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Bild: shutterstock.com

Yoga bei Autoimmunkrankheiten

Von Kristin Rübesamen

Rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Schuppenflechte, Hashimoto Thyreoidits, Glutenunverträglichkeit und Zuckerkrankheit

Wenn unsere körpereigene Abwehr vor lauter Aktivismus die Organe des eigenen Körpers angreift, reden Ärzte von einer Autoimmunkrankheit. Vielleicht muss man es sich wie einen permanenten Kriegszustand vorstellen, in dem sich die Zellen des Immunsystems gegen gesundes, eigenes Körpergewebe wenden. Die Erklärungen dafür sind vielfältig, aber so richtig weiß man nicht, wie es zu einem solchem Fehlalarm im Immunsystem, das uns doch eigentlich schützen soll, kommt.

Wenn wir gesund sind, schützt uns unser Immunsystem vor Infektionen mit Bakterien, Viren und Parasiten, indem es Antikörper produziert, die sich im Blut ansammeln und gegen die Eindringlinge angehen, bevor diese uns krank machen können.

Wenn wir an einer Autoimmunkrankheit leiden, wird das Gewebe des Menschen, das aus individuellen Molekülen besteht, statt als körpereigen als fremd identifziert. Daraufhin befiehlt das Immunsystem, dieses fälschlich deklarierte Gewebe abzustoßen oder zu zerstören.

Im Yoga glauben wir an die Fähigkeit zur Selbstheilung. Wie aber einen Körper heilen, der sich selbst attackiert?

Ursachen: Gene und (der falsche) Stress

Mehrere Faktoren sind für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten verantwortlich, womöglich in Kombination.

  • Erblich
  • Hormonell
  • Umwelt und Viren

Neben einer erblichen Veranlagung, die das Risiko steigert, eine Autoimmunkrankheit zu bekommen, untersuchen Wissenschaftler immer wieder neue Zusammenhänge, z.B. zwischen Silikonstaub am Arbeitsplatz und Gelenkrheuma. 

Immer mehr aber rückt in den Fokus, was wir essen und wie wir leben: zuviel Hygiene, zu viel Stress, aber auch zuviel Langeweile. Manche Wissenschaftler vertreten sogar die Theorie, dass unser Immunsystem, gelangweilt durch ein „sicheres“ Umfeld und ohne echte Feinde mehr, sich gegen sich selbst richtet. Und tatsächlich: Therapien mit einer Wurmkur bei Multiple Sklerose sind anscheinend erfolgreich. 

Rheuma und Verdauung

Als Yogis interessieren uns natürlich ganzheitliche Untersuchungsaspekte der Wissenschaft. So scheint es eine Verbindung zu geben zwischen Rheuma und einem übersäuerten Stoffwechsel. Die Theorie lautet: Wenn sich zu viel Säure im Gewebe ablagert, wird die Verdauung belastet in einem solchen Maß, dass selbst bei jungen Menschen Rheuma entstehen kann.

Bewegen, nicht belasten

Während die Arthritis eine Entzündung eines Gelenks als Verschleißerscheinung durch Abnutzung des Knochenknorpels beschreibt, ist die Ursache für die rheumatoide Arthritis, allgemein als Rheuma bekannt, nicht eindeutig zu erkennen.

Bei allen entzündlichen und degenerativen Knochenerkrankungen aber helfen spezielle Bewegungsübungen, die die morgendliche Steifheit abbauen können und eine gewisse Beweglichkeit erhalten.

Gerade wenn Gelenke Schmerzen verursachen, kann die richtige Bewegung die Durchblutung ankurbeln, die Gelenkflüssigkeit in Schwung bringen und das allgemeine Wohlbefinden stärken. 

Psyche und Krankheit

Als Yogis wissen wir um den Zusammenhang zwischen Psyche und Körper, wir wissen, wie entscheidend es nicht nur ist, dass wir leben, sondern wie wir leben.

Wichtig ist, sich im Falle einer Erkrankung den Tatsachen zu stellen und nicht im gewohnten Trott weiterzumachen. 

Gerade weil oft eine Vielzahl von Ursachen am Werke sind, hilft es, sich zu überlegen, wo kann ich selbst ansetzen und etwas verändern? Oft sind es wirklich einfache aber grundlegende Änderungen im Lebensstil, die eine entscheidende Verbesserung der gesundheitlichen Situation nach sich ziehen.

Achtsamkeit und Prävention

Natürlich ist es wichtig, medizinische Hilfe zu suchen und eine entsprechende Therapie zu finden. Aber mit der richtigen Einstellung: Wer seine Schmerzen betäubt und ignoriert, wird sich schwer tun, den Teufelskreis, der in diesen Autoimmunkrankheiten lauert, zu stoppen. 

Nur wer genau auf seinen Körper und seine Verfassung hört, kann den Geist entsprechend einstellen, damit er dem Körper nicht auch noch zum Verhängnis wird. Das muss in unserer Leistungsgesellschaft betont werden: sanft üben, die Gelenke schonen, in Bewegung bleiben und genau spüren, wann und wie sich Schmerzen lindern lassen. 

Idealerweise schützt uns unsere Yogapraxis vor Erkrankung. Regelmäßiges Üben sorgt dafür, dass wir uns so bewegen, wie es uns gut tut. Eine achtsame Haltung uns selbst gegenüber ist die erste Bedingung, um im Notfall auf die Bremse zu drücken oder vermeiden, dass wir phlegmatisch werden.