Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.

Gratismonat sichern

 

Large chimosa mag
Bilder: Chimosa

Klein und fein: Tee, Kicken und Yoga

Von Kristin Rübesamen

Yoga, Kampfsport und Tee, wie passt das zusammen?

Jing:  Was wir hier machen ist Kampfkunst, nicht Kampfsport. Da gibt es einen feinen Unterschied. 

Yi: Generell ist alles für uns eine Kunst - ob es Yoga ist, Kampfkunst oder Tee. 

Jing: In der chinesischen Kultur liegen Kampfkunst- und Teephilosophie sehr nah beieinander. Sie greifen auch ineinander über. Zum Beispiel, Kampfkünstler trinken vor oder nach dem Training zusammen Tee. Das gehört dazu. Und: Kung Fu Cha ist die chinesische Teezeremonie. ‚Kung Fu‘ bedeutet, das etwas mit viel Fleiß verbunden ist. Dafür steht Kung Fu. Und das gilt gleichermaßen für Tee und für Kampfkunst.

YI: Genau. Viele Bewegungen und die Spiritualität ähneln einander sehr. Viele Übungen ergänzen sich gut oder ähneln sich sogar. Das sieht man besonders an einigen Positionen, zum Beispiel die Krieger Position, oder an Dehnübungen. Wer sich damit auseinandersetzt sieht viele Parallelen. Yoga ist die perfekte Ergänzung zur Kampfkunst und umgekehrt. Ich sehe das wie Ying und Yang.

Als Amateur würde man annehmen, beim Kampfsport geht es ums Gewinnen. Falsch?

Yi: Ja, das wäre eigentlich falsch. Es geht nicht unbedingt ums Gewinnen in der Kampfkunst. Beim Kampfsport, als das woran man an Wettkämpfen teilnimmt, da geht es schon darum einen gewissen Platz oder eine Position zu erreichen. Aber bei der Kampfkunst geht es eher um die Bewegungskunst an sich, um das Verstehen des Körpers, um die Philosophie, die Kultur, Religion, Gesundheit und der Selbstverteidigung.

Wie friedlich kann man denn kicken?

Yi: Wie friedlich kann man kicken? Hm. Naja. Es kommt darauf an, wie friedlich der Mensch ist. Man denkt erst mal es wäre sehr brutal, man lässt ja Energie aus. Aber man muss sich fragen, gegen was lasse ich denn Energie raus? Nach einem guten Kick verpufft die Energie, man lässt sie los und fühlt sich danach eigentlich besser. Und man muss auch sagen, dass es gibt auch Fälle von Leuten, die meditieren, Yoga machen und dadurch aggressiv werden. Der Kanal, um Energie rauszulassen, reicht in dem Fall nicht aus. Und manchmal brauchen die Menschen einfach diesen Kanal, um überschüssige Energie abzustoßen. Das kann man in der Kampfkunst sehr gut. Es ist ein Ying und Yang. Das Härtere scheint dann schwächer zu sein und das Weiche härter.

Jing: Sieht man vor allem bei den Kinderkursen, die wir haben. (Lacht) Wie viel Energie da raus kommt! Gerade beim Sparring, also beim Trainingskampf, sieht man es besonders gut. Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um Strategie, taktische Griffe und voneinander zu lernen und seine Fähigkeiten durch den anderen zu verbessern. 

Beim Yoga wiederum geht es darum, sich selbst zu erkennen und inneren Frieden zu finden. Wo liegt die Kampfzone hier?

Yi: Ich würde sagen, man kämpft im Leben immer gegen irgendetwas an. (Lacht) 

Jing: Der Kampf gegen uns selbst.

Yi: Genau, der Kampf gegen und mit uns selbst. Oder doofe Gewohnheiten. Ich habe das Gefühl besonders Yogis sind oft im Kampf mit sich selbst. Sie suchen in Yoga eine Methode mit seinem inneren Selbst umzugehen. 

Wie ergänzt sich beides?

Yi: Es ergänzt sich sehr gut - was wir hier anbieten an unseren Kampfkunst Kursen ist explosiv, dynamisch. Yoga auf der anderen Seite ist ruhiger und langsamer. Bei Yoga wird man super gelenkig und flexibel. Die Yogis haben einen super Vorteil in der Kampfkunst, da sie schon gut gedehnt sind und ihren Körper gut kennen, mit all seinen Blockaden. Sie bringen tolle Vorraussetzungen mit.

Warum brauchen moderne Menschen, denen alle Herausforderungen im alltäglichen Leben genommen sind (niemand muss sich sein Essen mehr jagen...) diese Techniken?

