Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
Large ye ruhig bleiben stadt
Bild: istockphoto.com

„Du hast dir so vorgenommen, ruhig zu bleiben...“

Von Kristin Rübesamen

Ruhig bleiben, cool bleiben, einatmen „lass“, ausatmen „los“, einen kühlen Kopf bewahren, im Augenblick leben, du hast das ganze Programm drauf und alle bewundern dich dafür. Und dann das.

Dabei hat der Tag so vielversprechend angefangen: Morgens schon hast Du deine Tasse heißes Wasser in aller Achtsamkeit abkühlen lassen, hast du gewartet, bis die Ampel grün war, hast keines einziges Mal gehupt, obwohl diese verdammten Fahrradfahrer..., hast deinen Bürokaffee, den ekligen, lächelnd aus der „Bürgerinitiative TTIP“-Tasse getrunken, weil die blöde R. wieder deinen Starbucks-Becher genommen hat, hast im Meeting klaglos am Fenster gesessen, obwohl alle wissen, dass du bei Zug empfindlich reagierst, hast freiwillig Protokoll geführt, hast anteilnehmend zugehört, vor allem dem Geschwafel von K. und ihren öden Kindergeschichten, hast deinen Quinoasalat mit der Praktikantin geteilt, obwohl die jetzt schon aus der Hose platzt, hast bei der Skype-Konferenz ein interessantes Gesicht gemacht und voll überzeugend irgendwas von „prüfen“ gemurmelt, als sie deinen Fehler in der Präsentation entdeckt haben, du hast nichts gesagt, als sie später auf dem Air Berlin Flug die gebratenen asiatischen Weizennudeln (laktosefrei) nicht hatten, obwohl sie fett auf der Speisekarte stehen, warst sowas von ZEN, als dein Nachbar wiederholt die Nase hochgezogen hat, bis du ihm ein Taschentuch angeboten hast und er tatsächlich „Nein, danke“ sagte, warst MEGA ZEN, als die Frau mit dem schreienden Baby auf dem Rückflug natürlich neben dir saß und du trotz brüllender Kopfschmerzen dein iPhone herausgerückt hast, damit es was zum Spielen hat, warst praktisch BUDDHA, als du dein Taxi mit drei heißen Australiern teilen musstest, die Restaurant- und Nachtclubtipps austauschten ohne dich ein einziges Mal um deine Meinung zu fragen (dabei ist es doch DEINE Stadt), hast sogar noch sanft gelächelt, als die schlampige Kuh, die dir der Babysitterservice geschickt hast, gegen Verabredung nicht gebügelt hat, hast dir also mehr oder weniger eine Scheiß-Medaille verdient als Yogi...

...bis zu dem Moment, als du es endlich auf die Matte geschafft hast, nicht auf deinem Lieblingsplatz, aber immerhin knapp daneben, und du dich gerade in deinen eleganten Lotussitz gleiten lassen willst, den du dir verdammt noch mal verdienst hast nach einem solchen Tag, und zwar mit deinem schönsten Lächeln, latscht doch tatsächlich dieser Fettarsch mit Brille mitten über deine Matte und da, tja, da flippst Du leider komplett aus.

Wir empfehlen dir daher, den Zug zu verpassen, das Geschirr nicht abzuwaschen, in der Eisdiele herumzuhängen, bis sie zumacht, und wenn alles nicht hilft, dann hoffentlich das:

  • Yoga statt Prozac
  • Yin Yoga gegen Stress und Jetlag
  • Yin Yoga ein hüftöffnende Übungspraxis
  • Moonlight sanftes Abendyoga
  • Tanzende Krieger

Die Autorin hatte zum Anfang ihres Yogaweges einen "Yoga-Crush". Da war diese schöne, grazile Frau Mitte 30, die sich mühelos in den Handstand hob, nie schwitzte und in einer Wolke von teuerem Lavendelduft übte. Angeblich leitete sie eine Firma und hatte drei kleine Kinder. Sie war die perfekte Yogini für die Autorin, die zu dieser Zeit mit allem kämpfte, Handstand, Job und Kinder. Warum konnte sie nicht so sein wie diese Frau? Eines Tages sah die Autorin auf der Strasse eine Frau auf einen Taxifahrer einprügeln. Sie fluchte und der Taxifahrer hatte Mühe, sich in Sicherheit zu bringen. Die Autorin dachte, die kennst du doch, wer ist das nur? Es fiel ihr erst am nächsten Tag im Yogastudio ein, als eine Welle Lavendel aus der Reihe gegenüber zu ihr herüberschwappte.

Diese Videos passen zum Thema
zurück nach oben