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Übersäuerung: Auf Leber und Nieren geprüft

Übersäuerung: Auf Leber und Nieren geprüft

Von Petra Orzech

Neues Jahr – neue Vorsätze, das alte Spiel. Wir nehmen uns vor, weniger Fast Food zu essen, Stressminimierung, mehr Zeit für die Familie, öfter ins Theater gehen, reichlich Yoga machen – das ganze Programm. Oft fühlt man sich nach den ganzen Feiertagen allerdings ausgelaugt, erschöpft und viel zu müde, um Neues mit Elan anzupacken. In dem Fall ist man höchstwahrscheinlich sauer – und zwar im Wortsinn. Nach all den feuchten Feiern und unvernünftigen Gourmet-Eskapaden ist es höchste Zeit, den Körper in eine gesunde Säure-Basen-Balance zurück zu bringen. Denn ist dieses Verhältnis ins Ungleichgewicht, besteht Handlungsbedarf. Und je eher wir damit beginnen, desto erstaunlicher und großartiger sind die Ergebnisse. Wie stellte Hippokrates (460–377 v. Chr.) treffend fest: „Wenn du nicht bereit bist, dein Leben zu ändern, kann dir nicht geholfen werden.“

Übersäuerung ist längst nicht mehr nur ein Umwelt-Thema – saurer Regen und Übersäuerung der Böden –, sondern wird auch mit dem menschlichen Organismus in Verbindung gebracht. Dem degenerativen Gesundheitszustand unserer Erde, ausgelöst durch Übersäuerung, Mineralstoffmangel und einer wachsenden Giftbelastung, soll beispielsweise die Zufuhr von basischem Kalk helfen, der kranke Böden neutralisieren und remineralisieren kann, um wieder ein annäherndes Gleichgewicht herzustellen. Unser moderner Gesundheitszustand ist damit durchaus vergleichbar. Eine Vielzahl von Zivilisationskrankheiten breitet sich schleichend aus, um sich erst mittelfristig mit weit reichenden Folgen bemerkbar zu machen. So wird die Übersäuerung des Stoffwechsels mit der Entmineralisierung und Verschlackung des gesamten menschlichen Organismus in Verbindung gebracht und steht am Anfang einer langen Kette chronischer Leiden. In der Säureforschung weiß man längst, dass Antriebslosigkeit, Müdigkeit, brüchige Nägel, Haarausfall und Muskelverspannungen Anzeichen für einen gestörten Säure-Basen-Haushalt sind.

Wehwehchen wie Kopfschmerzen, Erschöpfung, Sodbrennen, Zahnfleischbluten, Cellulite, geblähte Därme und Allergien – wir gewöhnen uns an diese vermeintlichen Zipperlein und weisen ihnen keine größere Bedeutung zu. Von medizinischer Seite ist diesen Symptomen oft nicht leicht beizukommen. Dabei besteht für den Körper genau in diesem Zustand die Gefahr, dauerhaft zu erkranken, zum Beispiel an Rheuma, Arthrose, Osteoporose bis hin zum Herzinfarkt. Denn leider ist er nur für einen bestimmten Zeitraum in der Lage, den Säure-Überschuss zu kompensieren.

Die Regulation des Säure-Basen-Haushaltes ist ein 24-Stunden-Job und unser Organismus Tag und Nacht im Einsatz. Da die Grundregulation von Atmung, Kreislauf, Verdauung und Zellstoffwechsel Teil dieses Systems sind, bilden sich im Körper ständig Säuren: Kohlensäure entsteht bei der Atmung, Aminosäuren bei der Verstoffwechslung der Nahrung, Milchsäure beim Sport und Harnsäure beim Abbau von Körperzellen.

Körpereigene Puffersysteme schützen vor Übersäuerung und neutralisieren diese Säuren in Blut, Darm, Nieren und über die Haut. Sind jedoch permanent und zu viele Säuren im Spiel, deponiert der Körper sie in verschiedenen Geweben und Organen – deren Kapazitäten allerdings beschränkt sind. Reichen die Säurepuffer nicht mehr aus, zapft der Körper seine Mineralstoffdepots an. Diese werden entsprechend ihrer Wichtigkeit nacheinander geleert: Zuerst geht es an die Haare, dann zu den Fingernägeln, Gefäßen, Sehnen, Zähnen, und irgendwann sind die Knochen dran. Nach und nach gehen dem übersäuerten Organismus die Vorräte an Natrium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Kalium aus, weil sie für die Bindung der Säuren herangezogen werden.

