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Bild: iStockphoto.com

Schwangerschaft: Transformation mit dickem Bauch

Von Katharina Goßmann

Ich liebe Pläne

Als ich schwanger wurde, hatte ich keinerlei Bedenken, wie alles werden würde. Ich hatte seit Jahren einen genauen Plan, wie ich mit einer Schwangerschaft umgehen wollte: Ich würde GENAU SO bleiben, wie ich war! Auf keinen Fall wollte ich stark zunehmen und zur hilfsbedürftigen Mega-Bauchträgerin werden, nur mehr „Mutti“-Themen interessant finden - oder sogar statt meinem geliebten Power Yoga plötzlich fades Schwangerschaftsyoga toll finden. Mich ängstigte die Vorstellung, mich durch meine Schwangerschaft zu „verlieren“. Meine Pläne gaben mir das Gefühl der Kontrolle.

Kontrolle adé

Als ich dann aber schwanger wurde, entwickelte sich alles anders als geplant: Ab dem ersten Tag der Schwangerschaft wollte ich nicht mehr zum Power Yoga und sehnte mich stattdessen nach sanftem Hatha Yoga. Ich war unendlich müde und fühlte mich nur auf der Couch beim Kuscheln und bei langsamen Waldspaziergängen wohl - mein reges Sozial- und Kulturleben schränkte ich deshalb schnell ein. Dann ereilte mich auch noch die Schwangerschaftsdemenz und ich wurde ziemlich vergesslich. Bei der Arbeit kam ich mir deswegen ineffektiv vor. Und natürlich nahm ich rapide zu, so dass mir alle Klamotten, in denen ich mich attraktiv fühlte, ziemlich schnell nicht mehr passten... Obwohl ich über meine Schwangerschaft sehr glücklich war, hatte ich das Gefühl, dass mir die Kontrolle über mein gesamtes Leben entglitt. Mein Körper, meine Ängste, meine Arbeit – nichts mehr war so, wie ich es kannte. 

Das Wunderbare an einer Schwangerschaft ist allerdings, dass sie sich nicht wegorganisieren, wegplanen, wegarbeiten lässt. Die Veränderungen in mir waren zu groß, um sie zu ignorieren. Meine Schwangerschaft forderte vehement ein, dass ich ihre Bedürfnisse in vollem Umfang anerkannte und respektierte.


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Das Glück des Loslassens

Ich sah ein, dass ich die Vorstellung loslassen musste, dass alles so weitergehen würde wie bisher. Und bemerkte, dass mich vor allem das starre Festhalten an meine Erwartungshaltungen belastete: Beim krampfhaften Versuch alles so weiter zu machen wie vor der Schwangerschaft war ich logischerweise ständig frustriert an meine Grenzen gestoßen.

Ich begann meinen entspannten Lebensstil sehr angenehm zu finden, legte mir einen neuen, bequemeren Kleidungsstil zu, genoss das völlig ungewohnte Kundalini Yoga für Schwangere bei Nanak Niwas und Yoga für St. Pauli Nach einer Weile erschienen mir die Veränderungen meines Körpers und meiner Psyche plötzlich als fantastische Gelegenheit, Unbekanntes an mir und meinem Leben zu entdecken. Schließlich war ich schwanger! Warum sollte ich eine solche Ausnahmesituation genau so erleben wie den Rest meines Lebens? 

Und siehe da - meine Energie kam zurück, mein Gewicht pendelte sich ein, die Vergesslichkeit ließ nach. Der kleine Mann in meinem Bauch wuchs währenddessen fleißig vor sich hin und amüsierte schon bald meinen Mann und mich ganze Abende lang mit seinen Schluckauf-Anfällen und Klopfattacken.

Die Schönheit der Planlosigkeit

Wie gesagt: Ich finde Pläne toll. Mittlerweile sehe ich sie allerdings als amüsanten Zeitvertreib. Mein wachsender Bauch hat mich gelehrt, dass sich das Leben nicht planen lässt. Wird unser Sohn durchschlafen oder ein Schreikind sein? Wie werden mein Mann und ich als Eltern zurecht kommen? Werden wir ein passendes Häuschen für unsere Familie finden? Ich werde es herausfinden, wenn es Zeit dafür ist. Was auch immer kommen wird, mir reicht es zu wissen, dass ich – völlig entspannt und offen für Neues – das Beste daraus machen werde.

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