10 Fragen an Felicitas Ntomchukwu

Von Felicitas Ntomchukwu

1. Was ist Yoga für dich in 3 Worten?

Verbindung – Akzeptanz – eine Praxis für ausnahmslos ALLE Menschen.

2. Wenn du einen Song aussuchen könntest, der jedes Mal gespielt wird, wenn du einen Raum betrittst, welcher wäre es?

„Lovely Day” von Bill Withers – dieser Song löst in mir Gefühle von Sonnenschein, Wärme, Verbundenheit, Leichtigkeit und guter Laune aus. Ein Song, der mich gerne überallhin begleiten darf.

3. Was hast du direkt nach der ersten Yogastunde, die du besucht hast, über Yoga gedacht?

Felicitas Ntomchukwu neue Yogalehrerin bei YogaEasyEs war eine Kundalini-Yogastunde – und ich wusste damals nicht einmal, was Kundalini überhaupt ist. Ich wollte eigentlich nur beweglicher werden. Stattdessen saß ich plötzlich in einem Kreis weiß gekleideter Menschen, die Lehrerin trug einen Turban, wir sangen Mantras auf Sanskrit, praktizierten Atemübungen und bewegten uns ansonsten kaum. Ich war überfordert, fühlte mich fehl am Platz – und gleichzeitig neugierig. Etwas daran hat mich berührt und fasziniert, obwohl ich es überhaupt nicht verstanden habe. Rückblickend war das vermutlich mein erster Kontakt mit der Tiefe von Yoga.

4. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Die Fähigkeit, mir selbst, auch in schwierigen Momenten, wenn ich das Gefühl habe, dass gerade nichts gelingt,  immer freundlich und mitfühlend zu begegnen.

5. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Ich hatte schon früh den Wunsch, mit meinem Beruf etwas Sinnvolles zu tun und andere Menschen in ihrer Gesundheit zu unterstützen. Eigentlich wollte ich Ärztin werden – dieser Weg war mir formal nicht möglich. Nach 8 Jahren im Corporate Business und über 10 Jahren eigener Yogapraxis habe ich gemerkt: Ich kann Menschen auch auf eine andere, vielleicht sogar nachhaltigere Weise begleiten.

In meinem Unterricht verbinde ich Yoga mit systemischem Coaching. Es geht nicht um perfekte Haltungen, sondern um Selbstwahrnehmung, Resilienz und darum, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen – körperlich wie emotional.

6. Was weckt dein Prana: Smoothie oder Kaffee?

Nichts geht für mich morgens über einen frisch aufgebrühten Filterkaffee. Ich mahle die Bohnen selbst, und dieses morgendliche, geliebte Ritual und der Duft, der währenddessen aufsteigt, setzen bereits mein Prana und alle meine Sinne voll in Gang. Obst esse ich lieber knackig frisch und unpüriert. 😃

7. Mit welchem Sofort-Trick begegnest du stressigen Situationen?

Felicitas Ntomchukwu neue Yogalehrerin bei YogaEasy

Mein erster Impuls ist immer der Atem. Tief, bewusst, ruhig. Das ist inzwischen komplett verinnerlicht. Danach gehe ich in einen Dialog mit meinen inneren Anteilen – um Klarheit darüber zu schaffen, was ich gerade wirklich brauche, statt mich vom Stress treiben zu lassen.

8. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Ich bin ehrgeizig – aber nicht mehr um jeden Preis. Früher haben mich meine eigenen Ansprüche oft unter Druck gesetzt. Heute sehe ich sie eher als Einladung, bewusst mit mir selbst umzugehen und rechtzeitig innezuhalten.

9. Wenn du eine Superpower auswählen dürftest, welche wäre es?

Ich würde gern Schwere aus Situationen nehmen können – nicht indem ich Probleme wegzaubere, sondern indem ich ihnen die Macht nehme und stattdessen das Vertrauen an erste Stelle setze, dass alles gut wird und es für alles eine Lösung gibt. Dinge dürften leichter werden, ohne an Bedeutung zu verlieren. Vielleicht ist genau das die Art von Magie, die wir gerade brauchen.

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Yoga kann uns eine tiefere Perspektive auf unser Leben schenken sowie die Möglichkeit, uns selbst mit all unseren Anteilen besser kennen und verstehen zu lernen. Folglich können wir auch mehr Verständnis und Mitgefühl für unsere Mitmenschen entwickeln. Es kann ein Anker sein, der uns in stürmischen Zeiten daran erinnert, was wirklich wichtig ist – und dass wir gut sind, so wie wir sind.

Yoga kann uns begleiten, mental und physisch stärken und Klarheit schenken. Es kann uns aber nicht die Verantwortung für unser Leben abnehmen. Die dürfen wir selbst tragen.

Felicitas Ntomchukwu
Felicitas Ntomchukwu

Felicitas Ntomchukwu ist Yogalehrerin, systemische Gesundheitscoachin und Gospel- und Soulsängerin. Sie begleitet Menschen dabei, über achtsame, körperorientierte Arbeit wieder in echten Kontakt mit sich selbst zu kommen. Ein Herzstück ihrer Arbeit ist Rücken-Yoga, bei dem sie rückengesunde Bewegung, nachhaltige Stabilität und Prävention verbindet. Felicitas bietet Fortbildungen an, Einzel- und Gruppenangebote, Online-Formate und Retreats, in denen Yoga, Coaching und Regeneration zusammenfließen, sowie musikalische Angebote wie das beliebte „Melodic Bliss“, bei dem sie Yoga und Gesang verbindet.