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Large jyoti studio

Jyoti Yoga: Wenn der Po in der Kobra entspannt

Von Katharina Goßmann

Trotz meiner Liebe zum Yoga interessierte ich mich bis vor kurzem kaum für die technischen oder anatomischen Aspekte der Asanas. Von Details wie Fußpositionierung oder Beckenausrichtung wollte ich nichts wissen. Wurde in meiner Anwesenheit Yoga-fachgesimpelt, klappten sich meine Ohren sofort zu. Schließlich war Yoga für mich weit weg von Profanem wie Muskeln und Knochen, sondern vielmehr eine Feier meiner Göttlichkeit! Dummerweise führte dieser – oftmals wohl zu extatische – Ansatz hin und wieder dazu, dass ich grauenhafte Schmerzen zwischen den Schultern oder ein steifes Knie hatte. Aber keine Ahnung, warum das so war.

Kürzlich besuchte ich meine erste Anusara® Yoga-Klasse, bei Jyoti-Yoga in Hamburg. Ich wusste nur, dass die noch junge Stilrichtung (1997 von John Friend begründet) in den USA immer beliebter wird und großen Wert auf die Ausrichtung der Gelenke legt. Ich war neugierig, hatte aber keine großen Erwartungen. Ausrichtung – das klang nach minutenlangem Herumfeilen an einer Position und nach zu wenig nach Spaß.

Nachdem Veronika Freitag, die Besitzerin und Hauptlehrerin des Studios, mit uns das Anusara Mantra gesungen hatte und davon gesprochen hatte, dass sie die Stunde dem Thema Mut widmen wolle, führte sie uns durch eine Sequenz klassischer Hatha Yoga-Asanas. Sie nahm sich für jede Position viel Zeit, leitete sie detailliert an und sagte Sätze wie „Die inneren Oberschenkel ziehen energetisch zueinander“. Und trotzdem fand ich ihre Anweisungen nicht profan, und meine Ohren blieben weit offen! Wohl weil mein Körper intuitiv verstand, was er tun sollte, und sich faszinierenderweise mit jeder umgesetzten Anweisung Aha-Erlebnisse einstellten. Zum ersten Mal schaffte ich es, meine Pomuskeln in der Kobra nicht anzuspannen, im Berg (der Ausgangsstellung des Sonnengrußes) fühlte sich meine Hüfte trotz konzentrierter Anspannung völlig frei an, und im nach unten schauenden (!!!) Hund hatte ich das Gefühl, ich würde mein Herz der strahlenden Sonne entgegen strecken – so viel Weite konnte ich zwischen meinen Schultern schaffen.

Ja, ja, ich weiß, solche technischen und anatomischen Details mögen langweilig erscheinen! Aber geht doch selbst mal zum Anusara® Yoga! Dann werdet ihr feststellen, wie faszinierend eine angeleitete Reise in die unbekannte Erlebniswelten des eigenen Körpers ist, und wie bereichernd es ist, die eigene Anatomie intuitiv zu erfahren. Und verstehen, warum ich mittlerweile ganz gerne fachsimple …

Fazit: Im Mai 2010 übernahm Veronika Freitag das ehemalige YO2-Studio von Annika McKay und führte damit das einzige Anusara® Yoga–Studio in Hamburg weiter. Das Jyoti ist getreu seinem Namen (Jyoti=Licht) ein heller, ganz in Weiß gehaltener Hinterhof-Raum im schönen Grindelviertel nahe der Hamburger Universität. Wer es gern etwas dynamischer und fließender mag, dem sei der beliebte Anusara-Flow am Samstag ans Herz gelegt. Neben Anusara® Yoga werden im Jyoti auch klassisches Hatha Yoga und Pilates unterrichtet.

Jyoti-Yoga Hamburg
Grindelhof 63 a (Hinterhof), 20146 Hamburg, Fon 0157 – 194 30 44
www.jyoti-yoga.de
4 Probestunden (innerhalb eines Monats): 30 Euro

Wer jetzt sofort eine Stunde bei Veronika Freitag probieren will, der Kann diese Anusara Yoga Sequenz für Anfänger üben.

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