Yi: Kampfkunst hat ja mit Jagen nichts zu tun, auch damals nicht, als es entstand. Es geht um Selbstverteidigung, um Verteidigung der Familie und des Schutz des Landes. Daher ist Kampfkunst entstanden und zieht sich bis heute in unsere Kultur. Die Kampfkunst wird es immer geben. Kampfkunst fokussiert sich auf das Trainieren des Körpers und des Geistes. Auch wenn man denkt, dass man da gegeneinander kämpft. Auch der Kampfkünstler sucht in einem Kampf meist eine friedliche Lösung. Das ist das oberste Gebot. Es gibt ein Sprichwort: ‚Den größten Kampf gewinnt man ohne Kampf‘. Die Kampfkunst dient dazu sich körperlich und geistig auf ein Level zu bringen, dass man alltägliche Situationen mutig, stark, sicher und selbstbewusst bewältigen kann. Es gibt nichts, was man nicht meistern kann. Man lernt Disziplin, Fleiß, Beständigkeit, Willen - alles, was man alltäglich braucht, sei es im Beruf oder bei Freunden. Das sind Werte, die man in der Kampfkunst lernt, um ein besserer Mensch zu werden. Respekt und Ehre sind sehr wichtig. Es geht um das Zwischenmenschliche und wie stark auch dein Geist sein kann, neben einem starken Körper.

Was für Leute kommen zu Euch?

Yi: Ganz unterschiedlich, wir haben so viele Kurse. Alle Altersklassen, ich schätze die meisten in Mitte, die zu uns kommen, sind zwischen 30 und 45 Jahren. Wir haben alle Berufe vertreten.

Jing: Es gibt viele Leute, die zu uns kommen, weil sie an Yoga interessiert sind. Dann probieren sie mal unsere Kampfkunstkurse  und interessieren sich sehr für alles. Unsere Kunden sind alle sehr offen und finden durch Yoga und Kampfkunst einen guten Ausgleich.

Yi: Genau, wir haben eine gute Mischung aus unterschiedlichsten Leuten, alle aber sehr offen, tolerant und wissbegierig. 

Was könnt Ihr als kleines Studio in Berlin Mitte leisten, was die großen Studios nicht schaffen?

Jing: Wir sind vor allem sehr persönlich. Einer von uns beiden, also Yi-Chung und ich, ist immer hier. Meistens sind wir beide hier. Wir kennen alle unsere Kunden beim Namen und wir nehmen das Feedback sehr ernst. Mit unseren kleinen Räumen bieten wir sehr gute Trainigsqualität an, weil meistens nicht mehr als 12 Leute im Kurs sind.

Yi: Familiäres Ambiente, auf jeden Fall sehr persönlich. Unsere Lehrer gehen auch in alle Kurse und lernen auch so ihre Schüler besser kennen.

Welche Herausforderungen müsst Ihr dabei meistern?

Jing: Oh ja, da ist die Liste lang. (lacht). Wir sind ja sehr frisch erst seit knapp 1,5 Jahren hier in Mitte. Es ist nie einfach ein Studio aufzubauen.

Yi: Wir sind ein Start-Up, klar. Gerade kommen wir auch an die Frenzen unserer Raumkapazitäten: Wie können wir mehr Kunden auf dem selben Raum gleichermaßen zufriedenstellen?

Jing: Wir wollen unsere Trainingsqualität halten. Mehr als 15 Teilnehmer können wir nicht in einen Kurs lassen, aber wollen natürlich auch niemanden stehenlassen, der gerne teilnehmen möchte. Wir versuchen immer eine Lösung zu finden. Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung.

Ein paar Häuser weiter steht so eine Powerplate-Maschine? Schon mal probiert?

Jing: Nee… 

Y: Ja. Ich hab es mal probiert. Für mich würden 20 Minuten Sport nicht mehr ausreichen, man macht ja statisch nur wenige Bewegungen, die durch die Vibration der Powerplates effektiver sein sollen. Mir reicht das nicht, ich brauche mehr Bewegung. Für mich gibt es nichts schöneres, als ausgiebig 2 Stunden (oder mehr) Sport zu machen. Da bin ich einfach nicht ausgelastet. Bei uns gibt es auch viele Kunden, die mit einem Kampfkunstkurs anfangen und dann mit Yoga direkt im Anschluss weitermachen. Da kommt man leicht auf 2 bis 2,5 Stunden, zum Beispiel abends nach der Arbeit. Und ein paar von den Powerplates von drüben kommen auch zu uns zu den Kursen..

Eure beste Tee-Empfehlung?

Jing: Wir bieten hier bei CHIMOSA ja auch verschiedene chinesische Teesorten an.  Es sind alles Tees, die wir selber lieben und die wir Freunden und Familie anbieten. Ich mag alle Tees. Obwohl man sagen muss, dass ich auch wirklich alles durchprobiert habe. Zur Zeit ist mein Lieblingstee der Golden Rose, eine Schwarzteesorte mit Teeblätter, die als Blume geformt sind. 

Yi: Ich mag Oolong’s Complexity, auch Milky Oolong genannt und leicht karamellig im Geschmack beim 1. Aufguss. Oder den Bloomy Breeze, ein Chrysanthementee mit Honig, den wir auch allen unseren Kursteilnehmern anbieten.

Jing: Echt? Den magst du am liebsten?

Yi: Ja, der ist echt am besten.

Diese Videos passen zum Thema