, bis der gesamte Brustraum zu vibrieren beginnt.

Affirmation „Wahrhaftigkeit”:

Zur mentalen Entknotung des Vishnu Granthi ist die tägliche Wiederholung der Affirmation „Ich bin wahrhaftig ein Teil der großen Schöpfung” heilsam.

3. Rudra Granthi – der dritte Knoten

Rudra ist der Teilaspekt der hinduistisches Gottheit Shiva, die für die Zerstörung der Welt verantwortlich ist, wenn es an der Zeit ist, der Schöpfung eine Pause zu gönnen. Die Schöpfung verfällt nach Shivas zerstörerischen Wirken in einen tiefen, langen Schlaf im Körper des Gottes Brahma, bis dieser erwacht und wie beschrieben aus seinem Lebensspendenden Nabel eine neue, blühende Welt erwächst. Rudra Granthi ist mit den Stirn-Chakra verbunden und wirkt nicht nur im irdischen Alltag so manches Mal wie ein Knoten im Verstand, sondern auch während unsere meditativen Praxis wie ein Tor, das immer noch fest verschlossen ist. Die Öffnung dieses Tores und die Entknotung von Rudra Granthi ist essentiell, um in Dimensionen höheren Bewusstseins und zur absoluten Bewusstheit einzutreten. Die Auflösung von Rudra Granthi lässt uns gänzlich und vollumfassend erwachen, lässt uns alles sehen, alles begreifen und alles lieben, so wie es ist.

Übungsempfehlungen zu Rudra Granthi

 

Asana „Demutshaltung”:

Im Fersensitz (Beine anwinkelt, Po auf die Fersen ablegen) Arme zur Erde führen und den Kopf mit der Stirn zu Erde ablegen. Arme neben dem Kopf nach vorne ausstrecken und bewusst in der Vorstellung durch das Stirn-Chakra, verbunden mit der Energie der Mutter Erde, ein- und ausatmen. Muskuläre Knoten in der Wirbelsäule, Nacken und Schulterpartie werden durch passive Rückendehnung gelöst.

Schwingungston „I”:

Zur feinstofflichen Entknotung des Rudra Granthi in sitzender Meditationshaltung töne einen hellen Klang mit dem Vokal „I”, bis der gesamte Kopfraum zu vibrieren beginnt.

Affirmation „Licht”:

Zur mentalen Entknotung des Rudra Granthi ist die tägliche Wiederholung der Affirmation „Ich lasse von Kopf bis zu den Füßen Licht der Urquelle durch meinen Körper fließen” eine wohlige Reinigung und Stärkung.

Die Analogien zwischen Granthis, Internet und Universum

Alles ist mit allem verbunden. Jeder von uns ist ein kleiner Knoten eines Fischernetzes und so kann jeder von uns bestimmen, in welche Richtung sich die Erdengemeinschaft entwickeln wird. Sobald du dich dafür entscheidest, Yoga zu praktizieren und zu meditieren, beginnst du den Weg Richtung Licht zu gehen und die mit dir, in unmittelbarer Nähe verbundenen Knoten/Menschen werden von deinem Streben mitgezogen und miterhoben.

Nicht nur das irdische Internet ist ein Netz wie Fischernetz, in dem alle miteinander verbunden sind, sondern im großen Ganzen, im Universum (oder in den vielen Multiversen, die es geben mag) ist alles miteinander verbunden. Planeten ziehen in Bahnen um Sterne, miteinander verbunden über Schwerkraft. Sonnensysteme sind in Galaxien miteinander über Anziehungskräfte verbunden, ebenso Galaxien miteinander. Alles ist mit allen verbunden, jedoch hält nichts starr und für ewig aneinander fest. Das Konzept der Schöpfung ist Verbundenheit in Flexibilität... und das ist die Bedeutung des Yoga.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich im heutigen Lebensstil der Menschen mehr Knoten als nur die drei dargestellten Granthis in Menschen manifestieren. Mir scheint jedoch der Knoten am Herzen derjenige zu sein, der alle anderen Granthis aufzulösen vermag... sobald wir das eine, herausragende Fadenenden finden, an dem wir zupfen, auf das sich – wie durch eine unsichtbare, mystische Kraft – das gesamte, von Menschen selbstgemachte Knoten-Wirrwarr des irdischen Seins auflöst. Das Universum ist voller wundervoller Kräfte, die wir nutzen dürfen.

Ich wünsche dir lichtvolle Erkenntnisse beim Zupfen!

Love and Light, Birgit Feliz Carrasco

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