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„Zero Waste”: 10 Tipps für ein Leben ohne Müll

Von Katharina Goßmann

Es tut sich was in Sachen Müll

Auch wenn die Deutschen immer mehr Haushaltsmüll produzieren, Billig-T-Shirts sich immer noch wie frische Brötchen verkaufen und Shoppen mittlerweile zu den beliebtesten Freizeit-Aktivitäten gehört – das Thema Müllvermeidung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Bio-Tonnen sind Standard, Fernsehsendungen geben Tipps gegen Lebensmittelverschwendung, und Kleider-Tausch-Zirkel und Reparier-Treffs erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Auch die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft reagieren: Seit 2018 müssen deutsche Geschäfte Geld für Plastiktüten verlangen, einige Ketten haben Plastiktüten ganz abgeschafft. In England und Schweden wurde gerade Mikroplastik in der Kosmetik verboten, in der EU und in Deutschland wird über ein Verbot diskutiert.

Zero Waste – null Müll als Ziel

Diese kleinen Schritte in die richtige Richtung reichen den „Zero Waste“-Anhängern aber nicht. Schließlich bedeutet „Zero Waste“ übersetzt „Null Müll“ – und genau das ist das Ziel der Zero-Waste-Bewegung, nämlich gar keinen Müll zu produzieren. Ziemlich ehrgeizig, könnte man (mit sorgenvollem Blick auf den heimischen Mülleimer) meinen. Zero-Waste-Fans aber lassen sich von der Verpackungswut der Wohlstandsgesellschaft nicht entmutigen – und haben jede Menge kluge Ideen entwickelt, wie sie überflüssigen Müll vermeiden können.

Aber warum überhaupt Zero Waste?

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht, dass wir viel zu viel Müll produzieren: Wir kaufen zu viel, schmeißen zu schnell weg, verwerten zu wenig wieder. Die größten Probleme, die unsere Müllberge verursachen, allerdings bekommen wir in den westlichen Industriestaaten gar nicht mit. Die Weltmeere sind mittlerweile so voll mit Müll, dass demnächst mehr Plastikteile als Fische im Meer schwimmen werden. Meerestiere verhungern, weil sie so viel Plastik im Bauch haben, dass sie keine Nahrung mehr aufnehmen können. In China und Afrika sind ganze Gegenden darauf spezialisiert, unseren Plastik- und Elektroschrott zu zerlegen und wertvolle Teile wieder zu verwenden - mit verheerenden gesundheitlichen Folgen für die Menschen, in dort arbeiten (darunter sehr viele Kinder), aber auch für die Umwelt. Denn in diesen Ländern gibt es kaum gesetzliche Regelungen zum Umweltschutz, so werden etwa auch giftigste Stoffe völlig ohne Sicherheitsvorkehrungen verbrannt und produzieren dadurch oft noch mehr Gift. 

Angesichts dieser dramatischen Lage sollten wir Yogis, die wir versuchen bewusst und verantwortungsvoll mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt umzugehen, fragen, welche Prioritäten wir setzen wollen in unserem Leben: Augen zu und weiter so - oder ein paar Dinge ändern, die nicht allzu schwierig umzusetzen sind?

Zero Waste leben: 10 Tipps, die jeder umsetzen kann
 

1. Die gute alte Jutetasche

Jutetaschen sind das Öko-Klischee schlechthin – und eine ungemein sinnvolle Investition. Wenn du immer einen Stoffbeutel bei dir trägst, musst du bei Spontaneinkäufen nie wieder Plastiktüten kaufen. Wenn du nähen kannst, kannst du dir deine mega-schicke, mega-nachhaltige Tasche sogar selbst nähen!
Fleißaufgabe: Nimm zusätzlich einige kleine Taschen aus sehr dünnem, leichten Stoff mit, dann kannst du dir die Tüten beim Bäcker sparen und Obst und Gemüse im Supermarkt in diesen Taschen abwiegen lassen – und verschwendest so keine Papier- und Plastiktüten, die du im Regelfall nur für sehr kurze Zeit genutzt hättest.

2. Öfter mal zum Markt

Wie wäre es, wenn du hin und wieder auf dem Wochenmarkt einkaufen würdest? Dort werden häufiger regionale und saisonale Produkte angeboten, die du nicht nur verpackungsfrei in eigenen Behältern (du hast ja sicher etliche Tupper-Behälter irgendwo in deinen Schränken versteckt) nach Hause transportieren kannst, sondern oft auch günstiger sind und besser schmecken als das gleichförmige Pendant im konventionellen Supermarkt.

3. Weniger, dafür von bester Qualität

Hör auf damit, billige Sachen von minderer Qualität zu kaufen und gönne dir stattdessen Geräte und Co., von guter Qualität – die so langlebig und energiesparend sind, dass du die höheren Anschaffungskosten schon bald wieder drin hast. Dann hast du Geld gespart, weniger Stress mit defekten Geräten, musst seltener Ersatz besorgen – und vermeidest nebenbei Müll. Ach, für Kleidung gilt das übrigens auch: Lieber ein tolles (teures) nachhaltiges Top als 20 Billig-Teile, die dir eigentlich sowieso nicht so richtig gefallen.


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4. Handarbeit rules!

