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Susanne Fröhlich: Das Om und ich

Susanne Fröhlich: Das Om und ich

Von Petra Orzech

Warum dachten Sie immer, Yoga macht Susanne „unfröhlich“?

“Yoga war wie ein natürlicher Feind für mich. Bis zu dem 90-Tage-Experiment hatte ich richtig große Vorbehalte gegen Yoga. Für mich hatte Yoga etwas mit auf der Matte Rumliegen und Om-singen zu tun und nichts mit körperlicher Betätigung. Dazu gesellten sich in meinem Kopf Bilder von ehrgeizigen, super schlanken und biegsamen Frauen mit esoterischer Ader, die alle viel geeigneter schienen für diese Art der körperlichen Betätigung als ich. Warum sollte ich mich dazu hingezogen fühlen – mit meinem Übergewicht und meiner Unbeweglichkeit? Lächerlich machen, dachte ich mir, kann ich mich auch jederzeit anderweitig. Das Yoga mich wirklich fröhlich machen konnte, war in meinen Augen ein Ding der Unmöglichkeit.”

Wie haben Sie sich von Ursula Karven dann doch zu einem 90-Tage-Yoga-Experiment überreden lassen?

“Ursula Karven hat auf mich immer wieder mit Yoga-Engelszungen eingeredet und gesagt, das Yoga etwas mit mir machen würde. Entschuldigung, aber allein dieser esoterische Satz löste bei mir Schüttelfrost aus. Letztendlich habe ich mich aber doch überreden lassen und Yoga eine Chance gegeben. So wie ich es auch hin und wieder Gesichtscremes gebe. Ich habe mir sämtliche Yoga-Bücher, DVD‘s, Magazine und Yoga-Klamotten besorgt – mich also auf das mir bis dahin total unbekannte Thema mit Haut und Haaren eingelassen.

Jetzt kann ich nur sagen: zum Glück! Ich hätte vorher nie geglaubt, dass all die schönen Versprechungen von Ursula Karven bezüglich Rückenschmerzen, mehr Beweglichkeit und Figurstraffung in Erfüllung gehen. Mit Yoga kann man wirklich unglaubliche Ergebnisse erzielen, gerade wenn man ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringt und steif ist – wie ich es war. Ich bin durch dieses Experiment nicht nur 25 Kilogramm leichter, fitter, entspannter und fröhlicher, sondern auch ein richtiger Yoga-Fan geworden. Und wissen Sie, was mich noch so positiv überrascht hat? Ich bin jetzt 48 Jahre alt und ich hätte nie gedacht, dass der Körper in diesem Alter noch so veränderbar und lernfähig ist. Das beeindruckt mich schon sehr. Ich kann jetzt wieder Dinge, die ich das letzte Mal mit 14 Jahren konnte – Kopfstand oder Brücke beispielsweise. Ist das nicht Wahnsinn? Und ich glaube, solche oder ähnlich positive Erlebnisse kann jeder mit Yoga haben."

Mit dieser Erkenntnis „Yoga kann jeder“ haben Sie den Nerv der Zeit, getroffen zu haben. Ihr Buch und Ihre DVD verkaufen sich sensationell. Übrigens, herzlichen Glückwunsch dazu!

“Ja, das scheint so zu sein. Ich möchte mit dem Buch und der DVD möglichst vielen Menschen die Schwellenangst vorm Yoga nehmen. Ungefähr so, als würde man vor einer teuren Boutique stehen und sich endlich herein trauen und all die schönen Dinge endlich mal anprobieren. Während des Experiments und auch jetzt noch, werde ich öfters gefragt „Frau Fröhlich, Sie sehen so entspannt und schlank aus. Wie machen Sie das?“ Wenn ich dann sage, dass ich regelmäßig Yoga praktiziere, sehe ich den Gesichtern meist Fragezeichen – die Fröhlich und Yoga? Viele denken bei Yoga an so etwas ähnliches wie eine Sekte oder veganes Essen. Aber Yoga ist keine Religion und verlangt auch kein Leben ohne tierische Produkte. Ich war auch skeptisch gegenüber Yoga und kenne die vielfältigen Berührungsängste.

Ich hoffe, ich kann sie einigen Menschen mit meinem Yoga-Experiment nehmen. Man muss eben nicht schlank und biegsam wie eine Brezel sein, um die positiven Ergebnisse vom Yoga zu bekommen. Yoga kann in jeder Gewichts- und Flexibilitätsklasse helfen. Ich bin der beste Beweis."

Das stimmt, man muss nicht Größe 36 haben, um Spaß am Yoga zu finden. Ihr Körper hat sich dennoch geändert?

“Oh ja, ich bin in zehn Monaten von Kleidergröße 46 auf 36 gekommen – und zwar ganz ohne Diät. Das war mehr ein Nebeneffekt – ein schöner wie ich finde. Mein Essverhalten hat sich durch die regelmäßige Yoga-Praxis verändert. Yoga bewirkt, dass man wieder ein Gefühl für seinen Körper bekommt – man spürt, was ihm gut tut und was nicht. Schaumküsse tuen es eben nicht. Gemüse, Obst und Quark, auf das alles ich jetzt total stehe, schon. Dazu kommt, dass Yoga einfach jede Menge Muskeln zaubert, die sich glücklicherweise vom Hüftspeck und Co. ernähren. Und: Yoga entspannt und senkt dadurch den Cortisol-Level (Cortisol ist ein Stresshormon, das als Dickmacher gilt, Die Redaktion) und reduziert sogenanntes Stressessen. Das ist sogar nachgewiesen. All das macht zusammen eben schlank und formt den Körper, was ich vor dem Experiment nie geglaubt hätte.”

