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Yogaweisheit im Alltag: Lächeln nicht vergessen!

Von Katharina Goßmann

Wenn Comic-Helden Heroisches vollbringen (etwa einen Zug aufhalten, um hunderte Menschenleben zu retten), halten sie die Luft an. Sie verkrampfen ihren Kiefer, kneifen die Augen zusammen und spannen alle Muskeln bis zum Zerreißen an. Nun sind Comics nicht unbedingt für ihren Realismus bekannt. Aber in dieser Angelegenheit übertreiben sie nur, was täglich zu beobachten ist: In schwierigen Situationen neigt der Menschen dazu, sich zu verkrampfen.

Auch im Yoga-Unterricht wird es regelmäßig anstrengend. Etwa, wenn eine nicht ganz so geliebte Asana lange gehalten wird oder eine ganz neue geübt. Yogalehrer sagen dann gern den schönen Satz: "Lächeln nicht vergessen!" Ein nicht nur aus physiologischer Sicht sinnvoller Hinweis. Lächeln entspannt, und entspannte Menschen atmen tiefer. Und wer tief atmet, dessen Blut enthält mehr Sauerstoff. Lächeln führt also dazu, dass die Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt werden; es entsteht eine Kettenreaktion, die in anstrengenden Haltungen für mehr Energie sorgt.

Entspanntes Lächeln und tiefe Atmung versprechen aber auch Vorteile für die Psyche. Langsames Atmen wirkt nämlich beruhigend auf das gesamte Nervensystem, und der Körper vermittelt dadurch dem Geist, dass es sich hier zwar um eine Herausforderung handelt, aber eine, die entspannt und freudig angenommen wird. Wohingegen ein verkrampfter Kiefer (der außerdem die Hüfte verspannt!) und angehaltener Atem häufig mit Gedanken wie diesen verbunden sind: "Augen zu und durch", "Hoffentlich ist es schnell vorbei" oder "Spaß macht das hier nicht". Wer aber derart verspannt an Yoga herangeht, dem werden viele Asanas schwerer fallen als nötig. Außerdem wird er weniger Freude am Yoga haben, was im ungünstigsten Fall dazu führt, dass er aufhört und so viele Gelegenheiten zu lernen und zu wachsen verpasst.


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Nicht anders verhält es sich jenseits der Matte. Ob unfreundliche Verkäuferin oder eine Krankheit: wer eine schwierige Situation verkrampft angeht, wer eine unerwartete Veränderung nicht annimmt, sondern gegen sie kämpft, wird erschöpft und freudlos zurück bleiben. Ruht man statt dessen in sich und konzentriert sich auf Atmen und Lächeln, schont das die Kräfte und wird nicht selten mit wichtigen Erkenntnissen und transformierenden Einsichten belohnt.

Zum Schluss noch eine Warnung: Sobald es nicht mehr möglich ist, in einer anstrengenden Asana gleichmäßig zu atmen oder zu lächeln, wird beim Yoga geraten, sich in der Position zurück zu nehmen! Ãœbt man immer im Rahmen der eigenen körperlichen Möglichkeiten (also wirklich ohne Wettbewerbsgedanken und ohne Druck), fließt auch der Atem gleichmäßig und nur dann ist man "im Zustand des Yoga"! Hat man sich bereits übernommen, hilft der Wechsel in eine entspannende Haltung (etwa die Position des Kindes), um sich zu erholen.

Auch dieser Ratschlag funktioniert für den Alltag und besonders in herausfordernden Lebensphasen: Wenn es zu viel wird, ist es klüger, eine Pause zu machen, statt sich komplett zu verausgaben. Manchmal reichen 10 Minuten Pause, in anderen Fällen müssen es zwei Wochen Strandurlaub sein. Vielleicht hilft es schon, Verantwortung abzugeben oder jemanden um Unterstützung zu bitten. Daran ist nichts verwerflich. Denn auch wenn das Leben manchmal anstrengend ist und schmerzhafte Erfahrungen bereit hält: Zur Folter werden diese Herausforderungen erst, wenn wir uns durch sie hindurchquälen, statt uns ihnen lächelnd und zuversichtlich zu stellen. 

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