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Yoga und das Immunsystem: Abwehrkräfte stärken
Bildquelle: Istockphoto.com

Alles über Yoga und das Immunsystem

Von Karen Welters

Eigentlich schön, diese kalte Jahreszeit, die zum Häuslichsein einlädt, zum Kuscheln bei Tee und Kerzenschein. Wären da nicht diese lästigen Viren und Bakterien, die uns jedes Jahr aufs Neue mit Erkältungen und anderen Infektionen quälen. Nur wer ein starkes Immunsystem hat, bleibt verschont. Auch wir Yogis fragen uns dann, wie wir unser biologisches Abwehrsystem dabei unterstützen können, die schädlichen Krankheitserreger abzuwehren, die da draußen überall auf uns lauern.

Yoga für das Immunsystem: Die Antwort heißt Ayurveda

Die mehr als 5.000 Jahre alte indische Lebens- und Gesundheitsphilosophie des Ayurveda ist die Schwester des Yoga und gibt uns hierzu viele Antworten. Mit ihren sanften medizinischen Konzepten und natürlichen Behandlungsmethoden bietet sie einen ganzheitlichen Ansatz, um unseren Körper in seinen Funktionen zu unterstützen und Krankheiten abzuwehren. Dabei gehen wir im Ayurveda davon aus, dass sich Körper, Geist und Seele im Einklang befinden müssen, damit wir gesund sind und es auch bleiben. Viele Faktoren müssen also zusammenspielen, um unsere biologischen Kräfte, die sogenannten Doshas, im Gleichgewicht zu halten.

Doshas: Drei Säulen des Ayurveda

Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha bilden die naturphilosophische Grundlage des Ayurveda. Sind sie im Gleichgewicht, unterstützen sie unseren Körper in seinen Funktionen. Geraten sie aus der Balance, können sie unsere Körperfunktionen stören und Krankheiten verursachen. Besonders in der kalten Jahreszeit sind unsere Doshas vor besondere Herausforderungen gestellt, da die „kalten Einflüsse” sprunghaft ansteigen. Und auch unser Verdauungsfeuer, im Ayurveda Agni genannt, braucht dann stärkere Impulse, um den nasskalten Temperaturen zu trotzen. Die Kälte macht uns also generell anfälliger für körperliche und psychische Dysbalancen wie Atemwegs- und Erkältungskrankheiten oder allgemeine Müdigkeit und Erschöpfungszustände. Was können wir also tun, um unsere Doshas zu harmonisieren und so unsere Widerstandsfähigkeit zu erhöhen?

Die Antwort klingt simpel, ist aber im Alltag nicht immer einfach umzusetzen: eine gesunde Lebensführung, eine geregelte, ausgewogene Ernährung und psychische Stabilität stärken unser System. Schlechte Ernährungsgewohnheiten, eine unstete Lebensweise, zu wenig Schlaf, Stress, psychische Belastungen und auch negative Umwelteinflüsse hingegen machen uns schwach und anfällig.

Yogische Ernährung für ein starkes Immunsystem

Auch wenn wir nicht all diese Faktoren immer selbst beeinflussen können, lassen sich doch einige Bereiche bewusst steuern: unsere Ernährung zum Beispiel. Denn sie spielt eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden. Nicht nur, dass sie uns vorbeugend schützt, sondern sie kann auch wesentlich zur Heilung von akuten Beschwerden beitragen. Die Grundsätze für eine ayurvedische Ernährung sind einfach: Alle kalten und schwer verdaulichen Speisen sollten gemieden werden, ebenso saure und schleimfördernde Nahrungsmittel – besonders im Winter. Denn nur vollständig verdaute Nahrung kann in Kraft, Stärke und Lebensenergie verwandelt werden und die Widerstandsfähigkeit unseres Körpers stärken.

