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Large mag triyoga

London Yoga Guide: God save the Yoga-Queen!

Von Katharina Goßmann

Damals lebte ich für eine Weile in der englischen Metropole. Es war keine gute Zeit – weder privat noch beruflich – und ich litt unter dem ständig bewölkten Himmel, dem ewigen Regen. Das einzige, was mich damals rettete, war Yoga. Nach wenigen Monaten in London hatte ich nämlich solche Nackenprobleme entwickelt, dass ich etwas tun musste und mit Yoga anfing. Ich war sofort Feuer und Flamme – nur beim Yoga war mir warm, nur beim Yoga fühlte ich mich wohl in meiner Haut. Außerdem schienen mir meine Yogalehrerin und ihre Schüler die einzigen zufriedenen, geerdeten Menschen Londons zu sein.

Schon nach einem Tag war klar, dass ich auch dieses Wochenende nicht ohne Yoga überstehen würde. Meine Yogalehrerin von damals lebt mittlerweile in Indien, deshalb entschied ich mich fürs Triyoga im feinen Stadtteil Chelsea. Oh, ich freute mich so: In der Yin Yoga Klasse würde ich kuschelig warm in entspannenden Positionen den Stress dieser hektischen Stadt hinter mir lassen – um dann fit zu sein für einen Pub-Besuch mit meinen Freunden!

Es kam leider anders. Obwohl es ganz gut anfing: Der riesige Empfangsbereich mit Cafe, Shop und Rezeption gefiel mir gut, die Dame am Empfang war zuckersüß, der Flur, der zu den Studios führte, war mit beeindruckenden Statuen hinduistischer Götter dekoriert. Als ich jedoch das Yoga-Studio betrat, sank meine Laune. Das Studio war kühl, sehr hoch und völlig weiß bis auf die bunten Glasfenster, die ein kaltes Licht über den Raum fallen ließen. Es erinnerte mich an eine Mischung aus einem Operations-Saal und einer Kirche. Die wenigen Schüler verteilten sich weit auseinander in dem großen Raum, keiner lächelte, niemand sprach.

Dann bemerkte ich, dass die Klimaanlage lief. Es gibt kaum etwas, das ich so unnatürlich und ungesund finde wie Klimaanlagen. Okay, wenn es in Texas im Sommer 45 Grad hat, ist so eine Klimaanlage wahrscheinlich notwendig – aber im englischen “Sommer”?! Eigentlich hätte ich sofort gehen sollen. Stattdessen wartete ich auf die Lehrerin.

Die trudelte deutlich verspätet ein und sprach uns dann mit pragmatischer Krankenschwester-Stimme durch einige klassische Yin Yoga-Positionen. Die meisten Positionen erklärte sie so ungenau, dass ich es nicht schaffte, mich bequem einzurichten, und außer Anweisungen zu Decken- und Block-Positionierung gab es nur lieblos vorgebrachte Floskeln wie „Und jetzt lasst total los“. Mir war trotz drei Decken kalt. Nach der Stunde fühlte ich mich kränklich und nachdem ich schlecht gelaunt eineinhalb Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht hatte, ließ ich den Pub-Besuch ausfallen und aß stattdessen Kuchen vor dem Fernsehen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich denke nicht, dass das Triyoga ein schlechtes Studio ist. Ich kämpfte an diesem Tag mit meiner Vergangenheit, die Lehrerin war offensichtlich auch nicht in bester Form – und sogar in London ist das Wetter nicht immer so schlecht wie an diesem Wochenende! Trotzdem probiere ich bei meinem nächsten London-Besuch lieber das Jivamukti Yoga- Studio aus – bei den Jivamuktis war mir nämlich noch nie kalt…

Fazit: Im Triyoga Chelsea werden pro Woche 90 Kurse in drei Studios angeboten – von Anusara und Ashtanga über Iyengar, Jivamukti und Kundalini bis zu Vinyasa Flow und Yin Yoga, für Anfänger und Profis, für Schwangere. Zusätzlich gibt es reine Meditationsstunden und einige Pilates-Kurse. Wer die englische Küche vermeiden will, kann sich hier im Bio-Café und an der Saftbar verwöhnen. Das Studio liegt direkt an der berühmten King’s Road.

Triyoga Chelsea
372 King’s Road
London SW3 5UZ
England

Probewochen: 2 Wochen für 20 Pfund
www.triyoga.co.uk