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Large gulasch moschinski

Björn Moschinski: Vegane Rindsroulade?

Von Petra Orzech

Ahimsa, Gewaltlosigkeit, ist das erste Gebot in der Yogaphilosophie nach Patanjali, weshalb viele Yogis auf tierische Produkte verzichten.

Björn Moschinski dagegen las einfach nur einen Bericht in der Bravo über Massentierhaltung, der den vierzehnjährigen Jungen aus Brandenburg nicht mehr losliess. Er entscheidet sich prompt, Vegetarier und ein Jahr später mit fünfzehn Veganer zu werden. Weil es nichts Vernünftiges für ihn zu essen gab, wurde der ausgebildete Graphiker schließlich Koch.

„Ich habe unheimlich gerne Fleisch gegessen und mich gefragt, wie ich den Fleischgeschmack erhalten kann, ohne dass dafür Tiere leiden müssen und getötet werden.“ Er experimentiert und findet schließlich etwas, das genau wie Fleisch als Geschmackstransporteur dienen kann: „texturiertes Soja, das dieselbe Fasrigkeit wie zartes Fleisch aufweist.“ Erst das Würzen und Braten verschafft uns den Genuss, nach dem wir uns sehen und für den die deutsche Küche so berühmt ist. „Wer das nicht glaubt, kann einfach in ein blankes, ungewürztes und unverarbeitetes Stück Filet beissen.“

Soyanudeln, Tofu-Burger, Misosuppe sind längst bekannt. Aber Bayrischer Wurstsalat, Leberkässemmel, Hähnchenschlegel?

Während überall auf der Welt eine mit Glutamat verstärkte, eine im weitesten Sinne asiatische Einheitsspeisekarte mit demselben globalisierten Ibiza-Soundtrack den Menschen vorgaukelt, das ganze Leben ist eine Chillout-Zone, hat Moschinski mit seiner gutbürgerlichen, komplett gewaltfreien Küche viel mehr als nur ein veganes Schnitzel erfunden: er ermöglicht der breiten Bevölkerung, ihrem ureigenen Geschmack treu zu bleiben, ohne dass dabei Tiere getötet werden müssen.

Die noch sehr junge vegane Küche, die sich anfangs an der indisch-asiatischen Küche orientierte, hat mit ihm eine entscheidende Wende genommen.

Sein neues Restaurant Kopps, das er mit zwei, übrigens nicht veganen Partnern betreibt, liegt in Berlin Mitte und konnte die Berliner auf Anhieb überzeugen. Die Leute bestellen Schnitzel Wiener Art mit Champignonrahmsauce, Soyamedaillons mit Kartoffelsalat und gebratenem Zucchini und sind begeistert, selbst die strengen Kritiker von der Zeitschrift „Feinschmecker“.

Moschinski, der sich selbst als ethischen Veganer definiert, steht im Moment von morgens acht bis nachts um zwei in der Küche. Er rührt angenehm zurückhaltend und bescheiden in seinem Soya Cappuchino. Noch nie ist er mit seiner Einstellung hausieren gegangen, muss er auch nicht. Die Leute interessieren sich mehr und mehr von alleine für Essen, das ohne Tierquälerei zustande kommt. „Zu uns kannst Du deine Oma und deinen Opa mitnehmen, und sie werden es nicht mal merken.“

Vegan kochen für alle
von Björn Moschinski
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Südwest Verlag 2011
ISBN-10: 3517087777

Kopps Bar & Restaurant
Linienstrasse 49, 10115 Berlin
Tel: 030-43207975

Täglich offen ab 8:30 bis open end
Samstag und Sonntag Brunch ab 10:00

 


Zwei Rezepte für YogaEasy:


 

GULASCH MOSCHINSKI
(Abb. oben, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Foodfotografin Sandra Gärtner)

125g Soja Würfel (trocken)
200g Zwiebeln
50g Karotten
1 Knoblauch (Zehe)
50ml Rapsöl
10g braunes Soßenpulver
30g Tomatenmark
75ml Sojasahne
1/2l Gemüsebrühe
5g Stärke
7g Gulaschgewürz
1/4l Orangensaft
5g Salz
1g Pfeffer

1.Die Soja Würfel 5 – 10 Minuten in heisser Gemüsebrühe einweichen, kräftig ausdrücken und mit Salz & Pfeffer würzen.



2. Die Karotten in feine Würfel und die Zwiebeln in grobe Würfel schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Sojawürfel mit den Karottenwürfeln und Zwiebelwürfeln für ca. 10min scharf anbraten. Danach mit Gulaschgewürz würzen und das Soßenpulver darüber streuen. 



3. Alles für weitere 15min auf mittlerer Flamme braun schmoren und anschließend das Tomatenmark und die Knoblauchwürfel in die Pfanne kurz mit anbraten. 



4. Nun mit der Gemüsebrühe und dem Orangensaft ablöschen und anschließend für ca. 1h köcheln lassen. Eventuell mit etwas Stärke abbinden. Vor dem servieren abschmecken und mit der Sahne verfeinern.




Wussten Sie, dass sich dieses Gulasch so gering von seinem tierischen „Vorbild“ unterscheidet, dass in einem Experiment der Uni-Mensa Bochum 264 von 300 Studenten das ihnen vorgesetzte “Fake-Rindergulasch Gericht” von VEGAN HEAD CHEF Björn Moschinski nicht als solches identifizieren konnten? Zu sehen war übrigens dieser überzeugende Erfolg für rein pflanzlichen Fleischalternativen auf ARD am Do. 28.10.2010 um 20.15 Uhr bei der großen Wissensshow: „Wie ernährt sich Deutschland“.

 


 

TOFU RÜHREI

160g Tofu Natur
80g Räuchertofu
80g Seidentofu
100g Zwiebeln
10ml Rapsöl
1 MS Kurkuma
1/2 Bund Schnittlauch
Salz
Pfeffer

1. Die Zwiebel in feine Würfel, den Räuchertofu in feine Streifen schneiden und in einer heißen Pfanne mit dem Öl leicht anbräunen.


2. Den Natur-Tofu mit einer Gabel in feine Stücke zerdrücken und mit dem Kurkuma und Salz vermengen. Die Mischung in die Pfanne geben und anbraten bis der Tofu leicht braun wird. 



3. Nun den Seidentofu in grobe Stücke schneiden und dann in der Pfanne kurz mit anbraten. Mit Salz & Pfeffer abschmecken und 50g Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und unter das fertige Tofurührei mischen.

Guten Appetit!