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Petra Schönenberg - die Vielfalt des Lebens

Petra Schönenberg - die Vielfalt des Lebens

Von Kristin Rübesamen

Kristin Rübesamen: Du bist schon lange dabei, kennst dich gut aus. Was gefällt dir an der Entwicklung, die das moderne Yoga nimmt - und was nicht?

Petra Schönenberg: Es gefällt mir gut, dass immer mehr Menschen Yoga machen. Als Folge davon und weniger gut dagegen, dass es immer mehr schlecht ausgebildete Yogalehrer gibt. Was dann als Yoga präsentiert wird, ist oftmals fragwürdig und möglicherweise sogar gesundheitsschädigend.

Wie definierst Du persönlich Yoga?

Ich habe gerade diesen Song von Sabrina Setlur gehört: "Freisein", der bringt die Sache auf den Punkt. "Glaubst du, dass der Wind weht, weil irgendjemand sagt: Wind weh' jetzt! (...) Wenn du das glaubst, dann wirst du nie sehen und verstehen, was ich meine, wenn ich sag: Ich will frei sein..." Das bedeutet für mich Yoga: Frei zu sein, zu entscheiden, was ich denke und mache und die Verantwortung dafür zu übernehmen.

Was geht überhaupt nicht in einer Yogaklasse?

Die Musik so laut zu drehen, dass der Lehrer nicht mehr zu hören ist oder - neuer Trend - seitenlange Texte vom iPad vorzulesen. Und natürlich geht gar nicht, beliebig, beiläufig oder mit überheblicher Attitüde zu unterrichten.

Was hältst du von Musik bei Yogastunden?

Musik kann nett sein und eingesetzt werden, um die Atmosphäre zu verdichten oder die Haltung zu intensivieren. Sie sollte kein Aushängeschild sein. Ich persönlich setze Musik beim Unterrichten eher nach Stimmung ein und praktiziere selbst lieber ohne Musik.

Kannst du den bekannten Yoga-Musiker Krishna Das noch hören?

Anfangs konnte ich Krishna Das gar nicht leiden. Aber seit ich ihn vor ein paar Jahren live erlebt habe, finde ich ihn großartig! Statt Kirtan, den ich ansonsten nicht mehr hören kann, übe ich manchmal Vedic Chanting. 

Was ist der übliche Fehler bei Hanumanasana (Spagat)?

Von der Technik mal abgesehen, ist es die "Das schaffe ich nie"-Haltung. Wenn keine körperlichen Einschränkungen dagegen sprechen, ist es wie alles im Leben: Fleißarbeit.

Warum gibt es mehr männliche Stars unter den Yogalehrern als weibliche?

Weil vor den Stars mehr Frauen als Männer sitzen...

Wo wärst du heute ohne Yoga in deinem Leben?

Beruflich? Keine Ahnung. Aber wahrscheinlich würde ich eine intensive Sportart betreiben und viel meditieren.

Ist das dynamische Yoga unabhängig vom Alter für alle geeignet?

Das ist sicherlich Typ- bzw. konstitutionsabhängig. Für mich ist es richtig und wichtig und wird noch eine Weile so bleiben. Und irgendwann wird sich auch das ändern und dann mache ich vielleicht nur noch Yin Yoga und sitze auf meinem Kissen.

Was sagst du zu Hormonyoga?

Ich habe Dinah Rodríguez, als sie Anfang 80 war, kennengelernt und interviewt. Ich fand ihre Ausstrahlung und Energie beeindruckend. Sicher ist sie ein leuchtendes Beispiel für ihre Methode, deren wissenschaftliche Beweisführung aber auch angezweifelt wird. Ich kenne Frauen, die mit Hormon Yoga ihren Zyklus verändern. Aber vielleicht ginge das auch ohne explizite Hormonyoga-Methode, denn die besteht aus Kundalini und Hatha Yogaübungen, viel Bhastrika Pranayama und Visualisationen. Für mich ist alles einfach nur Yoga.

Du hast einen Teenagersohn, welche Asana ist seine liebste?

Der Lotussitz Padmasana - und den kann er richtig gut. Ansonsten ist ihm Yoga ziemlich egal und er entspannt sich gerne in der Schlussentspannung Shavasana.

Wenn du dein Leben heute neu erfinden könntest, wie würde es aussehen?

Ich glaube nicht, dass ich das wollte, alles ist gut so wie es ist. Aber, ok, ein Geheimnis verrate ich dir noch: Wenn, dann wäre ich heute auch Mutter, Yogalehrerin und.... Gehirnchirurgin auf Hawaii!

Danke für das Interview, Petra!

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