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Rachel Brathen – das ultimative „Yoga Girl”
Bild: ©Dennis Schoneveld | Knaur

Rachel Brathen – das ultimative „Yoga Girl”

Von Katharina Goßmann

Unglaubliche 1,8 Millionen Menschen folgen Rachel Brathen a.k.a. „Yoga Girl“ auf Instagram – offensichtlich begeistern sich Menschen rund um den Globus für farbenfrohe Yoga-Bilder im karibischen Setting.

Ich dagegen reagiere auf solche Bilder im Regelfall eher allergisch. Mein erste Gedanke ist: Was hat das mit Yoga zu tun? Ist es nicht vielmehr Ausdruck von Narzismus und Ego-Pflege, sich als gutaussehender Mensch in schickem Outfit in beeindruckenden Yoga-Haltungen fotografieren zu lassen und diese Bilder dann fremden Menschen zu präsentieren?
Zudem bekomme ich immer immens schlechte Laune von solchen Bildern. Warum bin ich eigentlich nicht so schlank, so farbenfroh gekleidet und stapfe durch den Hamburger Regen statt mein Leben an sonnenbeschienen exotischen Stränden mit Yoga zu verbringen? Ganz offensichtlich mache ich irgendetwas gravierend falsch! Dazu muss man sagen, dass ich (bis auf das Hamburger Schietwetter) sehr zufrieden mit meinem Leben bin - aber eben nur bis mir irgendein Yoga Girl im bunten Bikini zeigt, wie viel schöner mein Leben sein könnte...

© Andrea Gaviria Hincapie/Knaur

Entsprechend schlecht gelaunt habe ich mich an die Lektüre von Rachel Brathens erstem Buch „Yoga Girl – So findest du Freiheit und innere Balance“ gemacht. Und wurde angenehm überrascht.

Neben vielen, vielen Fotos von Rachel in Yogaposen sowie beim allgemeinen Schön-und-Glücklich-Sei, beschreibt die junge Schwedin nämlich in „Yoga Girl” auch sehr offen ihren Lebensweg. Wie sie nach einer unsteten Kindheit und einer selbstzerstörerischen Jugend zunächst zur Meditation und später zur Asana-Praxis findet. Wie ihr auf Aruba der Liebe begegnet und endlich Ruhe in ihr Leben kommt. Wie sie von Yoga-Kursen am Strand mit drei Teilnehmern zur international bekannten Yogalehrerin wird.

Was sie aus diesen Stationen ihres Lebens gelernt hat, fasst sie jeweils unter der Überschrift „Liebevolle Einsichten“ zusammen – da geht es um Selbstakzeptanz, dass Stille heilt und Liebe immer die bessere Alternative zu Angst ist. Die Ideen sind nicht neu oder originell, wirken aber im Kontext ihrer Lebensgeschichte authentisch und eindringlich. Man merkt, dass Rachel Brathen sich diese Einsichten hart erarbeitet hat und hinter dem steht, was sie schreibt.

In jedem Kapitel stellt Rachel zudem einzelne Asana-Gruppen bzw. Sequenzen vor (manchmal passen die Übungen zum Inhalt des Kapitels, manchmal ist der Bezug nicht so klar) und beschreibt ihre Ausführung und Wirkung. Auch Rezepte streut sie immer wieder ein – vom veganen Kokos-Schoko-Riegel über Hummus bis zum Karottendressing.

Insgesamt ergibt das nicht nur für Yoga Girl-Fans eine unterhaltsame, inspirierende und durchaus auch informierende Mischung. Nur die hübschen Bilder darf man halt nicht angucken, sonst ist die gute Laune dahin...

© Ben Kane/Knaur

„Yoga Girl - So findest du Freiheit und innere Balance” ist soeben bei Knaur Balance erschienen und kostet um die 20 Euro.

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