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Was das Coronavirus mit der Yogaszene macht

Was das Coronavirus mit der Yogaszene macht

Von Kristin Rübesamen und Anne Ziegler

Seit dieser Woche hat sich unsere Welt auf eine Weise verändert, die die meisten von uns noch nicht erlebt haben. Das Gefühl, von den Nachrichten überwältigt zu werden, ist von einer gewissen Scham begleitet. Denn die räumliche Distanz zu den vielen Toten, die SARS-CoV-2, das Coronavirus, dem chinesischen Volk abverlangte, ging mit einer emotionalen Distanz einher. Wir machten, auch noch als die Zahl der Toten in der Lombardei anstieg, Corona-Witze, umarmten uns aus Trotz, rahmten die Seuche ironisch ein und lächelten über Hamsterkäufe vermeintlich hysterischer Nachbarn. Damit ist nun Schluss.

Du hast die Nachrichten gelesen: Unsere Nachbarländer schließen die Grenzen, die USA haben gegenüber Menschen aus der EU ein Einreiseverbot für die nächsten 30 Tage verhängt, die Börsenkurse fallen und fallen, wir stehen kurz vor einer Weltwirtschaftskrise. Das soziale Leben bricht zusammen. Menschen fragen sich, ob sie noch ihren Geburtstag feiern sollen. Veranstaltungen werden abgesagt, Fußballspiele finden vor geisterhaft leeren Rängen statt, und in Bayern und anderen Bundesländern werden Schulen und Kitas bis nach Ostern geschlossen. Du kennst sie alle: die Bilder von der menschenleeren Spanischen Treppe in Rom, vom Markusplatz in Venedig, von geschlossenen Cafés, Restaurants, Theaterhäusern und Universitäten. Und das alles nur wegen einer Grippewelle?

Coronavirus – die Lage heißt Pandemie

Nein! Die Krankheit COVID-19, ausgelöst durch das Coronavirus, ist nicht mit einer „einfachen” Grippe vergleichbar. Das Virus verbreitet sich exponentiell – das bedeutet, dass sich die Vermehrung von alleine beschleunigt, also in einem bestimmten Zeitraum immer wieder verdoppelt. Das menschliche Gehirn ist aber nur an lineare Prozesse gewöhnt. Nur solche können wir wirklich verstehen. Auch deshalb fällt es uns so schwer, diese Gefahr realistisch einzuschätzen. Außerdem gibt es derzeit weder eine Impfung noch einen Wirkstoff gegen das Virus. Eine Gegenüberstellung der Verbreitung des Coronavirus in den unterschiedlichen Ländern findest du in der Süddeutschen Zeitung.

In Deutschland wir stehen am Anfang dieser Epidemie, konnten von anderen Ländern lernen, dass ein frühes Eingreifen beziehungsweise Umsetzen von Vorsichtsmaßnahmen notwendig ist. Und genau das sollten wir tun, nicht nur um uns selbst vor einer Infektion zu schützen, sondern damit wir als Gemeinschaft diese Krise bewältigen können. Es geht hier nicht um uns selbst, um das Individuum, es geht um uns als Gemeinschaft, um schwache Menschen, um alte Menschen, um Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Laut Experten werden sich in den nächsten Wochen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit dem Coronavirus anstecken. Die Frage ist: In welchem Zeitraum wird diese Ansteckung passieren? Sollte dieser Zeitraum sehr kurz sein, existiert ein hohes Risiko, dass unser Gesundheitssystem kollabiert. Es wird nicht genug Betten, Medikamente, Beatmungsgeräte für Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf geben, Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegepersonal werden überlastet sein. Sollten wir es schaffen, den Ansteckungszeitraum so lange wie möglich auszuweiten, kann der Betrieb in den Krankenhäusern normal weiterlaufen. Und vielleicht kann in der Zeit schon ein Wirkstoff gegen das Virus gefunden werden, auch wenn das eher unwahrscheinlich ist.


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Wir wollen als Yogis, die wir uns um Gleichmaß, einen klaren Kopf und ein genaues Hinschauen bemühen, keine Panik verbreiten. In 80 Prozent der Krankheitsfälle verläuft COVID-19 mit leichten bis moderaten Symptomen. Das können Erkältungsmerkmale sein bis hin zur leichten Lungenentzündung. Viele werden gar nicht bemerken, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Wir wollen aber unbedingt zur Solidarität aufrufen, denn in 14 Prozent der Fälle gibt es einen schweren Krankheitsverlauf und in sechs Prozent sogar einen kritischen, der künstliche Beatmung erfordert und zu Organversagen führen kann. Bei ZEIT Online gibt es einen sehr ausführlichen Artikel zur aktuellen Situation und Hintergrundwissen, den wir dir sehr ans Herz legen.

Wir bei YogaEasy haben uns dafür entschieden, unser Büro für die nächsten zwei Wochen zu schließen. Alle arbeiten im Homeoffice. Dass wir das überhaupt machen können, ist natürlich eine sehr privilegierte Lage, aber wir möchten auch zeigen, dass es wirklich funktioniert.

Zwischen Panik und Padmasana: Die Yogis & der Coronavirus

Es gibt verschiedenste Reaktionen auf die Coronakrise. Wir finden, dass die meisten davon angemessen sind. Die zu Beginn erwähnten Hamsterkäufe zum Beispiel sind keine schlechte Idee für alte Menschen, und vielleicht hilfst du deinen Nachbarn einfach dabei, vorzusorgen.

