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Bild Shutterstock.com

Yoga auf dem Stand Up Paddling Board

Von Christiane Eitle

SUP Yoga für Anfänger

Ein typischer Hamburger Sommertag: Drückende Schwüle und eine hundertprozentige Regenwahrscheinlichkeit. Egal, ich bin für meinen ersten SUP Yoga Workshop angemeldet und genau wie die anderen Yogis lasse ich mich nicht von ein bisschen Regen abschrecken und komme pünktlich zum Bootssteg an der Alster.

Erst mal werden wir, der SUP-Board-Erfahrung entsprechend, in Gruppen aufgeteilt. Ich wage mich nach einer kurzen Basiseinführung mit meiner Anfängergruppe aufs Wasser. Das SUP Board ist überraschend stabil, so lange ich mit beiden Füssen mittig stehe, die Beine angespannt und leicht gebeugt halte. Das Lenken ist eine Sache für sich, dennoch haben wir alle den Bogen recht schnell raus und kommen trocken und euphorisch in der kleinen Bucht an, wo sich unsere Workshop-Gruppe versammelt. Für die Yogapraxis werden die SUP Boards verankert und aneinandergebunden, so dass wir nicht ständig durch die Wellenbewegungen, die es auch auf der Alster gibt, auseinanderdriften.

SUP Yoga: Gegensätze, Körperspannung und Balance 

Unser Yogalehrer kündigt an, dass Yoga auf dem SUP Board anders als alle Yogastunden sein wird, die wir bisher hatten - er behält Recht. SUP Yoga ist ein Yoga der Gegensätze: An Stelle von vertrauensvoller, stabiler Erde trägt uns ein Plastikbrett auf einer unruhigen Wasseroberfläche und statt einer sanften Yogalehrer-Stimme werden wir auf maximaler Lautstärke angeleitet.

Essentiell beim SUP Yoga sind Konzentration und Körperspannung. Daher macht es großen Sinn die Stunde mit Meditation zu beginnen, in sich zu kehren und seine Mitte für innere und äußere Balance zu finden.

Abwärtsschauende Hunde in der Alsterbrühe

Schon bei der ersten Asana, Katze und Kuh, zeigte sich, dass es fatal sein kann, zu viel Druck auf eine Körperseite auszuüben und ich bemühte mich, das Gewicht gleichmäßig auf alle Viere zu verteilen. Eine besondere Herausforderung entsteht dann, wenn man ein Bein nach hinten ausstreckt und den gegenüberliegenden Arm nach vorne bewegen möchte. Auch der erste herabschauende Hund erfordert noch mehr Körperspannung und Ausgewogenheit, als ich ihm vielleicht auf der Matte zugestehe.

Generell sollte man auf dem SUP Board im eigenen Interesse nicht schummeln, denn sonst landet man, wie einige meiner Mit-Yogis, schneller als man gucken kann in der erfrischenden Alsterbrühe. Wir experimentierten mit einigen Runden Sonnengrüßen, inklusive Kriegerpositionen,- noch nie war ich so konzentriert bei der Sache. Jeder Handgriff und jede Fußbewegung muss bewusst durchdacht sein und sämtliche benötigte Muskeln unter Spannung stehen.

Auch die Asanas im Sitzen wie die Vorwärtsbeuge und der Drehsitz oder auch der Schulterstand, gestalteten sich schwieriger als üblich und das Ganze gipfelte in der größten Herausforderung überhaupt: Kopfstand auf dem SUP Board! Von uns fünfzig ambitionierten und teilweise sehr erfahrenen Yogis, haben es gerade mal zwei geschafft! Am schönsten war das Ende mit Savasana, denn ich schaukelte wohlbehütet, total entspannt auf meinem Board, die Sonne schien mir ins Gesicht, bevor dann die angekündigten ersten Regentropfen mich sanft wieder aufweckten...

Mein Fazit: Spass und Yoga Technik Verbesserung auf dem Stand Up Paddling Board

Beim SUP Yoga habe ich Yoga auf einer ganz anderen Ebene erlebt. Meine gesamte Körpermuskulatur wurde auf eine ungewohnte Art gefordert, meine Körper- und Geistmitte waren sehr gefragt und durch den schwankenden Boden wurde mein Gleichgewichtssinn intensiv beansprucht. Definitiv eine toller Herausforderung, die sicherlich langfristig meine Technik auf der Matte verbessern könnte.

Man sollte nicht all zu verbissen an SUP Yoga herangehen, kann das Board als kleinen Yogaspielplatz betrachten und den Spaß beim Experimentieren und Balancieren ruhig zulassen. Es ist immer wieder überraschend gewesen, was auf dem Board eigentlich möglich ist. Ich will definitiv noch mehr ausprobieren und irgendwann vielleicht auch im Kopfstand auf dem Board stehen.

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