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Warum Yoga? Die Einheit von Körper und Geist.
Bildquelle: Istockphoto.com

Warum Yoga? Die Einheit von Körper und Geist

Von Kristin Rübesamen

Viele Menschen glauben, dass der Körper eine Sache und der Geist eine andere ist. Wenn dagegen auch erstmal nichts einzuwenden ist, hat dieser Glauben doch ganz handfeste Konsequenzen für unser Leben. Die Frage stellt sich zum Beispiel, wie diese beiden von einander verschiedenen Dinge mit einander in Beziehung treten sollen. Ärzte zum Beispiel müssten dann annehmen, dass Therapien, die mit dem Körper arbeiten, um seelische oder geistige Krankheiten zu heilen, notgedrungen schief gehen müssen. Sie werden finden, dass es unmöglich ist, dass Therapien, die sich mit dem Geist, der Seele und dem Verstand beschäftigen, egal in welcher Weise, den Körper in all seinen komplexen Prozessen beeinflussen können. Schließlich, so ihre Überzeugung, braucht man chemische und physische Mittel, um physische Resultate zu erzielen.

Dieser jahrhundertalten Überzeugung nach helfen nur Tabletten (oder wie immernoch praktiziert: Elektroschocks), um Körper (oder Geist) zu heilen. Während also bestimmte Medikamente und Therapien als richtig gelten, gelten andere als falsch. Entscheidend ist für uns in diesem Zusammenhang, – da wir keine Mediziner sind –, dass die zugrundeliegende Annahme nicht wissenschaftlich ist, sondern eben auf einem philosophischen Konzept beruht, demzufolge Körper und Geist nichts miteinander zu tun haben.

Alleine den Karren ziehen oder lieber zusammen?

Yoga hingegen basiert auf einem gegenteiligen Konzept. In dem Wort „Yoga“ steckt das Sanskrit-Wort „yug“ gleich Joch oder „yui“ gleich anjochen. Dahinter steckt die Vorstellung, Körper und Geist wie zwei Pferde unter ein Joch zu spannen oder anzuschirren. Wir lieben dieses Bild. Auch wenn wir Joch vor allem als Unterjochung kennen, schlummert eine Menge Kraft in der Vorstellung, zwei so unterschiedliche Dinge wie Körper und Geist zusammenzuschirren. Wenn zwei gemeinsam an einem Strang ziehen, ihre unterschiedlichen Talente und Eigenschaften mitbringen, dann ist es doch logisch, dass mehr dabei herausspringt als wenn einer verbissen für sich alleine den Karren zieht.

Ist dieses Konzept nicht die bessere Philosophie? Nichts ist überraschend an der Tatsache, dass Körper und Geist „Hand in Hand“ arbeiten. Niemand wundert sich, wenn ein Mensch an etwas Bestimmtes denkt und darauf hin rot wird? Vor einer Prüfung, einem Rendezvous, dem Ausgang einer US-Präsidentenwahl klopft unser Herz, unsere Eingeweide melden sich, unsere Finger verkrampfen. Warum gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und Depressionen? Zwischen Anorexie bzw. Übergewicht und seelischen Leiden? Warum verlieren wir Haare nach einem Trauerfall?

Oder umgekehrt: Warum werden verliebte Menschen weniger oft krank beziehungsweise schneller gesund? Warum hilft ein strammer Spaziergang dabei, nachzudenken? Nichts an diesen Beispielen ist an den erwähnten Haaren herbeigezogen, niemand zweifelt an ihrer Existenz. Yoga formuliert einfach das zu Grunde liegende Konzept: Dass Körper und Geist zusammengehören, im Guten wie im Schlechten. Egal, von welcher Seite (oder auf welchem Pferd) wir kommen, ob wir vom Körper ausgehen oder vom Geist, die andere Seite wird reagieren.

Energien bündeln im Yoga

Das Konzept von Yoga heißt aber nicht nur, dass Körper und Geist zusammenhängen, sondern dass wir sie, um etwas zu ändern, näher zusammenbringen müssen. Wenn Patienten nach einem Schlaganfall lernen, in ihren rechten Fuß zu atmen, klingt das vielleicht ein bisschen crazy, aber das auf diese Weise tatsächlich Nervenbahnen, die brach liegen, angefunkt werden und unter Umständen wieder in Betrieb genommen werden können, bestreiten selbst Schulmediziner nicht mehr. Yoga heißt nicht nur, Körper und Geist unter einen Joch zu schirren und gemütlich vor sich hin zu traben, sondern kann, sofern wir dieses Gespann in eine bestimmte Richtung lenken, alle Energien bündeln und auf diese Weise viel mehr Kraft und Energie entwickeln. Ist das nicht einfach immer wieder eine großartige Vorstellung?

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