Entscheidender Faktor bei der Übersäuerung ist die Ernährung: Kaffee, Fleischmahlzeiten, Süßigkeiten und Alkohol – früher die Ausnahme, heute der Alltag – werden zu Säuren verstoffwechselt. Die schlechten Freunde dieses Zuviel heißen zu wenig Bewegung an frischer Luft und an regelmäßigen Entspannungsphasen. Statt bei Erschöpfung auszuruhen, soll ein Latte macchiato helfen, als "Energiekick" kommt Kuchen dazu; man gönnt sich ja sonst nichts. Leider, leider führt die Verstoffwechselung des Kaffees aber zu Gerbsäure, der zuckerhaltige Kuchen wandelt sich in Essigsäure um.

Auch die Herstellung der Lebensmittel hat einen Einfluss, wobei die industrielle Verarbeitung und der Einsatz von Zusatzstoffen negative Auswirkungen haben. Unreif geerntetes Obst belastet mehr als, dass es nährt. Die kontinuierliche Überdüngung und Überzüchtung bringt mineralstoffarmes Gemüse hervor, das die für den Organismus lebenswichtigen Nährstoffe oft nicht mehr im ausreichendem Maße enthält.

Auch Umweltgifte, Medikamente, Stress, Ärger und Lärm funktionieren als Säurebildner. So sehen manche Wissenschaftler die Hauptursache des Alterns in der Abnutzung des Bindegewebes durch Übersäuerung, daraus folgender Entmineralisierung und Anreicherung mit Schlacken, wodurch die Drüsen und Organe zunehmend funktionsunfähig werden.

Wie nun wird man Säuren los und baut Basenreserven auf?

Neben einer entschleunigten, bewussten Lebensweise hat die Ernährung größten Einfluss auf dieses Gleichgewicht. Je nach ihrer Zusammensetzung bilden Lebensmittel unterschiedlich stark Säuren oder Basen im Körper, wobei auch die Wirkung im Verdauungssystem eine Rolle spielt. Es ist daher nicht ganz einfach, das Säure- oder Basenpotential eines Lebensmittel zu bestimmens. So lässt das, was schnellen Schwung bringt – Cola, Kaffee und Alkohol – leider den pH-Wert sinken und führt zu Übersäuerung.

Dasselbe gilt für Schokolade, kohlensäurehaltige Getränke, Süßigkeiten und Weißmehlprodukte. Da Fleisch, Wurst, Fisch und Käse ausgesprochen sauer wirken, leben Vegetarier – meist unbewusst – ausgesprochen basisch. Neutrale Lebensmittel brauchen wir wegen ihrer lebensnotwendigen Nährstoffe. Dazu gehören Sauermilchprodukte mit viel Calcium sowie kaltgepresste Öle mit Vitamin E und Beta-Carotin. Und Amaranth, Hirse, Quinoa sowie Buchweizen sind ein eiweiß- und vitaminreicher Ersatz für die gängigen Getreidesorten und Reis.

Wohltuend basisch wirken Früchte, Kartoffeln und Gemüse (bis auf wenige Ausnahmen). Selbst wenn sie säuerlich schmecken, wie etwa Zitrusfrüchte, wirken sie basisch. Das gilt auch für milchsaures Gemüse wie Sauerkraut. Bei Hülsenfrüchten gibt es erhebliche Unterschiede: Während weiße Bohnen basenbildend wirken, gelten alle übrigen getrockneten Hülsenfrüchte als säurebildend. Bei Nüssen und Samen scheiden sich die Geister. Nur soviel ist sicher, Mandeln, Kürbis- und Sonnenblumenkerne sind eher basenbildend. Und je frischer die gehaltvollen Kerne sind, desto besser.

