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Bild: Shutterstock.com

Mit Yoga den eigenen Weg finden

Von Katharina Goßmann

Von Geburt an sind wir mit den Erwartungen unserer Umwelt konfrontiert: Hübsch, klug, erfolgreich sollen wir sein, und dazu noch gut gelaunt. Später kommen die Zwänge des Alltags dazu: arbeiten, putzen, kochen, einkaufen... Manchmal ist es schwer, zwischen all den Erwartungen und Verpflichtungen einen Platz für sich selbst zu finden. Dabei gibt es kaum eine wichtigere Aufgabe im Leben als den eigenen Weg zu gehen. Oscar Wilde sagt: „Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon.“ In den Worten des irischen Schriftstellers steckt spirituelle Klarsicht. Denn in uns allen schlummert ein einzigartiges Potenzial, das wir nur dann ausschöpfen können, wenn wir unsere wahre Natur leben. 

Wie aber können wir unseren Platz im Leben finden, ohne unsere Pflichten zu vernachlässigen? Wie können wir unsere Intuition stärken, unsere innere Stimme hörbar machen?
Die alte indische Methode des Yoga ist hierbei ein unendlich hilfreiches Werkzeug. „Yoga“ bedeutet in seiner Essenz: Einheit, Verbindung, Vereinigung. Die yogischen Haltungen, Atemübungen und die Meditation verbinden den Übenden wieder mit seinem wahren Selbst – jenseits von Normen, Erwartungen und Leistungsdruck. 

Das Bauchgefühl stärken

Wichtige Entscheidungen sollten nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen und dem Bauch getroffen werden. Vielen Menschen ist ihr Bauchgefühl jedoch abhanden gekommen. Zu oft haben sie die Signale ihres Körpers ignoriert, trotz Krankheit und Schmerzen weitergearbeitet. Yoga hilft uns dabei, wieder in Kontakt mit unserem Körper zu kommen, indem wir Zeit mit ihm verbringen und mit ihm in Interaktion treten. Ganz unspektakulär: Während einer Übungsstunde lauschst Du den Anweisungen des Lehrers und versuchst, sie umzusetzen. So sprichst Du aktiv Bereiche Deines Körpers an, beginnst also eine Verbindung zu ihm aufzubauen.

Zunächst hast Du dabei vielleicht Probleme. Es scheint unmöglich, in den Bauch zu atmen oder den Nabel zur Wirbelsäule zu ziehen. Aber bald machst Du Fortschritte – und gehst mit Deinem Körper in den Dialog. Je öfter Du zum Yoga gehst, umso intensiver, natürlicher und fließender wird Dir das möglich sein. 

Sich mit dem Herzen verbinden

Viele Menschen schieben unangenehme Emotionen gern beiseite und verdrängen sie, um in ihrem Alltag funktionieren zu können. Yoga setzt solche lang unterdrückten Gefühle frei – vor allem durch Übungsreihen, bei denen Positionen lange gehalten werden wie beim Yin Yoga. Dann lassen wir los. Unsere inneren und äußeren Blockaden lösen sich auf. Die Gefühle dürfen wieder fließen.

„Viele Teilnehmer erleben eine emotionale Situation beim Yin Yoga, das ist ganz normal. Diese Praxis geht sehr in die Tiefe Deines Körpers, des gesamten Seins hinein“, sagt der Schweizer Yogalehrer René Hug. Manche Teilnehmer finden das zunächst befremdlich: „Ich erlebe es immer wieder, wie überrascht viele auf die Wir- kung des Yin Yoga reagieren“, so René Hug. Spätestens nach einer Übungsstunde merken viele jedoch, wie befreiend und erleichternd es ist, ihre Gefühle endlich zuzulassen und anzunehmen. 

Achtsamkeit erleben

Eigentlich wissen wir ganz genau, wer wir sind und wie wir leben wollen. Diese Information ist aber oft überlagert von gesellschaftlichen Normen, rationalen Argumenten und übernommenen Erwartungen. Dass unser Kopf durch das Yoga wieder besser mit Herz und Bauch verbunden ist, merken wir zunächst bei alltäglichen Entscheidungen. Plötzlich weiß ich genau, was ich heute essen möchte, oder bin mir sicher, dass ich jetzt eine Pause brauche. Die Macht der Intuition zeigt sich aber auch bei großen Entscheidungen wie Job- oder Wohnortwechsel.

Wer sich mit seiner Intuition verbinden kann, bleibt ruhig, wenn er an eine Gabelung des Lebensweges kommt. Denn die richtige Wahl wird aus dem Inneren auftauchen, klar und unumstößlich. Dafür ist es notwendig, dass ich achtsam und konzentriert im Hier und Jetzt bin. Denn nur wenn ich bewusst wahrnehme, was in meinem Leben passiert, kann ich eingreifen, wenn mir etwas nicht gefällt – und aktiv entscheiden, wie ich mit einer Situation umgehen möchte.

Doch sich achtsam mit nur einer Sache zu beschäftigen, ist für viele Menschen heute eine Herausforderung. Unser Alltag ist von Multi-tasking, blinkenden Smartphones, Straßenlärm und Small Talk geprägt. Die Aufmerksamkeit wirklich fokussieren zu können, klappt daher selten.

Achtsamkeit und Konzentration sind wichtige Aspekte im Yoga und entstehen während der Übungen fast automatisch. Anfänger müssen zunächst ihre volle Aufmerksamkeit auf die komplexen Bewegungen richten, um sie korrekt auszuführen. Später konzentriert man sich stärker auf die Atmung, die im Einklang mit den Yoga-Übungen stehen soll. Zusätzlich helfen ausgleichende und beruhigende Atemübungen dabei, das Karussell der sich ewig wiederholenden Gedanken zu verlangsamen – das schafft Raum für neue Perspektiven und mehr Weitblick. Viele Yoga-Klassen bieten auch meditative Elemente an, die den klärenden Aspekt des Yoga verstärken. So lernst Du, achtsam wahrzunehmen, was eine selbstbestimmte aktive Gestaltung Deines Lebens möglich macht. 

Träume erkennen und verwirklichen

Zudem macht Dich Yoga stark, in zweierlei Hinsicht. Zunächst gewinnst Du durch Yoga körperliche Stärke: Du baust Muskeln auf, aktivierst Dein Immunsystem und verbesserst Deine Haltung. Wenn Du regelmäßig Yoga übst, wirst Du Dich belastbarer fühlen und viel mehr Energie haben. Wichtiger aber ist, dass Yoga auch Dein Selbstvertrauen stärkt. Denn indem Du Deinen Körper als Freund gewonnen hast und Dein Leben achtsamer erleben kannst, fühlst Du Dich mehr mit Dir selbst verbunden. Du vertraust Deinen Entscheidungen. Das ermöglicht Dir, Visionen zu entwickeln und positive Räume in Deinem Leben zu entdecken. Vielleicht setzt Du endlich Deinen großen Traum um. Oder beendest eine Sache, hinter der Du schon lange nicht mehr stehst.

Das Gefühl, dass Du stark bist, Herausforderungen des Lebens meistern und anstehende Veränderungen anpacken kannst, kehrt zurück. Und das ist die beste Voraussetzung, um wirklich Deinen ganz eigenen Weg zu gehen. 

Diesen Artikel kannst du auch in der Winter-Ausgabe der Zeitschrift "Happy Way" lesen.

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