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Patanjali und die guten Vorsätze

Von Katharina Goßmann

Vor etlichen Jahrhunderten verfasste ein mysteriöser Yoga-Gelehrter namens Patanjali das Yoga-Sutra. In diesen Versen erklärte er unter anderem fünf „Yamas“ und fünf „Niyamas“ – Regeln für den Umgang mit der Welt und sich selbst. Erstaunlicherweise sind einige dieser Regeln bis heute aktuell – und können sogar dabei helfen, gute Vorsätze in die Tat umzusetzen!

Die Yamas

Ahimsa – Gewaltlosigkeit

Eines der wichtigsten Prinzipien für ein glückliches Leben ist laut Patanjali die Gewaltlosigkeit. Fang doch mit Dir selbst an! Statt Dich zum Umsetzen Deiner Vorsätze zu zwingen, sei nett zu Dir und mache es Dir so einfach und angenehm wie möglich. Beispiel: Wenn Du mehr Sport machen möchtest, dann quäle Dich nicht in der ersten Januar-Woche sieben Mal ins Fitnesscenter und hebe so lange die schwersten Gewichte, bis Du kaum mehr gehen kannst. Stattdessen könntest Du ausprobieren, welche Sportart Dir Freude bereitet und dann mit einer/m FreundIn ein regelmäßiges Sport-Date vereinbaren. Hört sich viel netter an, oder?

 

Satya – Wahrhaftigkeit

O.K., wir alle wären gerne schlank, erfolgreich, moralisch integer, gut gekleidet, sozial engagiert und kulturell informiert. Aber sind diese Ziele wirklich Deine eigenen? Sind sie es wert, dass Du Teile Deines Lebens dafür aufgibst?
Nimm Dir also Deine guten Vorsätze einzeln vor und gehe in Dich: Möchtest Du wirklich die Karriereleiter erklimmen? Ständig erreichbar sein müssen, Dich mit den Ober-Chefs in Meetings auseinandersetzen, oft auf Geschäftsreise sein, kaum mehr Kontakt zu Kunden haben?
Es kann sein, dass sich bei genauer Analyse Deiner Wünsche herausstellt, dass so manch guter Vorsatz gar nicht zu Dir und Deinen Vorstellungen vom Leben passt. Dann sortier` ihn doch einfach aus!

 

Die Niyamas

Tapas – inneres Feuer/Disziplin

Leider findest Du diese Form von Tapas nicht in einer spanischen Bodega, sondern nur in Deinem Herzen: Geh doch mal über Deine Liste von Vorsätzen und überlege, welcher Deiner Vorsätze Dir am wichtigsten ist. Wofür brennst Du wirklich, welches Thema liegt Dir am Herzen? Dann schmeiß alle anderen Vorsätze von der Liste und konzentriere Dich auf diesen Bereich! Denn nur einen Vorsatz, für den Du wirklich brennst, wirst Du mit Disziplin umsetzen – und die kannst Du gut brauchen, vor allem, wenn Du jahrelange Gewohnheiten wie etwa Rauchen aufgeben willst. Tapas ist übrigens die einzige Leidenschaft, die uns Patanjali durchgehen lässt.

 

Swadhyaya – das Selbststudium

Wenn Du weißt, welchen Vorsatz Du umsetzen willst, kannst Du Dich dem „Wie?“ zuwenden.
Dazu musst Du in Dich gehen, Dein wirkliches Ziel herausfinden, Deine Präferenzen und Veranlagungen erkunden. Wenn Du zum Beispiel abnehmen willst, solltest Du Dir ganz genau überlegen, welches Gewicht Du erreichen möchtest (Bedenke: Die meisten von uns können nicht wie Models aussehen!), wie Du Deine Ernährung umstellen möchtest (Wenn Du Dein Leben lang schon leidenschaftlich gerne Süßes ist, solltest Du Dir vielleicht auch weiterhin Süßigkeiten erlauben) und wie Du mehr Freude an Bewegung entwickeln kannst (Kleiner Tipp: Fang nicht gleich mit 10 km-Jogging-Runden um 6 Uhr morgens an...).
Nur so kannst Du den Weg zu Deinem Ziel auf Deine Weise und in Deiner Geschwindigkeit zurücklegen – was die Erfolgswahrscheinlichkeit immens erhöht!

 

Samtosha – Zufriedenheit

Unsere Gesellschaft ist voll von Menschen, die ständig besser werden wollen. Bücher, DVDs und Workshops, die dabei helfen sollen, erfolgreicher oder schlanker zu werden, sind beliebter denn je. Gute Vorsätze fallen nicht selten in die gleiche Kategorie.
Wenn Du Dich also wieder mal mit Deinen guten Vorsätzen zur Selbstverbesserung stresst, dann besinne Dich darauf, dass Zufriedenheit nichts ist, was Du Dir erarbeiten kannst. Denn egal wie schlank, erfolgreich, gesund, gut gebildet, gut gekleidet und gut verheiratet Du bist - es wird immer irgendwo Menschen geben, die noch „besser“ sind.
Natürlich ist es toll, Ziele zu haben und sie umzusetzen - aber manchmal reicht es, die Füße hochzulegen und Dir zu überlegen, für was Du alles dankbar bist und so das beglückende Gefühl der Zufriedenheit zuzulassen.
 

Vielleicht ist das sogar der beste Vorsatz: Öfter mal die Füße hochlegen und sich über das Leben freuen...