Übrigens: Gekeimt wird jeder Samen basisch und ist dazu reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Entscheidend für die Entsäuerung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. So werden die Nieren entlastet und Säuren ausgeschieden. Ideal sind stilles Mineralwasser und Kräutertees, und zwar zwei Liter pro Tag. Im Reformhaus gibt es auch spezielle basenbildende Tees. Ein wahres Kurgetränk ist der milchsauer vergorene Brottrunk. Er lässt sich gut mit stillem Wasser im Verhältnis 1:1 verdünnen. Wer auf Dauer dem Alkohol nicht ganz entsagen will: Trockener Wein und Bier sind in Maßen verträglich.

Und was, wenn der kleine Hunger kommt? Grundsätzlich sollten das nicht passieren, wenn die Ernährung im Gleichgewicht ist! Dann sind die empfohlenen drei Hauptmahlzeiten täglich völlig ausreichend. Nur wenn der Körper Zeit zum Verdauen hat, mischet sich nicht ständig Halbverdautes mit Unverdautem, was Sodbrennen und Übersäuerung begünstigt. In "Notfällen" sind etwas Obst, Müsli oder Salat eine Option. Auf das belegte Brot lieber verzichten – es ist ein starker Säurebildner. 

Aber nicht nur auf das, was wir dem Körper von außen zuführen, haben wir Einfluss, auch auf das, was er ausscheidet. Zwar wird der Organismus Säurenüberschüsse auch über einige Organe los – man kann ihn dabei aber gut unterstützen. Denn nur wenn alle biochemischen Vorgänge in unserem Körper im richtigen Milieu ablaufen, funktioniert unser Körper optimal – und wir fühlen uns rundum gut.

Hier findest du basische Rezepte!

HIER DIE BESTEN SELBSTHILFE-MASSNAHMEN:

Die Leber – Sie ist unser wichtigstes Ausscheidungsorgan. Unterstützend wirkt ein Leberwickel: 2 TL Kaiser-Natron (Natriumhydrogencarbonat) in 250 ml heißem Wasser auflösen, einen Waschlappen eintauchen, ausdrücken und so warm wie möglich auf die Leber (im Rippenbogen rechter Oberbauch) legen. Darüber kommt ein Handtuch plus Wärmflasche. So lange damit liegen bleiben, wie es angenehm ist.

Die Lunge – Über eine tiefe Atmung (wie beim Yoga praktiziert) wird reichlich Kohlensäure abgegeben. Bei einer oberflächlichen Atmung dagegen bleiben die Säuren im Körper.

Die Nieren – Die hauseigene Kläranlage wird mittels Flüssigkeitszufuhr auf Trab gebracht. Reichlich stilles Wasser oder Kräutertee spült Säuren, Schlacken und andere belastende Stoffe aus.

Die Haut – Sie wird auch "dritte Niere" genannt, da sie als Ausscheidungsorgan einen großen Beitrag zur Entsäuerung beitragt. Sport oder Saunabesuche wirken über den entstehenden Schweiß als gutes Ausleitungsventil. Wer gern badet, kann mit einem 45-Minuten-Vollbad Gutes für seinen Körper und seine Haut tun. Statt Badeöl gibt man drei Esslöffel "Meine Base"-Pulver von Jentschura (in Reformhäusern oder über www.p-jentschura.com) in die Wanne. Die enthaltenen Mineralstoffe sorgen für die Säureausleitung. Dabei wird schon beim Baden sichtbar: Das Wasser perlt umso besser von der Haut ab, je länger man drin ist. Die Haut wird ganz nebenbei gefettet, ein saures Hautmilieu neutralisiert.

Der Darm – Ist die Verdauung in Ordnung, werden belastende Stoffwechselprodukte über den Darm ausgeschieden. Eine basen- und ballaststoffreiche Ernährung fördert die Gesundheit des Darms.

Das Lymphsystem –  Es durchzieht den gesamten Körper und hat wichtige Abwehr- und Filterfunktionen. Die Lymphflüssigkeit holt Stoffwechselendprodukte aus den Zellen und deren Zwischenräumen. Unterstützend wirken da Massagen und Lymphdrainagen.

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