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Y8: Schlingern in der Sivananda-Yacht

Von Katharina Goßmann

Vielen Hamburgern ist das Y8 ein Begriff. Wenn sie – ganz in Weiß – an der Alster und der Elbe Freiluft-Yoga praktizieren, fallen die Y8-Yogis schon deutlicher auf als andere Yogis der Nordmetropole. Und auch das Studio von Benita-Immanuel Grosser fällt etwas aus dem gewohnten Rahmen. Benita-Immanuel Grosser ist nämlich keine Einzelperson mit befremdlichem Vornamen. Sondern ein Künstlerpaar.

Seit 1989 leben und arbeiten Sita und Ram – als die ihre Yogaschüler sie kennen – zusammen. Ihr gemeinsamer Lebensweg zwischen Kunst und Yoga mündete vor gut zehn Jahren im Y8. Seither ist das Yogazentrum im Stadtteil Eimsbüttel zugleich als „International Sivananda Yoga Vedanta Center“ und als Kunstraum bekannt. Jonathan Monk, Rita McBride/Glen Rubsamen, Lawrence Weiner und viele andere Künstler gestalteten in der vergangenen Dekade den Yogaraum.

Bei meinem ersten Besuch faszinierte mich schon die Grundstruktur des Studios. Benita-Immanuel Grosser haben den Dachboden, den sie mit elaborierten Holzkonstruktionen ausbauten, einem Schiff nachempfunden. So erklärt sich der Name des Studios: “Y8” wird nicht Englisch “Y-Eight” ausgesprochen, sondern “Yacht”. Die Toiletten, der Shop-Bereich, die Sitzecke, das Büro, die Küche, der Yogaraum – alles ist aus weiß gestrichenem Holz. Der einzige Farbklecks ist ein zartes Hellblau. Durch diese Inszenierungen wirkt das Studio, auch ohne Kunst-Installationen, wie eine moderne Galerie.

Doch so künstlerisch-kreativ die Umgebung gestaltet wird, so streng praktiziert man hier Yoga. Die Sivanada-Tradition funktioniert nach dem Guru-Kula-Prinzip: Der Meister gibt das Yoga dem Schüler in einer klaren Linie weiter. Nur wer die Tradition seines Gurus übernimmt, darf unterrichten. Das wurde mir nach meiner Probestunde deutlich klar gemacht – ich solle nur wiederkommen, wenn ich ernsthaft Sivananda-Yoga praktizieren wolle. Das sei nicht ausschließend gemeint, sondern bewahre die Lehrer des Studios davor, Energie in unstete Schüler zu stecken. Rational konnte ich die Argumentation nachvollziehen, aber ganz ehrlich: Ausgeschlossen fühlte ich mich trotzdem.

Den Unterricht im klassischen Sivananda-Stil – Pranayama, Rishikesh-Reihe und Endentspannung – empfand ich trotzdem als angenehm. Durch die starren Regeln sind Sivananda-Center nämlich im Prinzip wie McDonald’s: Es schmeckt überall gleich. Aber eben nur im Prinzip. Denn wie jeder Mensch eine individuelle Ausstrahlung und Energie hat, besitzt auch das Y8 eine eigene Atmosphäre. Der es meiner Meinung nach nicht schaden würde, wenn sie ein wenig offener und herzlicher ausfiele …

Fazit: Im Y8 wird im Schnitt zwei Mal täglich traditionelles Sivananda-Yoga gelehrt. Willkommen sind Sivananda-Yogis sowie Yoga-Interessierte, die sich langfristig einer ernsthaften Yogapraxis im der Tradition von Swami Sivananda widmen wollen. Für die Probestunde gibt es keinen Dresscode, danach müssen Schüler in Weiß gekleidet erscheinen. Zwischen den Stunden reicht man Suppe und Kekse, diese Einnahmen werden in voller Höhe gespendet.

Y8 International Sivananda Yoga Vedanta Center
Kleiner Kielort 8
20144 Hamburg
Tel. 040-41 42 45 46

www.artyoga.de
www.elbyoga.de
www.alsteryoga.de

Probestunde: 10 Euro (auf Empfehlung eines Y8-Schülers kostenlos)