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Bild: iStockphoto.com

Yoga in dunklen Zeiten. Was hilft?

Von Katharina Goßmann

Vielleicht ist der Auslöser ganz privat - eine Trennung, eine Kündigung, eine Krankheit. Oder es reiht sich seit Wochen/Monaten/Jahren eine unangenehme Nachricht an die andere. Wenn sich dann noch die dunklen, kalten Wintermonate ins schier Endlose dehnen, geht auch beim noch so erleuchteten Yogi das innere Licht aus.

Miese Stimmung: Offiziell erlaubt

Hier die gute Nachricht: Jeder darf mal schlecht drauf sein. Wer zwanghaft positiv bleibt und weiter versucht alles zu schaffen, dabei aber innerlich zusammenbricht, tut sich keinen Gefallen. Der erste Schritt aus der Krisenstimmung heißt also Ehrlichkeit: Es ist nicht nur erlaubt, sondern unbedingt sinnvoll, genau festzuhalten, wie es einem gerade geht. Ohne zu bewerten, ohne viel zu interpretieren.

Aus „Warum bleibt alles an mir hängen?“ wird so möglicherweise „Das war wirklich viel in letzter Zeit – ich brauche dringend eine Pause!“. Eine solche innere Perspektivenverschiebung kann die Gefühlsstarre lösen und neue Möglichkeiten aufzeigen. Vielleicht gehen dadurch schon wieder die ersten Lichter an!

Weg aus der Krise: Adlerblick statt Perspektivlosigkeit

Psychologen haben vielfach festgestellt, dass Menschen, die viel zu tun haben, aber gleichzeitig das Gefühl haben, dass sie alle ihre Aufgaben schaffen können und die Kontrolle über ihr Leben haben, nicht besonders belastet waren. Menschen dagegen, die sich hilflos vorkamen und meinten, die eigenen Ressourcen würden nicht ausreichen, fühlten sich ausgelaugt, gestresst, sogar depressiv.

Ein weiterer Schritt aus der Dunkelheit kann also sein, die Zügel wieder in die Hand zu nehmen. Dabei hilft es, das eigene Leben unter die Lupe zu nehmen. Wo habe ich das Gefühl, ich „muss“ anstatt zu wollen – und wie kann ich das ändern? Das können Kleinigkeiten sein (Muss meine Wohnung wirklich immer perfekt geputzt sein? Kann vielleicht mein Partner in Zukunft die Kinder in die Schule bringen?) oder größere Veränderungen (Will ich wirklich Vollzeit arbeiten? Brauche ich eventuell eine Auszeit, um mein Leben neu zu sortieren?).

Mit Yoga gegen geistige Blockaden

Es ist meistens nicht einfach, eingefahrene Denkmustern hinter sich zu lassen. Glücklicherweise gibt es etwas, das nicht nur körperliche, sondern auch geistige Verspannungen löst: Yoga. Die tiefe Atmung, die Dehnungen und Drehungen, die innere Konzentration – all das schafft Raum für neue Gedanken, Ideen, Perspektiven und hilft dabei, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen (z.B. meine Gesundheit ist wichtiger als ein weiteres Projekt anzunehmen, um vor dem Chef besser dazustehen). Wer mit Yoga nichts anfangen kann, der kann natürlich auch Joggen, Radfahren etc. ausprobieren. Alles, was Körper und Geist in Bewegung bringt, wirkt Wunder.

Energie tanken – Relaxen, vollwertige Ernährung

Was aber, wenn für Sport, oder auch nur ein Gespräch über die Krise mit dem Liebsten, die Energie fehlt? Wenn also, wie oben erwähnt, die eigenen Ressourcen scheinbar kaum ausreichen, um die Krise anzugehen? Dann hilft, ganz klassisch: Pause machen. So wenig wie möglich arbeiten, kein Haushalt, keine sozialen Verpflichtungen – lang schlafen, in den Himmel starren, lesen etc. Und natürlich feines, frisches Essen, das leicht verdaulich ist (Stichworte: Smoothies, Gemüse, viel Suppe). Und vielleicht ein bisschen an die frische Luft und ganz gemütlich Spazierengehen?

Denn wer sich körperlich stark und fit fühlt, kann inneren Herausforderungen mutig entgegentreten. Und was braucht der Körper, um stark zu werden? Genau: Erholung, Nährstoffe, und Zeit im Freien.

Und natürlich: Frische Luft (und Vitamin D?)

Vor allem regelmäßige Spaziergänge sind wichtig, besonders im Winter. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Zeit in der Natur nicht nur Stress reduziert und die Stimmung aufhellt, sondern auch das Immunsystem stärkt. Zudem kann der Körper nur mithilfe von Tageslicht das wichtige Vitamin D zu bilden. In unseren Graden herrscht aufgrund der Sonneneinstrahlung speziell in der dunklen Jahreszeit massiver Vitamin D-Mangel (bis zu 80% der Bevölkerung sollen betroffen sein). Und damit ist nicht zu spaßen: Bei Vitamin D-Mangel steigt das Risiko für Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Grippe, Depressionen. Vor allem Menschen, die in lichtarmen Büros etc. arbeiten, sollten sich deshalb so viel wie möglich in der Sonne aufhalten. Immer mehr Ärzte empfehlen auch die Einnahme von Vitamin D-Präparaten, da auch ausgedehnte Spaziergänge ihrer Meinung nach nicht ausreichen. (Dazu herrscht in unserer Redaktion geteilte Meinung. Einige sind strikt gegen Vitamin-Präparate, andere, nun ja, regelrecht abhängig davon... Was meint Ihr?)

Krise gut, alles gut

Übrigens: Das Wort Krise bezeichnet laut Duden eine „entscheidende Wendung“. Eine Krise, die angenommen und angegangen wird, kann zu einer wirklichen Chance werden, kann einen (wieder) auf den richtigen Weg bringen, kann der Beginn einer wunderbaren Erfahrung sein. Es heißt nicht umsonst „Nach Regen kommt Sonnenschein“…