Ist es nicht schade, dass es mittlerweile kaum mehr Schuster, Schneider und Co. gibt? Also, wenn der Reisverschluss deiner Lieblingsstiefel kaputt geht, bringe sie doch einfach zum Schuster deines Vertrauens, statt dir neue zu kaufen. Damit förderst du kleine lokale Betriebe, bist nachhaltig, sparst Geld – und vermeidest überflüssigen Müll.

5. Schicker Mitnahmebecher

Du trinkst gerne mal einen Kaffee, wenn du unterwegs bist? Dann besorge dir doch einen schicken To-Go-Becher.  Etliche Cafés und Bio-Läden geben mittlerweile sogar Rabatt, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst!

6. Große Mengen kaufen

Ein einfacher Weg, um Müll zu vermeiden, ist es, Produkte in größerer Menge zu kaufen. Also etwa einen Riesenkarton Waschmittel statt eine kleine Plastikflasche – das ist zwar nicht Zero Waste, aber wenigstens „weniger Waste“. Meistens sind die Produkte dann auch billiger.

7. Unverpackt-Läden unterstützen

Wenigstens in Großstädten öffnet gefühlt jeden Tag ein neuer Unverpackt-Laden seine Tore. Dort findest du alle Produkte, die sonst schwierig ohne Verpackung aufzutreiben sind – Klopapier, Zahnpasta etc. – und kannst dir Lebensmittel wie Nudeln, Reise, Hafenflocken in eigene Behälter abfüllen. Wenn in deiner Nähe kein Zero-Waste-Laden ist, findest du ja vielleicht einige unverpackte Produkte im Bio-Laden deines Vertrauens – Zahnbürsten aus Bambus etwa hat jetzt jeder anständige Bio-Laden im Sortiment. Im schlimmsten Fall kannst du in größeren Abständen Ausflüge zu Unverpackt-Läden in der Umgebung machen und dich dort mit größeren Mengen eindecken.

8. Erst mal drüber schlafen

Wenn du beschließt etwas zu kaufen, gehst du dann sofort los bzw. ins Internet, um das gewünschte Produkt zu besorgen/bestellen? Probier mal eine Nacht abzuwarten, bevor du dich um die Besorgung kümmerst. Ganz oft wirst du dann merken, dass du etwas nicht wirklich brauchst, das alte Gerät noch reparieren kannst, dir vielleicht das bestreffende Ding leihen kannst oder sogar ganz vergessen, was du kaufen wolltest.

9. No bottles, please.

Bitte, bitte kaufe nie wieder Getränke in Flaschen! Speziell nicht in Plastikflaschen, denn dann nimmt dein Körper täglich winzige Menge an Giften auf, die sich aus dem Plastik lösen - die sich im Laufe der Jahre sammeln und massive Probleme auslösen können (Filmtipp: Plastic Planet). Auch Glasflaschen sind ökologisch gesehen Irrsinn - Leitungswasser wird in Deutschland regelmäßig getestet und ist von wirklich hoher Qualität. Aus diesem extrem günstigen, verpackungsfrei bis in dein Haus geliefertem Wasser kannst du mit Hilfe von Tees und Mango-/Ingwer-/Limetten-Scheiben superleckere und nachhaltige Getränke machen.

10. Einfach mal nachfragen

Wenn es in deiner Gegend keine Unverpackt-Läden, keine gut sortierten Bio-Läden, keinen Wochenmarkt gibt, du aber trotzdem gerne Verpackungsmüll vermeiden möchtest, dann frag doch einfach mal bei deinem Supermarkt nach: ob du an der Käsetheke mit deinem eigenen Schraubglas einkaufen kannst, ob sie vielleicht bei bestimmten Produkten auf weniger verpackte Alternativen umsteigen oder ihr Sortiment um unverpackte Produkte ergänzen könnten etc. Nur keine Scheu, das Thema Müllvermeidung bewegt mittlerweile viele Menschen, und du wirst sicher auf den ein oder anderen verständnisvollen Zuhörer treffen!

Aller Anfang ist schwer – aber Ende gut, alles gut

Das klingt erst mal alles aufwändig. Tatsache ist, dass du nach einer Orientierungsphase ziemlich genau so einkaufen wirst wie vorher – du bringst eben ein paar Gefäße mit. Und auf Dauer wirst du sogar weniger Geld ausgeben, weil du achtsamer konsumierst und so überflüssige Spontan- und Fehlkäufe vermeidest. 

Ein weiterer Vorteil: Wenn du aufhörst deine Zeit mit Shoppen zu verbringen–- sei es mit Spontankäufen oder mit großen Samstag-Nachmittag-Shoppingtrips –, vermeidest du nicht nur Müll, sondern sparst auch Zeit und Nerven. Und diese Ressourcen kannst du dann an anderer Stelle sinnvoller nutzen: Statt Shoppen kannst du Zeit mit deinen Lieben verbringen, und ein Nachmittag im Park baut Stress garantiert besser ab als ein Tag im Einkaufszentrum. Kurz gesagt: Nicht nur die Umwelt und deine Gesundheit profitieren, wenn du nach Zero Waste lebst – sondern dein gesamtes Leben.

Und das ist das beste Argument für Müllvermeidung, oder?

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