Sie sind ja nach dem Experiment beim Yoga geblieben. Wie oft praktizieren Sie jetzt in der Woche?

“Ich mache weiterhin täglich Yoga. Immer etwas zwischen 15 und 60 Minuten – wie es eben zeitlich in meinen Alltag passt. Ich lasse mir da auch keinen Verhandlungsspielraum, auch wenn ich nicht immer Lust dazu habe. So hat inzwischen auch mein innerer Schweinehund kapiert, dass ich Tag ein Tag aus auf die Matte springe. Ich glaube, darin liegt auch mein Erfolg: Ich überlege mir ja auch nicht morgens, ob ich meine Zähne putzen soll oder nicht. Ich mache es einfach. Regelmäßigkeit ist sicherlich auch im Yoga sehr wichtig.”

Apropos “Hund” – Haben Sie eine Lieblings-Yoga-Übung? Und schaut Ihr Hund jetzt eigentlich beim Yoga zu, nachdem er bei Ihren Anfangsversuchen doch immer aus dem Zimmer getrottet ist – wie Sie in Ihrem Buch beschreiben?

“Mein Hund hat inzwischen sogar seine eigene Yogamatte… nur leider liegt er lieber auf meiner. Dafür schaut er mir beim Üben jetzt immerhin interessiert zu. Wahrscheinlich, weil er mich gerne im herabschauenden Hund beobachtet und sich so seinen Teil denkt… Der herabschauende Hund ist übrigens eine meiner Lieblingsübungen, weil ich sofort merke, wie gut mir diese Haltung tut.

Mit Chaturanga – eine Art Liegestütz – habe ich eine Hassliebe, die mir aber zu den wohldefinierten Armen verholfen hat. Und da ich ein ehrgeiziger Mensch bin, habe ich natürlich auch eine Yoga-Herausforderung: der Pfau – Mayurasana. Dabei trägt man sein ganzes Gewicht auf den Händen, so dass der Körper parallel zum Boden schwebt. Zum Glück, muss ich jetzt weniger Kilos in die Luft stämmen."

Wenn Sie so begeistert sind vom Yoga, sind Sie dann schon zu einer Yoga-Missionarin geworden, die ihrer Umwelt auf die Nerven geht?

“Ja, es ist leider so. Sobald jemand über Rückenschmerzen klagt, komme ich mit Yoga: „Probiere es doch mal, du wirst sehen, es tut dir gut.“ Das kommt natürlich nicht bei jedem gut an. Aber eine gute Freundin und meine 15-jährige Nichte konnte ich dann doch infizieren – sie sind jetzt ebenso begeistert wie ich. Manchmal machen wir sogar zusammen Yoga.

Das habe ich übrigens auch einmal mit meiner Mutter und einer Power-Yoga-DVD von Ursula Karven probiert. Das war nicht meine beste Idee –meine Mutter ist ziemlich schnell ausgestiegen. Power-Yoga ist dann schon doch etwas herausfordernder."

Vielleicht sollten Sie mit Ihrer Mutter mal Ihre Yoga-DVD zusammen praktizieren. Dort gibt es ja nicht nur etwas für Fortgeschrittene, sondern auch für Anfänger.

“Das stimmt. Mir war es wichtig, dass für jedes Yoga-Level etwas dabei ist und dass die drei Programme alle nur 20 Minuten sind – so kann man sie auch täglich machen, ohne den kompletten Tagesablauf auf den Kopf zu stellen. Ich weiß noch, wie ich mich teilweise durch 60-Minuten-DVD‘s gequält habe und mit den Gedanken schon beim Abendbrot machen war. 20 Minuten können da oft deutlich effektiver sein. Vorausgesetzt man ist mit seiner ganzen Konzentration dabei. Das die 20 Minuten-Programme wirken, haben mir meine Freundinnen mit Klagen über Muskelkater bestätigt. Und wissen Sie was ich noch toll finde an der DVD – man kann sie sogar auf Englisch hören.”

Wenn Sie so begeistert sind von der DVD, wüssten wir natürlich gerne, ob Sie nicht auch mal Lust hätten, mit YogaEasy.de ein Video zu drehen?

“Ich muss gestehen, dass mir der DVD-Dreh richtig viel Spaß gebracht hat und ich mir gut vorstellen könnte, ein neues Programm zusammenzustellen. Gerne mit einem etwas härterem Training. Also wer weiß, was meine Yoga-Zukunft so alles bringt…”

Welchen Tipp würden Sie gerne allen Yoga-Neugierigen noch geben?

“Einfach machen. Es ist wie mit dem Sex… wenn man lange keinen hatte, denkt man auch, oh Gott, wie soll das werden? Darum, nicht zu viel denken, weder beim Sex noch beim Yoga. Drei bis vier Wochen einfach mal Yoga praktizieren. Wenn man Pech hat, funktioniert es für einen nicht. Ich glaube aber, für die meisten ist es richtig gut. Man muss es nur machen.”

Vielen lieben Dank für das Gespräch. Und bis irgendwann auf der Matte.

Buch gelesen, DVD daheim getestet und beides für sehr empfehlenswert empfunden:

Das Buch: „Der Hund, die Krähe, das Om.. und ich!“; von Susanne Fröhlich; erschienen bei Gräfe und Unzer; erhältlich für 16,90 Euro.
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Die DVD: „Yoga macht Fröhlich“ mit Susanne Fröhlich; erschienen bei WVG Medien GmbH; erhältlich für 14,99 Euro.
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