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Yogi-Typologie: Im Yogazoo der Eitelkeiten

Von Katharina Goßmann

Der Y.A.S.

Der Young Attractive Single (kurz Y.A.S.) kleidet sich beim Yoga ebenso stylish wie für Geschäftstermine und Dates. Sie/er ist sehr gesundheitsbewusst und weiß, dass schlanke, fitte Singles nicht nur die besseren Ehepartner, sondern auch die lukrativeren Jobs abgreifen. Der Y.A.S. kennt nur dynamische Yoga-Stile und ist Mitglied im trendigsten Yoga Studio der Stadt (direkt um die Ecke vom Kreativbüro). Bei Mantren singt der Y.A.S. fachmännisch mit, da Yoga für ihn eben nicht nur Sport ist, sondern erfreulicherweise auch einen Mehrwert in Sachen Image mit sich bringt.


Das Werbe-T-Shirt

Das Werbe-T-Shirt ist fast ausschließlich männlich und lässt sich an T-Shirts erkennen, die für Fußpilz-, Durchfall- oder Blasenentzündungsmittel werben. Meist ist er chronisch unsportlich/hat ein mangelhaftes Körpergefühl und zeigt nur mäßiges Interesse an philosophisch-spirituellen Aspekten. Yoga wurde ihm von seinem Arzt empfohlen, oder seine Frau hat ihn dazu überredet. Er geht ein Mal pro Woche zum Yoga und freut sich, dass dadurch seine Rückenschmerzen verschwinden und seine Verdauung weniger Probleme macht. Er singt laut beim Om mit, auch wenn er nicht singen kann.


The International Yoga Jet Set

Der internationale Yoga Jet Set ist eine gut gebräunte Gattung mit perfekt geformtem Körper. Wer ihr angehört, hat entweder Geld geerbt, mit Mitte 20 ein New-Economy-Unternehmen verkauft oder ist von Beruf wohlhabende Ehefrau. Deshalb hat er/sie viel Zeit und Geld zur Verfügung und verwendet beides am liebsten für yoga-related activities. Er/sie bevorzugt Designer-Kleidung aus - mit Mantren und hinduistischen Gottheiten bestickten - High-Tech-Stoffen in leuchtenden, lebensbejahenden Farben, die er/sie in Indien, auf den Bahamas, in München oder Kalifornien gekauft hat. Am häufigsten tritt er/sie in Workshops und Retreats internationaler Yoga-Lehrer auf. Der internationale Yoga Jet Setter folgt oft seinem Lieblingslehrer um den Globus und kennt so gut wie alle anderen Jet Setter beim Vornamen.


Der Alt-Hippie

Der Hippie praktiziert Yoga seit der ersten Schwangerschaft/seitdem er in Goa 1974 eine Frau namens Sun Love getroffen hat. Sein Markenzeichen sind unbehandelte naturgraue Haare und unbehandelte naturweiße Leinenkleidung. Er schätzt Meditation und Pranayama, ist häufiger Gast in nordindischen Schweigeklöstern und hält dynamische Yoga-Stile für „nicht authentisch“ und „Sport“. Am häufigsten findet man diesen Typ in Volkshochschulen, Frauengruppen (Stichwort: Luna Yoga) und spirituellen Zentren sowie im Reiki-, Shiatsu-, etc.-Umfeld.


Der Sportler

Der Sportler kleidet sich in Nike, Puma, Adidas. Jüngere Exemplare bevorzugen Billabong und Quicksilver. Zum Yoga hat sie ihr Trainer geschickt bzw. sie es haben einfach mal in ihrem Fitnesscenter ausprobiert. Der Sportler trägt ausschließlich Sneakers, ist immer irgendwo mit einem bunten Meditape beklebt und schätzt an Yoga, dass es Verspannungen löst und Verletzungen verhindert – aber sogar bei Verletzungen praktiziert werden kann. Für den Sportler unterscheidet sich Yoga von Pilates dadurch, dass er zum Yoga am Dienstag geht und zum Pilates meistens am Samstag. Das Om am Anfang der Stunde singt er nicht mit, weil er vorm Yoga noch ein paar Gewichte stemmt/ein bisschen was auf dem Laufband macht und deshalb häufig zu spät kommt.

 

Dieser Artikel wurde zuerst am 13. Januar 2011 veröffentlicht.