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Bild: Shutterstock

DER Trick, wie du es schaffst, gesünder zu leben

Von Katharina Goßmann

Die Voraussetzung: Wissen, was dir gut tut

Weißt du, was dir wirklich guttut? Oder versuchst du noch, nach Regeln zu leben, die du irgendwo gehört oder gelesen hast – und zwar immer und ausnahmslos (etwa „täglich Sport machen”, „nie Süßigkeiten essen” etc.)? Dann müssen wir nämlich erst noch über dieses Problem sprechen. Es ist zwar noch nicht das Hauptproblem, aber auch wichtig.

Viele von uns haben einen Perfektionsanspruch im Kopf, der sich leider nicht mit der menschlichen Natur deckt. Die ist nämlich auf die Art perfekt, dass sie flexibel ist, Variation erlaubt, sich an die Situation (die Jahreszeit, deinen aktuellen Zustand etc.) anpasst. Tatsächlich ist es nämlich so, dass weder Pizza noch Abhängen auf der Couch per se schlecht für dich sind. Die Frage ist vielmehr, ob es heute eben genau das Richtige ist für dich, superleckere Pizza zu essen und auf dem Sofa zu entspannen – oder ob du deine Abende grundsätzlich damit verbringst, Tiefkühlkost in dich reinzuschlingen, während der Fernseher läuft. Sprich: ob du auf die Intuition hörst und dir dann das gibst, was du gerade brauchst, oder ob dein Leben aus gesundheitsschädlichen Gewohnheiten besteht, die dir Lebensfreude und Energie rauben.

Ganz ehrlich: Alle, die wirklich nie Pizza essen, haben Verspannungen – weil sie entweder furchtbar neurotisch sind oder furchtbar dogmatisch. Es ist schlicht nicht erstrebenswert, nie Süßigkeiten zu essen, sondern schade, unflexibel und wenig sozialverträglich. Also hör auf damit, es dir zu wünschen. Achte stattdessen darauf, dass du Süßigkeiten dann isst, wenn du sie wirklich essen willst, und dann iss solche, von denen du keine Verdauungsschwierigkeiten bekommst – und zwar mit Genuss, mit Dankbarkeit, mit Freude. Sprich: Hör auf dich. Du und dein Körper seid ein Super-Team und wisst genau, was euch guttut.


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Nachdem ich 20 Jahre lang alle möglichen Gesundheitstrends ausprobiert habe, tausend verschiedenen Ernährungsphilosophien nachgelaufen bin und mir jedes gehypte Kräuterchen, Nahrungsergänzungsmittel und Wässerchen gekauft habe, weiß ich mittlerweile, was mir wirklich guttut: Kaffee und Milchprodukte weglassen. Mich täglich bewegen (muss gar nicht Sport sein, ein Spaziergang oder eine Runde Yin Yoga sind auch super). Nach 19 Uhr nichts mehr essen. Und vor allem Pausen machen, so richtig nichts tun und denken, am besten in der Hängematte.

Halte ich mich an diese simplen Regeln? Nein. Fast nie, ehrlich gesagt. Nun stellt sich die Frage: Warum? Keine der Regeln ist schwer einzuhalten, und wenn ich doch weiß, wie viel besser es mir geht, wenn ich sie beachte, müsste ich das doch schaffen!?

Der Knackpunkt: Selbstliebe statt Selbstoptimierung

Theoretisch ist das richtig. Praktisch allerdings vernachlässige ich einen essenziellen Aspekt der Gleichung. Und zwar den, dass ich all diese Regeln nur deswegen aufgestellt habe, weil ich mich NICHT GUT FINDE, SO WIE ICH BIN. Konkret: weil ich mich zu unentspannt, zu unsportlich, zu aufgedunsen, zu negativ und zu dauererschöpft finde. Mein Wunsch gesünder zu leben basiert also auf dem Wunsch, mich zu verändern, besser zu sein, zu funktionieren – immer freundlich und entspannt und frisch und voller Energie zu sein. So wie die hübschen Muttis in den Magazinen eben.

Auch wenn es oberflächlich so aussieht, will ich mir mit meinen gesundheitsfördernden Regeln also nicht etwa Gutes tun, sondern nur meinen peinlichen Ist-Zustand beenden. Und das merken mein Geist, meine Seele, mein Körper. Und weigern sich kollektiv. So wie jedes anständige Kind, von dem man verlangt, dass es bitteschön sofort brav und still sein soll, sich weigern wird.

Und jetzt: Geh an die Ursache

Wie wäre es denn, wenn ich mich einfach so annehmen würde, wie ich bin? Mich nicht innerlich beschimpfen würde, wenn ich Schoko esse – sondern sie genießen würde? Mich nicht schämen würde für meine Oberschenkel – sondern dankbar wäre für meinen Körper? Wenn ich auf mein Gefühl hören würde – statt mich an irgendwelche Dogmen zu klammern? Ja, klar, ich sehe nicht aus wie ein Topmodel und habe etliche extrem nervige Eigenschaften. Aber nicht mal Topmodels sehen ungeschminkt und ohne Photoshop aus wie Topmodels, und nervige Eigenschaften haben wir nun mal alle.

Und wenn ich mich dann so akzeptiere, wie ich bin, kann ich mir überlegen, warum ich morgens so erschöpft bin, dass ich das Gefühl habe, ich müsste Kaffee trinken. Und warum ich abends keine Energie mehr für einen entspannenden Spaziergang habe und stattdessen auf der Couch abhänge und snacke. Das wäre dann nicht nur ein wirklich liebevoller Umgang mit mir selbst, sondern würde auch die wirkliche Ursache meines nicht so gesundheitsförderlichen Verhaltens angehen.

Denn alles, was wir tun, tun wir aus einem guten Grund. Wenn du dir den ganzen Tag Süßigkeiten reinstopfst, dann tust du das vielleicht, weil du deinen Job nicht magst – du entschädigst dich sozusagen für die täglichen Qualen mit Schoko. All unsere selbstschädigenden Verhaltensweisen sind Versuche, etwas auszugleichen, etwas für uns zu tun. Du musst nur herausfinden, welchen Mangel, welche Belastung in deinem Leben du versuchst zu kompensieren. So wie ich erst herausfinden musste, dass ich im Alltag viel zu viel von mir verlange – und deshalb abends für nichts mehr Energie habe außer auf dem Sofa zu liegen (statt Yoga zu machen oder spazierenzugehen) und mich dann zu spät ins Bett schleppe (weshalb ich dann morgens einen Kaffee brauche, um wach zu werden).

Wenn du anfängst, dich ernst zu nehmen, auf deine Empfindungen und die Signale deines Körpers zu hören, dann kannst du wirklich was ändern. An deinem Verhalten, deiner Gesundheit, deinem Energielevel – vielleicht sogar an deinem ganzen Leben.

Wäre das nicht fantastisch?

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