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Yoga für St. Pauli: Ich, Du, Er, Sie und Es

Von Katharina Goßmann

Mit zunehmendem Alter wächst meine Liebe für kleine Läden. Nicht nur, weil ich mittlerweile kritischer konsumiere. Sondern vor allem, weil ich es zunehmend schätze, wenn sich Verkäufer an mein Gesicht erinnern – und ich mich an sie. So geht es mir auch beim Yoga. Früher liebte ich meine Fitness-Center-Yogakurse: große, immer wieder neu zusammengewürfelte Gruppen, häufig wechselnde Lehrer. Heute freue ich mich, dass ich in meinen Hamburger Lieblings-Yogastudios wenigstens viele Gesichter, wenn auch erst wenige Namen kenne.

Anonymität ist out. Ich will Verbindung, Beziehung. Ich habe keine Angst mehr, mich im Kontakt zu zeigen, ich zu sein. Und ich finde es nicht mehr unangenehm, wenn mein Gegenüber als Mensch sichtbar wird statt nur als Funktion.

„Verbindung“ und „Beziehung“ sind Worte, die mir einfallen, wenn ich an das Yoga für St. Pauli in Hamburg denke. Seit 2007 gibt es das knapp 100 Quadratmeter große Studio für Hatha-Yoga und Pilates. Schon bei meinem ersten Besuch fühlte ich mich als Teil einer unkomplizierten, offenen Gemeinschaft. Die Besitzerin Jana Darmstadt erkannte sofort, dass ich eine neue Schülerin war, stellte sich vor, fragte nach meinem Namen, meiner Yogaerfahrung. Ich fühlte mich nicht als potentieller Kunde wahrgenommen, sondern als Mensch. Beim Abstempeln von Zehner-Karten schnackte sie mit eintrudelnden Schülerinnen – die sie alle mit Namen begrüßte – über den neu renovierten Teeraum. Der übrigens sehr hübsch geworden ist mit seinen fliederfarbenen Wänden und den aus antiken Schubladen bestehenden Wandschränken.

Dieser unaufdringlich persönliche Ansatz prägte auch den Unterricht. Jana hatte als Leitfaden für die Stunde die Haltung der Taube (Eka Pada Rajakapotasana) gewählt. Nach einer kurzen Atemübung führte sie uns durch vorbereitende Dehnungsübungen, anschließend wärmten wir uns mit Sonnengrüßen auf. Währenddessen gab Jana immer wieder individuelle Tipps, erinnerte daran, dass der Atem jederzeit ruhig fließen soll, erinnerte an die Möglichkeit, Pausen zu machen. Dann arbeiteten wir uns mit mehreren brust- und hüftöffnenden Übungen zur Taube vor. Wie beim Hatha-Yoga üblich, blieben wir mehrere Atemzüge in jeder Haltung (Asana) und verbanden die Asanas nicht. Danach legte ich mich glücklich in die Schlussentspannung und genoss die sommerlichen Hinterhofgeräusche, die durch die breiten Fensterfronten an den zwei Seitenwänden noch oben drangen.

Bei vielen tollen Yogalehrern spüre ich manchmal eine Art Verbissenheit. Diese Lehrer scheinen etwas von sich und ihren Schülern zu fordern – Fortschritt, Schweiß, Ehrgeiz. Jana will nichts von ihren Schülern, sondern ihnen den Raum geben, sie selbst zu sein und sich und ihrem Körper Gutes zu tun. Yoga ist bei ihr kein Hochleistungssport, kein Futter für das Ego, kein anstrengender Pflichttermin. Und das macht sie zu einer wunderbaren Lehrerin.

Fazit: Jana Darmstadt bietet in ihrem großzügigen, hellen Studio mitten im Szeneviertel St. Pauli von Montag bis Samstag klassisches Hatha-Yoga und Pilates an. Unterstützt wird sie dabei von Janina, Christina und Neuzugang Dominique. Zusätzlich gibt es Kurse für Schwangere, Mütter und Kinder: Schwangeren-Yoga und -Pilates, Kindertanz und Kinderyoga sowie Yoga für Mutter und Kind.

Yoga für St. Pauli
Clemens-Schultz-Str. 50
20359 Hamburg
Tel. 040 – 42 10 29 06

Probestunde: 7 Euro
www.yoga-fuer-stpauli.de