Also Finger weg von schwer verdaulichen Lebensmitteln wie Fleisch, Käse, Butter sowie fettigen und industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln. Dasselbe gilt natürlich auch für Giftstoffe wie Alkohol in großen Mengen, Nikotin und Koffein. Ideal sind stattdessen vegetarische oder vegane Gerichte wie warme Gemüsesuppen, Gemüsecurrys und Eintöpfe. Auch Gewürze wie Ingwer, Zimt, Kardamom und Kurkuma wirken sich positiv auf unseren Stoffwechsel aus und können unser Immunsystem so stärken. Zudem sollten wir in der kalten Jahreszeit auf eine ausreichend hohe Vitamin-C-Versorgung achten. Ist eine Erkältung bereits im Anmarsch oder ausgebrochen, ist es ratsam, eine kleine Schonkost einzulegen, damit unser Körper entlastet wird und sich ganz dem Kampf gegen die Viren widmen kann.

Doch nicht nur, was wir essen, sondern auch, wie wir essen hat einen Einfluss auf unseren Organismus und unser Immunsystem. Gestresstes Hinunterschlingen stresst auch unser Verdauungssystem – selbst wenn es sich um einen wärmenden Gemüseeintopf handelt. Also nimm dir die Zeit für eine liebevolle Essenzubereitung und genieße die wohltuende Kost...

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Yoga und Ayurveda im Alltag

Generell wirkt sich Bewegung positiv auf unser Immunsystem aus. Dabei kann ein Spaziergang in der frischen Luft genauso wohltuend sein wie moderates Ausdauertraining. Wie bei so vielem im Leben geht es auch hier um das richtige Mittelmaß an Aktivität und Entspannung. Die Ayurveda und Yoga lehren uns also, dass eine gesunde Lebensführung den Dualismus von Ruhe und Bewegung beinhaltet, von Spannung und Entspannung, von Muße und Arbeit, von Schlafen und Wachsein.

Eine regelmäßige Yogapraxis kann dir immens dabei helfen, deinen Körper und Geist zu harmonisieren und damit auch dein Immunsystem zu stärken. Denn Yoga erfüllt dich mit reichlich Lebensenergie, hilft dir beim Stessabbau, beim Entgiften, fördert deine Durchblutung und wirkt sogar positiv auf dein Lymphsystem, deinen Darm und die immunstärkenden Drüsen. Yoga kann dich vor Krankheiten schützen oder bereits vorhandene Symptome lindern – von klassischen Erkältungssymptomen über Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit bis hin zu Depressionen.

Asanas für das Immunsystem

Umkehrhaltungen gehören zu den Yoga-Übungen, die deine Abwehrkräfte am intensivsten stärken. Sie regen die Lymphknoten an, die maßgeblich an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt sind. Gleichzeitig wird dabei das Herz-Kreislaufsystem entlastet.

Diese Asanas kannst du üben, um deine Abwehrkräfte zu stärken:

Schulterstand und Pflug

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Herabschauender Hund

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Sitzender Winkel

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Kopfstand

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Wenn dir der Kopfstand zu schwierig ist oder du lieber eine sanftere Praxis möchtest, kannst du alternativ den Delfin üben, eine Vorbereitungsübung für den Kopfstand. Er hat ähnlich positive Wirkungen auf deinen Organismus wie der Kopfstand, ist aber weniger anspruchsvoll. So geht’s:

  • Du bist im Vierfüßlerstand und stützt dich auf deine Ellenbogen.
  • Miss den idealen Abstand deiner Ellenbogen ab, indem du eine Unterarmlänge zwischen ihnen Platz lässt. Die Ellenbogen sollten nun direkt unter deinen Schultern stehen.
  • Falte deine Hände – deine Ellenbogen bleiben auf der abgemessenen Position liegen.
  • Strecke jetzt deinen Rücken und deine Beine durch, so dass sich dein Gesäß in die Höhe schiebt.
  • Bewege dich im Rhythmus deines Atems in eine Brett-Position, so dass die Nasenspitze vor deinen gefalteten Händen nahezu die Matte berührt. Deine Ellenbogen bleiben nach wie vor liegen.
  • Schiebe deinen Rumpf dann mit Armkraft zurück, so dass dein Gesäß sich wieder nach oben schiebt.
  • Übe den Delfin ein paar Mal.

Du kannst auch sehr gut diese immunstärkende Übungsreihe aus dem Kundalini Yoga üben:

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Bilder: Shutterstock.com

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