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Bild: Tara Stiles

Yoga-Rebellin Tara Stiles: Die Leute brauchen Yoga

Von Petra Orzech

Die von der New York Times zur „Yoga-Rebellin“ ernannte Tara Stiles begeistert Millionen von Menschen mit Themen wie Yoga, Meditation, Ernährung und alltäglichem Wohlbefinden. Bekannt wurde sie mit Yoga-Clips auf YouTube. Inzwischen hat Tara zwei Bücher geschrieben, Yoga-DVDs gedreht, mit Reebok eine Yoga-Kollektion entwickelt und will mit Bill Clinton Yoga in die US-Schulen bringen. In New York leitet sie das Studio Strala Yoga und hat wie alle prominenten Yogalehrer auch prominente Fans: zum Beispiel Deepak Chopra und Jane Fonda.

Petra Orzech: Tara, Dein Bekanntheitsgrad wächst ständig – was ist Deine Yoga-Mission?

Tara Stiles: Ich möchte möglichst vielen Menschen Yoga zugänglich machen – auch solchen, die Hemmungen davor haben oder es für zu esoterisch halten. Yoga soll einfach Spaß machen, so dass man sich hinterher gut fühlt. So versuche ich, die Bedürfnisse insbesondere von Großstadtmenschen zu erkennen und diese mit einfachen Yogaübungen zu befriedigen. Mir ist es wichtig, dass die Leute verstehen, dass Yoga kein elitärer Club ist. Um das zu vermitteln, gehe ich ganz unkompliziert an die Sache heran. Beispielsweise, indem ich dafür die sozialen Medien, wie meinen Yoga-Blog, Twitter oder meine Facebook-Seite nutze. Dort schreibe ich, was mich bewegt, gebe Tipps, poste meine Video-Clips oder wo ich gerade unterwegs bin. Gleichzeitig kann ich auf diese Weise Kontakt zu meinen Freunden und Fans halten.

Du bist keine, die mit erhobenen Zeigefinger durch die „Yogawelt“ läuft und sagt was richtig oder falsch ist...

Es geht mir nicht darum, dass irgendjemand zu einer bestimmten Yoga-Philosophie oder gar Weltanschauung bekehrt wird. Ich will aus meinen Schülern auch keine besseren Menschen machen, sondern nur ihr Leben ein wenig besser machen. In erster Linie lege ich Wert auf den physischen und sozialen Nutzen beim Yoga. Ich möchte Menschen dazu bringen, die Dinge einfach mal mit anderen Augen zu betrachten. Oft kommen Schüler nach einer Stunde zu mir und sagen, dass ich ihr Leben verändert habe. Das Ding ist, viele Leute denken, dass eine Veränderung von außen kommt und übergeben die Verantwortung dafür an jemand anderes – in dem Fall an mich. Dabei entsteht alles in unserem „Inneren“ – wir sind selber verantwortlich für unsere Stimmung, unsere Energie und auch unser Aussehen.

Moment mal, ist das nicht oberflächlich, sich um sein Aussehen zu kümmern?

An Yoga finde ich so genial, dass es Regionen in unserem Körper und Geist aktiviert, die wir gewöhnlich nicht nutzen. Yoga macht den Geist klarer und den Körper schöner. Das ist auch der Grund, warum man mit Yoga abnehmen kann. Durch das Training fängt der Körper an, besser zu arbeiten. Sobald unser „Inneres“ besser arbeitet, fühlen wir uns besser und fangen ganz automatisch an, auch gesünder zu essen.

Wie lange dauert es, bis man durch Yoga positive Veränderungen am Körper sieht?

Das hängt natürlich zum einen davon ab, wie viel Zeit man für die Praxis investiert und zum anderen davon, dass man bestimmte Bewegungsabläufe immer wiederholt. Angenommen, man nimmt sich täglich dreißig bis sechzig Minuten Zeit, dann kann man schon nach einer Woche kleine Veränderungen sehen. Ein gutes Beispiel ist der Krieger 3: regelmäßig geübt, trainiert er die Pomuskeln. Die müssen nämlich kräftig arbeiten, um die Balance zu halten, wenn man auf einem Bein steht und das andere nach hinten in der Luft ausstreckt. Yoga-Neulingen empfehle ich gerne meine YouTube-Clips zum Reinschnuppern – mit ihnen erzielt man auch Effekte.

