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Bedingungslose Liebe: Yogis küssen besser

Von Kristin Rübesamen

Bedingungslose Liebe ist nicht gerade das, wofür unsere Zeit bekannt ist. Im Gegenteil, gerade an die Liebe knüpfen wir die härtesten Bedingungen. Liebst Du auch garantiert nur mich? Bis dass der Tod uns scheidet? Wirst Du auch immer den Müll herunterbringen, die Kinder ernähren, meine Launen ertragen und jedes Weihnachten klaglos dasselbe Gespräch mit Deinem Schwiegervater führen? Wenn nicht, dann, sorry Schatz, liebe ich Dich nicht mehr.


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Yoga in unserem Alltag ist die Zeit, die wir uns für uns selbst nehmen, ein durchaus egoistischer Akt, und gleichzeitig eine bewährte Praxis, mit den Mühseligkeiten des modernen Lebens fertig zu werden. Eine Partnerschaft kann anstrengend sein, ein Familienleben sowieso, ein Singleleben mag aus anderen Gründen aufreibend sein- unser tägliches Yoga gibt uns die Geduld und die Gelassenheit, unsere Ansprüche an die Realität immer wieder zurecht zu rücken und zufrieden mit dem zu sein, was wir haben.

Bedingungslose Liebe, wie wir sie gegenüber unseren Kindern empfinden, für alle Lebewesen aufzubringen, ist gar nicht einfach. Diese Liebe steht in der Regel nicht auf dem Stundenplan in unserer Yogaschule, und trotzdem können wir sie in jeder Asana üben und in uns finden. In jeder Vorbeuge, in der wir mit aller Kraft nach vorne ziehen, einen krummen Rücken, verspannte Schultern und einen harten Kiefer in Kauf nehmen, nur um die Zehen zu berühren, kann uns Hingabe aus dem Dilemma lösen. Das muss nicht gleich Hingabe an Gott sein, es genügt die Hingabe an den eigenen Atemfluss, Dankbarkeit darüber, einen Körper zu besitzen, mit dem wir üben können, und vielleicht sogar etwas Demut.

Nirgendwo sonst haben wir derart “handgreiflich” wie in der Asanapraxis die Möglichkeit, gesunden Ehrgeiz von übertriebenem Ehrgeiz zu unterscheiden, die Dinge, die wir ändern können, von denen zu unterscheiden, die wir akzeptieren müssen, uns immer wieder aufs Neue nach den Prinzipien auszurichten, die für uns wesentlich sind, und im Frieden, der sich in uns breit macht, eine tiefe Verbundenheit zu allen Lebewesen zu spüren.

Auf der Matte können wir lernen, nicht nur eine äußere, sondere auch eine innere Haltung anzunehmen.

Um solche Fragen geht es unter anderem im bekanntesten Teil des indischen Epos Mahabharata, vergleichbar mit der Ilias oder der Odysee, der berühmten Bhagavadgita : Handeln wir aus eigennützigen Motiven? Akzeptieren wir flaue Kompromisse, mit denen niemand wirklich glücklich ist? Was wird von uns verlangt und wann wissen wir, ob wir das Richtige tun?

Mahatma Gandhi fand in dieser Jahrtausende alten Schrift, über die schwer beeindruckt auch Wilhelm von Humboldt an der Berliner Akademie Vorlesungen hielt, einen “Trost, den ich selbst in der Bergpredikt vermisse.”

Das Grundanliegen der Gita besteht darin, zu zeigen, dass Handeln ohne egozentrische Absichten und die vollkommene Hingabe an Gott auf der Basis von Erkenntnis zur Befreiung aus dem Leiden führen. Bhakti Yoga, eine dankbare Grundeinstellung und die Freude, die entsteht, wenn man sich nicht getrennt von der Welt wahrnimmt, mündet in bedingungslose Liebe.
Mark Whitwell, der anders als viele Yogalehrer nicht an Erleuchtung interessiert ist, sagt ganz provokant, dass wir uns, um diese Liebe zu spüren, nicht auf die Suche machen müssen, sondern dass alles, was wir brauchen, schon da ist.

Zu abstrakt? Dann schlagen wir vor, die Weihnachtsgeschenke dieses Jahr mal wegzulassen, den gesamten Rummel zu ignorieren und stattdessen mit all denen, denen wir dankbar sind, zu feiern. Und diejenigen, die das zu zweit tun möchten, mögen in den nächsten Wochen genug Hüftöffnungen und Vorbeugen üben. Sie durchbluten und kräftigen unsere Sexualorgane und erinnern uns an die Worte des legendären Schweizer Kundalini-Yogalehrer Reinhard Gammenthaler

“Man kann die Sexualkraft nicht einfach unterdrücken und dann geht die weg. Die ist riesig. Sie ist eigentlich die Grundkraft in uns, die uns ins Leben geholt hat. Die Grundkraft des Universums. Wenn man die, so wie die Priester im Vatikan, unterdrückt, dann wird sie zum Dämonen. Man muss sie sublimieren. Das geht nur mit vollkommener Kontrolle, aber nicht durch rationales Bewusstsein. Yoga wirkt über den Hypothalamus und die damit verbundenen Funktionen des vegetativen Nervensystems, den Stoffwechsel, jede Drüse. Und irgendwann beginnt Körperkontrolle zu entstehen. Der Körper hat ein eigenes Bewusstsein… Yoga weckt dieses Körperbewusstsein”.

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