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Zwischen den Extremen: Nicole Bongartz

Von Kristin Rübesamen

YogaEasy.de: Deine erste Yogastunde?

Nicole Bongartz: Ein persönlicher Alptraum. Entspannen ging für mich damals gar nicht und war auch reine Zeitverschwendung, was ich in der Zeit alles hätte machen können…

Dein erstes Yogaglück?

Kam dann später und dafür mit doppelter Ladung als absolute Glückseligkeit im “Laughing Lotus Center” in New York, danach wollte ich nichts anderes mehr machen!!!

Was war richtig peinlich?

Dass ich als absoluter Yoganeuling in New York in alle Advanced Klassen gerannt bin und nachher jeden Lehrer gelöchert habe, wie ich denn bitte von Chaturanga in Updog kommen könnte, das wäre doch UNMÖGLICH!!!

Dieses lästige Atmen – geht es nicht auch ohne?

Für mich nicht, reines Ausrichten ohne Atem und Bewegungsverbindung finde ich toll, erscheint mir aber oft doch wie eine Vorbereitung für “richtiges” Yoga.

Das war auch nur ein Witz. Wie perfekt ist dein einarmiger Handstand?

So perfekt, dass ich mich bisher noch nie jemandem darin gezeigt habe, will ja nicht posen…

Was haben Anfänger Fortgeschrittenen voraus?

Auf jeden Fall, dass ihnen nicht so viel Wissen im Weg steht. Oftmals lässt sich beobachten, dass je mehr ein Schüler weiß, es schwerer und schwerer wird, das Bewerten loszulassen! Man weiß soviel, dass keine direkte
Erfahrung möglich ist – ein bißchen vom Yogazauber geht dann oft verloren!

Worin besteht die grösste Herausforderung für einen Lehrer?

Ich sehe für einen Lehrer eine große Herausforderung, sogar noch mehr eine Verantwortung darin, sich den Schülern so zu zeigen, wie man wirklich ist, den Schüler letztendlich immer wieder zu “ent-täuschen”, so dass man gar nicht erst auf einen Sockel gehoben werden kann, von dem man ja auch bekanntlich so schnell wieder runterstürzt…. ich sage nur: Walk the talk.

Welche andere Karriere könntest Du dir vorstellen?

Oh, jede Menge.. ich spreche gerne und lese gerne vor, ich könnte mir vorstellen beim Radio zu arbeiten. Innenarchitektur finde ich interessant, überhaupt alles mit Farben und Formen fasziniert mich, sogar Visagistin könnte ich mir vorstellen (ich weiß, sehr ungewöhnlich für eine Yogalehrerin…) Dann wäre ein tolles vegetarisches Cafe oder Restaurant noch ein Traum von mir. Irgendwann ein Retreat Center am Meer… soviele Träume und Möglichkeiten…

Ist Yoga unterrichten überhaupt eine Karriere?

Auf jeden Fall. Ich behaupte, dass die meisten Yogalehrer wirklich aus Leidenschaft und Idealismus Yogalehrer werden, und nicht um berühmt zu werden. Es hört sich vielleicht unlogisch an, aber wie wir auch in der
Musik oder Kunstszene beobachten können, sind Idealismus und Leidenschaft die besten Voraussetzungen für eine Karriere und durch nichts anderes zu ersetzen.

Wie politisch ist Yoga?

Es ist in dem Sinne politisch, als dass es ein Weg der Eigenverantwortung ist, der mich lehrt, dass mein Leben die Summe all meiner Entscheidungen darstellt und dass alle und alles um mich herum durch mein Leben beeinflusst wird, vielleicht sogar inspiriert. Mit diesem Wissen kann es sehr politisch sein.

Wie sieht deine eigene Praxis aus?

Jeden Tag unterschiedlich und doch immer sehr ähnlich, ich rolle meine Matte aus und schaue wo die Reise hingeht…und natürlich das Leiten von Vishnus Couch, unserem Baby, ist meine wahre Praxis!

Schon mal gelangweilt beim Yoga?

Leider ja, manchmal denke ich, wenn ich noch einen Sonnengruß übe, raste ich aus… Aber Gott sei Dank gibt es viele andere Tage, an denen ich meine Yogapraxis sehr genieße.

Was sollten Yogis einfach überhaupt nicht tun?

Sich Dinge verbieten, weil sie denken, sie wären nicht yogisch.

Was dürfen wir von Deinem neuen Yoga Video erwarten?

Das Core Integration-Video ist eher ruhig, sehr konzentriert, sehr effektiv. Im zweiten Video – “Fly like a bird” – geht es fliessender und dynamischer zur Sache, mit der einen oder anderen Herausforderung!

Du veranstaltest mit Frank Schuler zusammen die alljährliche, sehr erfolgreiche Yoga Conference in Köln. Wie hat sich das Programm in den letzten Jahren geändert?

Von Anfang an war es uns ein Anliegen, die ganze Fülle des Yogas aufzuzeigen und uns nicht nur auf einen Stil oder einen Aspekt des Yoga zu konzentrieren. Dieses Ziel ist uns stets erhalten geblieben. Wir halten ständig die Augen offen auf der Suche nach neuen Trends, die uns natürlich auch begeistern müssen: So waren wir zum Beispiel die ersten die Acro Yoga und auch Lotus Flow nach Europa gebracht haben. Auf der anderen Seite wollen wir auch die Tradition des Yoga wahren und gucken immer darauf, dass wir repräsentative Lehrer der großen Traditionen einladen. Und dann noch Musik… wir lieben Musik, Kirtan, Tanzen… das ist und wird immer ein Teil der Yoga Conference Germany sein – das Wochenende soll ein Fest sein und allen Teilnehmern vor allem im Herzen in Erinnerung bleiben, es soll Freude bringen.

Nicole, wir danken Dir für das Gespräch!

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