Du bist die Gründerin von Strala Yoga. Wie sieht der Strala-Stil aus?

Ich lege den Fokus nicht auf die einzelne Yoga-Haltung und auch nicht darauf, ob sie perfekt ist – das ist bei Strala Yoga nicht das Ziel. Mir geht es um den entspannten Fluss der Bewegung, und dass man in sich hinein fühlt. Natürlich ist auch ein klein wenig Anstrengung erforderlich – das bringt einen weiter. Mir ist einfach wichtig, dass die Leute sich nach dem Unterricht wohl fühlen. Wenn ich das erreiche, bin ich glücklich.

Wie sieht für Dich ein glücklicher, zufriedener Tag aus?

Ganz einfach: Bei Strala Yoga Unterricht geben und nehmen, stricken, einen langen Spaziergang machen und zu Hause gesundes, veganes Essen zubereiten. Wenn ich in New York bin, passiert das ziemlich oft – das macht mich glücklich.

Was begeistert Dich so an Yoga?

Das es ganzheitlich wirkt und dabei riesigen Spaß bringt. Wenn ich auf der Matte bin, fühle ich mich nicht nur zufriedener, gesünder und mit dem Leben verbundener, sondern ich empfinde auch mehr kreative Energie. Yoga ist meine Kraftquelle.

Wie bist Du eigentlich zum Yoga gekommen?

Meine ersten Yoga-Stunden hatte ich nach meinem High-School-Abschluss, als ich in Chicago Ballett studierte. Yoga hat mir das gleiche meditative Gefühl gegeben, das ich schon als kleines Mädchen im Wald in der Nähe unseres Hauses hatte. In Chicago wurde ich dann als Model entdeckt und von dort ging es weiter nach New York. Dabei blieb Yoga für mich zunächst das Mittel, um mich für den Modeljob fit zu halten. Doch bald fühlte ich mich leer und orientierungslos. Ich entschloss mich, Yoga zu meinem Lebensinhalt zu machen. Ich habe angefangen, in meinem Wohnzimmer Unterricht für gestresste Manager zu geben. Schon damals war mir schnell klar, dass ich mit Yoga niemanden auf eine spirituelle Reise schicken wollte. Yoga soll in meinen Augen eine Hilfe sein, den Alltag besser zu meistern, sich wohler zu fühlen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Mit Reebok hast Du jetzt eine Yoga-Kollektion entworfen. Was trägst Du beim Yoga gerne?

Bequeme Sachen aus weichen Stoffen. Zum Beispiel ein lässiges T-Shirt oder Tank Top und gemütliche Pants. Genau das konnte ich auch in die Reebok-Kollektion einfließen lassen. Ich finde, die Sachen sind witzig und modisch geworden, aber auch funktional, super weich und angenehm zu tragen. Ich mag sie sehr.

„Who makes the rules“ steht auf den Reebok Tank Tops. Was sind Deiner Meinung nach die Yoga-Regeln?

Ich glaube, dass die einzigen Regel im Yoga einfach nur die sind, die Du für Dich selbst gewählt hast.

Würdest Du uns etwas von Deinen Plänen und Träumen verraten?

Gerne. Im Moment arbeite ich an einem neuen spannenden Buch über Ernährung und Lifestyle. Außerdem will ich ein Studio in Los Angeles eröffnen. Ich träume davon, Strala Yoga auf der Welt zu verbreiten und den Prozess zu genießen. Mit Reebok sind auch weitere interessante Projekte in Planung, mit denen wir Frauen auf der ganzen Welt begeistern wollen. Ich möchte noch viel von der Welt sehen, es gibt so schöne Plätze, wo ich gerne hingehen würde. Ich freue mich auf alles.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Freude für all Deine Vorhaben. Ganz lieben Dank für das angenehme Gespräch und auf hoffentlich bald mal wieder!

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