In der Yogaszene beobachten wir aber auch die Tendenz dazu, die Situation zu verharmlosen – ein Trend, der uns Sorgen macht. Diese Reaktion speist sich aus einer Mischung aus Naivität, Irrationalität und den bekannten Verschwörungstheorien. Von mediengemachter Hysterie ist die Rede, anstatt den Journalisten, die unter erschwerten Bedingungen noch immer ihre Arbeit machen, Respekt zu zollen. Von niedrigschwingender Frequenz hört man, Tenor: Man solle sich nicht seiner eigenen Angst hingeben, sondern lieber genug Verbindung zu seinem Solarplexus-Chakra aufbauen. Von biochemischen Waffen, die die teuflsche Pharmaindustrie einsetzt. Vom bösen Kapitalismus und den Industriestaaten, die jetzt auf Kosten unserer Gesundheit Geld verdienen.

Freunde, Timing! So richtig es ist, Angst und Panik zugunsten von Vorsorge und Augenmaß einzudämmen, ist jetzt wirklich die Zeit für die ganz große Keule? Wir sagen: Nein. Eine Verharmlosung ist wie ein schlechter Scherz auf Kosten von Betroffenen und auch gegenüber Existenzen, die indirekt vom Virus betroffen sind.

Für Verschwörungtsheorien jeglicher Art haben wir gar nichts übrig. Hatte übrigens auch Patanjali, der Vordenker der Yoga-Philosophie, nicht. Sonst hätte er nicht Avidya, falsches Wissen, mit in die Liste der wichtigsten Hindernisse aufgenommen. Statt sich in Panik, Egoismus oder Verschwörungstheorien zu stürzen, wird es Zeit, dass wir uns in Nächstenliebe, Ruhe und Rückzug üben.

Wie Yoga uns jetzt wirklich helfen kann: Meditation in Quarantäne

Yoga hat zwar auch keinen Impfstoff im Angebot, kann uns dennoch zumindest indirekt ein wenig Schutz bieten. Mit Yoga und Meditation können wir uns beruhigen. Wir können die aktuelle Situation positiv als Chance auf Rückzug und Entschleunigung sehen. Auf Widerstände und Herausforderungen ruhig und cool zu reagieren: Das IST Yoga. Mach es dir zu Hause gemütlich, lies die vielen ungelesenen dicken Bücher, roll die Matte aus und übe Yoga – das stärkt auch noch das Immunsystem. Übe dich im Bhakti Yoga, in Nächstenliebe, biete älteren oder kranken Menschen Hilfe an.

Yoga bedeutet Einheit, bedeutet Verbindung. Der Zusammenhalt bekommt in der jetzigen Krise seine ursprüngliche Bedeutung zurück. Wenn jeder auf den anderen achtgibt, sich an Vorsichtsmaßnahmen hält, ein paar Wochen lang selbst zurücksteckt, dann können wir als Gemeinschaft die Krise bewältigen und vielleicht sogar an ihr wachsen.

Konkrete Tipps für Yogis

Was du als Yogi jetzt wirklich machen solltest:

  • Hände waschen! Eigentlich ständig und überall, aber vor allem auch, wenn du ins Studio gehst – vor der Klasse und nach der Klasse.
  • Auf herzliche Umarmungen verzichten. Ja, es fällt schwer, ja, es ist irgendwie merkwürdig. Aber belass es lieber einfach bei einem freundlichen Namasté.
  • Die eigene Matte mit ins Studio bringen. Desinfektionsmittel sind das neue Gold, deshalb spar lieber daran und nimm deine eigene Matte mit.
  • Sei nicht beledigt, wenn du demnächst keine Nackenmassage oder Alignment von deinem Yogalehrer/deiner Yogalehrerin bekommst. Es dient dem Schutz aller.
  • Zu Hause bleiben... wenn du dich nicht gut fühlst. Bitte nimm Rücksicht auf andere Kursteilnehmer. Wer keinen Test gemacht hat, kann sich einfach nicht sicher sein, ob er das Virus in sich trägt. Und vielleicht pflegt dein/e Mattennachbar/in gerade Angehörige.
  • Zu Hause bleiben... und größere Menschengruppen meiden. Musst du wirklich zu diesem Workshop/Retreat? Kannst du nicht ein späteres buchen? Gehe in dich, ob das jetzt wirklich sein muss.

Wir unterstützen dein Yogastudio

Man könnte jetzt sagen, dass wir leicht Reden haben. Schließlich betreiben wir eine Online-Plattform. Um mit YogaEasy zu praktizieren, muss man eben nicht aus dem Haus gehen. Aber was ist mit dem Yogastudio um die Ecke? Das könnte in finanzielle Schwierigkeiten kommen, wenn die Schüler zu Hause bleiben. Das ist uns wohl bewusst, und deshalb möchten auch wir in dieser Krise Solidarität zeigen.

Wenn du jetzt Mitglied bei YogaEasy wirst, spenden wir eine Yogastunde im Wert von 16€ an dein Studio um die Ecke. So kannst du zu Hause Yoga üben, wann du es möchtest, und dein Yogastudio hat dadurch keinen Verdienstausfall. Alles, was du dafür tun musst: Gehe auf unsere Aktionsseite, werde Mitglied und nenne uns den Namen deines Yogastudios. Wir überweisen dann einmalig den Betrag von 16€ an das Studio. 


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