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10 Fragen an Nicole Bongartz
Hanna Witte

10 Fragen an Nicole Bongartz

Von Kristin Rübesamen

Zu den üblichen Eigenschaften von erfolgreichen Yogalehrerinnen gehören Wissen, Einfühlungsvermogen, Disziplin und eine kleine Portion Rampensau. Was Nicole Bongartz, Co-Geschäftsführerin des Yogastudios Lord Vishnus Couch in Köln, darüber hinaus besitzt, ist ein ansteckendes Lachen, die Gabe, die Dinge beim Namen zu nennen, ohne jemanden zu verletzen, und das Talent, großartig zu sein, ohne dass sich jemand klein fühlt in ihren Klassen.

1. Auf einer Skala zwischen 1 und 10: Wie glücklich bist du jetzt gerade?

8.

2. Wie war dein erster Kontakt mit Yoga?

Am Anfang war ich alles andere als begeistert. Mir war das alles zu lahm, und das ganze Nachspüren ging mir so richtig auf den Keks. Es war aber einfach nur die falsche Yogaklasse zum falschen Zeitpunkt. Kurze Zeit später habe ich mich erneut in einen Yogakurs gewagt, und dieser wiederum war für mich life-changing. Danach habe ich mein Leben komplett neu ausgerichtet, und was das Wichtigste damals für mich war: Ich habe peu à peu gelernt, mich zu entspannen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es für jeden Menschen da draußen das „richtige“ Yoga gibt.

3. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Ja, auf jeden Fall, ich bin ehrgeizig. Wobei ich das Wort nicht besonders mag, es steckt ja das Wort Geiz darin. Mit Geiz zum Beispiel kann ich mich null identifizieren, ich bin total großzügig. Vielleicht ist ein besseres Wort für mich „abhyasa“ aus den Yogasutren, was so viel bedeutet wie diszipliniert und beharrlich. Und klar kann ich mich in Ideen festbeißen, oder ich lande auch manchmal in einem Gefühl des Minderwerts, wenn Dinge bei anderen direkt besser klappen als bei mir. Aber durch meine regelmäßige Achtsamkeitspraxis schaffe ich es eigentlich immer, mich da gar nicht erst auf diese störenden Gedanken einzulassen und einfach weiter mein Ding zu machen: Vairagya eben, das ständige Loslassen und Nicht-Anhaften an den Früchten und der Außenwirkung des eigenen Tuns.

4. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Yoga zu unterrichten, war für mich eine logische Schlussfolgerung meiner Erfahrungen. Ich wollte unbedingt und will all das Gute, was ich durch Yoga erfahren habe, weitergeben. Zudem liebe ich das Unterrichten und die Menschen, und ich glaube, dass die Liebe zum Menschen eine der besten Voraussetzungen zum Unterrichten von Yoga ist. Daher denke ich auch, dass das Besondere an meinem Unterricht etwas sehr Zugewandtes ist. Ich sehe in meinen Schülern ihr größtes Potenzial, und das spüren sie auch.


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5. Welchen irdischen Besitz schätzt du am meisten?

Hah, jede Menge. Ich liebe ja (leider) Klamotten aller Art. Und unser Zuhause. Ich habe eine Faible für Farben, Einrichtung und schöne Dinge, und das schlägt sich in der Art und Weise nieder, wie wir wohnen. Gott sei Dank kaufe ich heute eher weniger und dafür nachhaltige und qualitativ gute Dinge.

6. Was bedeutet das erste Sutra aus Patanjalis Yoga Sutra, Atha Yoga-anushasanam, für dich?

Dieser Satz bedeutet für mich alles. Er ist ein kleines Samenkorn, das schon alle wichtigen Informationen in sich trägt: „Yoga und das Leben finden jetzt statt.“ Wie oft trudeln meine Gedanken in die Zukunft, an einen anderen Ort oder in die Vergangenheit, dabei habe ich und wir alle ja nur das Jetzt. Dieser Satz ist eine Erinnerung, sich zu erinnern. Genau wie die Yoga-Praxis selbst.

7. Was hat Yoga mit Liebe zu tun (und warum sind Beziehungen manchmal so schwierig)?

Beziehungen sind so schwierig, weil wir uns meistens ein Gegenüber suchen, das Eigenschaften auslebt, die wir in uns unterdrückt haben und nicht zulassen. Daher geben mir persönlich Probleme in Beziehungen auch Impulse, an mir zu arbeiten und noch mal ganz tief in meinem Unbewussten zu forschen. Wenn ich Beziehungen so nutze und mich dadurch mehr und mehr der freiesten und glücklichsten Version meiner selbst nähere, dann ist Liebe meines Erachtens nach der natürliche Zustand unserer aller Selbst.

8. Wann bist du zuletzt vom Yogaweg abgekommen?

Das finde ich eine schwierige Frage, da für mich Abwege und Umwege zum Weg gehören. Daher nein, wirklich vom Yogaweg abgekommen bin ich, seit ich Yoga entdeckt habe, nicht mehr. 

9. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Etwas mehr Geduld würde ich mir wünschen. :) Wo kann ich die bekommen?

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Yoga kann so viel, wie es der oder die Einzelne erlaubt. Es ist ein integraler Weg, und wenn es zusammen mit Achtsamkeit und Meditation praktiziert wird, ist es meines Erachtens nach eine Riesenchance auf ein gewählt glückliches Leben in der Selbstverantwortung.

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